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Nach Brand auf Lesbos - Neues Flüchtlingslager erst im September 2021

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Jetzt steht fest: Auf der Insel Lesbos entsteht ein neues Flüchtlingslager - aber erst im September nächsten Jahres. Die Befürchtungen vieler Menschen wurden damit wahr.

Archiv: Flüchtlinge im Lager Kara Tepe am 14.10.2020 auf Lesbos
Flüchtlingslager Kara Tepe auf Lesbos
Quelle: AP

Die EU-Kommission hat gemeinsam mit den griechischen Behörden den Bau eines neuen ständigen Flüchtlingslagers auf der Insel Lesbos beschlossen.

Bis September 2021 werde dort ein "neues, qualitativ hochwertiges Aufnahmezentrum" entstehen, erklärte die Brüsseler Behörde. "Dies ist ein wichtiger Schritt zur Lösung der Situation nach den Bränden, die im September das Lager Moria zerstört haben." Es ist das erste Mal, dass die EU sich direkt an Bau und Verwaltung eines Flüchtlingslagers beteiligt.

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Europas bis dahin größtes Flüchtlingslager war zuvor fast vollständig abgebrannt, mehr als 12.000 Menschen wurden obdachlos. Zuvor waren die Bedingungen von Menschenrechtsorganisationen über Jahre als untragbar kritisiert worden.

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ZDF-Korrespondent Postel: Befürchtungen werden wahr

ZDF-Korrespondent Andreas Postel war auf Lesbos, als der Aufbau des Camps begann - er schildert seine Eindrücke: "Als ich nach dem Brand von Moria auf Lesbos war, habe ich erlebt, wie das neue Camp Kara Tepe errichtet wurde. Eine provisorische Zeltstadt ohne ausreichend sanitäre Einrichtungen für über 7.000 Männer, Frauen und Kinder."

Ein weiteres Problem sei der Standort, erklärt Postel: "Direkt an der Küste ist es windig und kalt. Bei Starkregen im Oktober wurden Zelte zerstört. Über die Wintermonate - so ist zu befürchten - wird es bestimmt nicht besser."

"Die Menschen von Moria hatten damals große Bedenken, in dieses neue Camp zu gehen. Ihre Befürchtung: Aus dem Provisorium könnte ein Dauerzustand werden", berichtet Postel.

Drei Monate später ist jetzt klar, dass dieses Provisorium auf Lesbos noch bis mindestens September kommenden Jahres bestehen bleibt.
Andreas Postel, ZDF-Korrespondent

Übergangslager auf Lesbos: Zeltstadt ohne ausreichend Sanitäreinrichtungen

Von Anfang an klagten die Bewohner des provisorischen Camps über katastrophale Bedingungen, etwa dass es an Betten, Strom und fließendem Wasser fehle. Im Oktober zerstörten heftige Regenfälle 80 Zelte. Bis September werden die nach Kommissionsangaben noch rund 7.200 Migranten dort ausharren müssen.

Brüssel habe im November fünf Millionen Euro bewilligt, um das Übergangslager winterfest zu machen und die Energie- und Wasserversorgung zu verbessern, erklärte die EU-Kommission. Die griechischen Behörden kündigten an, Wohncontainer aus anderen Camps auf der Insel in das Übergangslager bringen zu lassen.

Julia Theres Held reist nach Moria – und verbringt 36 Stunden mit zwei Familien im Lager: Die eine Familie muss bleiben – die andere darf gehen. Hoffnung und Verzweiflung zugleich.

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Neues Flüchtlingslager: Brandschutzssysteme und doppelte Umzäunung

Für das neue Zentrum sind nach griechischen Angaben im Rahmen eines EU-finanzierten Programms "geschlossene Lager" mit Einlasskontrollen und "doppelter Umzäunung" vorgesehen. Die Camps sollen demnach über Brandschutzsysteme verfügen und "menschenwürdige Lebensbedingungen" bieten.

Die Kommission hat nach Angaben eines Sprechers rund 130 Millionen Euro für neue Aufnahmezentren auf Lesbos und Chios eingeplant, der Großteil davon für Lesbos.

Hinzu kommen demnach bereits bewilligte 121 Millionen Euro, die Athen für den Bau von drei kleineren Aufnahmezentren auf den Inseln Samos, Kos und Leros erhalten hat. Diese Lager sollen ebenfalls bis September 2021 fertiggestellt werden.

Gholam und Fatemah und ihre Kinder haben den Brand im Lager Moria überlebt. Sie würden Lesbos gerne so schnell wie möglich verlassen.

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