Sie sind hier:

Heftige Kritik am Kompromiss - EU-Parlament stimmt für Agrarreform

Datum:

Guter Kompromiss oder Verrat am "Green Deal"? Die Meinungen zur milliardenschweren Agrarreform des EU-Parlaments gehen weit auseinander. Das sind die Eckpunkte des Beschlusses.

Die Agrarminister der EU haben sich nach fast zweitägigen Verhandlungen auf eine Reform der EU-Agrarpolitik geeinigt. Bei Umweltschützern und Grünen stößt diese auf scharfe Kritik.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Ungeachtet der Kritik von Umweltaktivisten und Naturschutzverbänden hat das Europaparlament seine milliardenschwere EU-Agrarreform verabschiedet.

Eine Mehrheit der Abgeordneten stimmte am Freitag einem Kompromiss zu - das Ergebnis mehrerer Abstimmungsrunden in dieser Woche. Die EU-Staaten hatten sich bereits am Mittwoch geeinigt. Nun können die Verhandlungen über die konkrete Umsetzung der Reform beginnen.

Direktzahlungen an Öko-Vorgaben geknüpft

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die zentral an der Ausarbeitung des Kompromisses beteiligt war, begrüßte den Ausgang der Abstimmung.

Wir verfolgen das gleiche Ziel: Ernährungssicherung wollen wir zusammenbringen mit mehr Umwelt-, Arten- und Klimaschutz in der Landwirtschaft.
Julia Klöckner (CDU), Bundeslandwirtschaftsministerin

Die Entscheidung des Parlaments sieht vor, dass künftig 30 Prozent der Direktzahlungen an Landwirte an Öko-Vorgaben geknüpft werden.

Der Naturschutzbund Deutschland kritisiert jedoch, dass die Qualitätskriterien dieser sogenannten Eco-Schemes nicht ausreichend seien.

Auf einem Feld von einem Landwirtschaftsbetrieb wird Mais für eine Biogasanlage und als Futter für Kühe gehäckselt am 09.09.2020 in Brandenburg.

Subventionen für Landwirte - Wieviel Agrarwende wagt die EU? 

Die EU will eine Agrarreform. Das Ziel: eine ökologischere Landwirtschaftspolitik. Geplante Subventionen seien dabei "ein Meilenstein", so Landwirtschaftsministerin Klöckner.

von Gunnar Krüger

Keine Alleingänge einzelner EU-Staaten

Weiter sieht die Parlamentseinigung vor, dass die EU-Staaten selbst keine höheren Standards etwa beim Tier- und Umweltschutz setzen dürfen. So sollen gleiche Wettbewerbsbedingungen garantiert werden.

Die jährlichen Direktzahlungen an Landwirte, die 60.000 Euro überschreiten, will das Parlament schrittweise kürzen. Es fordert zudem eine Obergrenze von 100.000 Euro für diese Zahlungen. Die Höhe der Agrar-Subventionen hängt weiter von der bewirtschafteten Fläche eines Betriebs ab, was Großbetriebe bevorzugt.

Die EU-Mitgliedsstaaten sollen - nach dem Willen des Parlaments - die Landwirte auffordern, zehn Prozent ihrer Fläche für Landschaftsgestaltung zu nutzen. Das Ziel: die Förderung der Artenvielfalt.

Es sei nicht akzeptabel, dass "man Millionen bekommt, nur weil man wahnsinnig viel Fläche hat", sagt die SPD-Europaparlaments-Abgeordnete Maria Noichl zu den EU-Flächenförderungen für Landwirte.

Beitragslänge:
4 min
Datum:

Deutliche Kritik von Greenpeace und WWF

Der Vorsitzende des Umweltausschusses des EU-Parlaments, Pascal Canfin, nannte das Reformpaket einen guten Kompromiss. "Das Europäische Parlament hat den Text erheblich verbessert." Norbert Lins von der CDU sagte: "Die Position des Europaparlaments für eine Agrarreform ist zeitgemäß und innovativ."

WWF-Naturschutzvorstand Christoph Heinrich zeigte sich enttäuscht: "Damit droht dem Green Deal der Kommission die Bankrotterklärung."

Europas größte Chance, die Landwirtschaft fit für die Zukunft zu machen, hat des Europäische Parlament heute fahrlässig verspielt.
Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Lasse van Aken

Die Agrar-Subventionen sind der größte Posten im EU-Budget. Für die kommenden sieben Jahre haben die EU-Staaten rund 387 Milliarden Euro vorgesehen. Die neuen Regelungen treten frühestens 2023 in Kraft.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.