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Erneuerbare Energien: Da läuft was schief

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20 Jahre EEG-Gesetz - Erneuerbare Energien: Da läuft was schief

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Vor 20 Jahren ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz in Kraft getreten. Um das 6,4-Fache ist der Anteil des Ökostroms seit dem Jahr gestiegen. Eine Erfolgsgeschichte? Nicht ganz.

Kommentar: Volker Angres zu „20 Jahre Erneuerbare Energien-Gesetz“.
Kommentar: Volker Angres zu „20 Jahre Erneuerbare Energien-Gesetz“.
Quelle: ZDF/DPA

Am 1. April 2000 trat das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Kraft. Zweifellos die Basis für die weitere Entwicklung in Richtung umweltfreundliche Energiewirtschaft und für mich der größte Erfolg des damaligen Bundesumweltministers Jürgen Trittin (Grüne). Seinerzeit schon klar: Atom- und Kohlestrom werden nicht von Dauer sein.

Vor 20 Jahren trat das „Erneuerbare-Energien-Gesetz“ in Kraft, das einen Solarboom in Deutschland auslöste. Hat das EEG der Solarbranche letztendlich aber doch geschadet?

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Elektrizität aus Sonne, Wind und Biomasse waren zwar technisch darstellbar, aber wirtschaftlich  chancenlos, weil viel zu teuer (Kohle- und Atomsubventionen lassen grüßen). Und da setzt das EEG an: Mit sensationellen 99 Pfennigen pro eingespeister Kilowattstunde Solarstrom wurde die Einspeisung garantiert für 20 Jahre finanziert.

Einstieg in das" Solarzeitalter" im Jahr 2000

Allerdings mit eingebauter Degression: Schritt für Schritt sollte die Vergütung für weitere Neuanlagen sinken, im Vertrauen auf technische Fortschritte und die damit verbundene bessere Wirtschaftlichkeit. Mit 80.000 neu installierten Solaranlagen feierte die Branche denn auch das Jahr 2000 als "Einstieg in das Solarzeitalter".

Also ein fulminanter Start in die grüne Energiezukunft, zwar politisch seinerzeit umstritten - aber letztlich gelungen. Nach der euphorischen Phase allerdings stellte sich bald die Ernüchterung ein. Die großen Energiekonzerne versuchten die Entwicklung zu bremsen, dennoch ließ sich mit Kohlestrom viel Geld verdienen.

Erneuerbare Energien brauchen andere Netze

Zudem wurde immer deutlicher: Erneuerbare Energien brauchen eine ganz andere Netzinfrastruktur. Viele dezentrale Anlagen müssen ins Netz angebunden werden. Da sah so mancher Vorstand unerhörte Kosten auf seinen Konzern zukommen. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert.

Um unser Klima zu retten, ist die kostengünstige Windenergie entscheidend, sagen Experten. Doch die Politik knickt ein vor den Gegnern der Windkraft. Woran liegt das?

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Hinzugekommen ist auch die Debatte um die sogenannten Stromautobahnen, die die Energie von Nord nach Süd bringen sollen. Das unter anderem führt katastrophalerweise seit Monaten zu einem höchst schleppenden weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien - bei der Windkraft ist der Zubau von Neuanlagen praktisch bei Null angekommen.

Der Preis für Ökostrom ist zu hoch

Und noch etwas läuft schief: Das in der Systematik nahezu unveränderte EEG sendet das falsche Preissignal an uns Verbraucherinnen und Verbraucher. Ökostrom kostet um die 30 Cent pro Kilowattstunde. Dabei liegt die reine Stromherstellung je nach Anlage und Quelle bei vier bis acht Cent.

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Grund: Je billiger Ökostrom hergestellt werden kann, desto höher muss der Finanzierungsanteil aus dem EEG werden, um die garantierten Einspeisevergütungen bezahlen zu können. Zudem verteuern etliche Kosten wie Netzentgelte, Entgelte für Messstellen, Steuern und Gebühren den Strompreis.

Das EEG muss reformiert werden

Unter dem Strich: Vor 20 Jahren sind wir vorbildlich gestartet, das EEG wurde sogar ein Exportschlager, es ist in vielen Ländern übernommen worden. Doch jetzt scheint uns die Angst vor der eigenen Courage gepackt zu haben. Wir brauchen eine tiefgreifende Reform des EEG vor allem in Bezug auf ein nachvollziehbares Preissignal. Und mehr politischen Mut, konsequent in grüne Energien zu investieren.

Volker Angres ist Leiter der ZDF-Umweltredaktion.

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