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Trauer um David Sassoli - "Leidenschaftlicher Europäer mit großem Herz"

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Der Präsident des Europaparlaments, David Sassoli, ist im Alter von 65 Jahren gestorben. EU-Kollegen und politische Weggefährten zeigen sich erschüttert

Der Präsident des Europaparlaments, David Sassoli, ist tot. Der 65 Jahre alte Italiener sei am frühen Dienstagmorgen in einem Krankenhaus gestorben, sagte sein Sprecher.

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Politiker in ganz Europa haben sich bestürzt über den Tod von EU-Parlamentspräsident David Sassoli gezeigt. Der 65-Jährige starb in der Nacht zum Dienstag in einem italienischen Krankenhaus, wie sein Sprecher Roberto Cuillo auf Twitter mitteilte. Sassoli befand sich dort seit mehr als zwei Wochen "wegen einer schweren Komplikation aufgrund einer Funktionsstörung des Immunsystems" in Behandlung.

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Barley zu Sassoli: "Durch und durch Europäer"

Die Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Katarina Barley, sagte gegenüber dem ZDF:

David Sassoli war ein echter Italiener, sehr temperamentvoll, sehr verbindend, menschenzusammenführend. Jemand mit einem sehr großen Herzen, wenn man das so sagen darf.
Katarina Barley, Vizepräsidentin EU-Parlament

So habe er in der Corona-Pandemie dafür gesorgt, dass die Kantine des EU-Parlaments weiter gearbeitet habe und das Essen an Bedürftige ausgegeben wurde. In Italien habe er sich zudem sehr für die Rechte von Geflüchteten eingesetzt.

Ein sehr fröhlicher, leidenschaftlicher, durch und durch Europäer.
Katarina Barley, Vizepräsidentin EU-Parlament

EU-Ratspräsident Charles Michel nannte Sassoli einen "aufrichtigen und leidenschaftlichen Europäer. Wir vermissen schon jetzt seine menschliche Wärme, seine Großzügigkeit, seine Freundlichkeit und sein Lächeln".

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Sassoli befand sich seit dem 26. Dezember im Krankenhaus und kämpfte schon vorher seit Monaten mit seinem schlechten Gesundheitszustand, nachdem er im September eine durch Legionellen verursachte Lungenentzündung erlitten hatte. Danach verschlechterte sich sein Gesundheitszustand stetig und er war gezwungen, mehrere wichtige Gesetzgebungssitzungen zu versäumen.

Überreichte Nawalnys Tochter noch Sacharow-Preis

Dennoch blieb er so weit wie möglich bei der Arbeit. "In der letzten Dezemberwoche verschlimmerte sich die Krankheit", sagte Cuillo dem italienischen Fernsehsender Sky TG24. Dann seien die letzten Tage seines Kampfes gekommen. Sassolini hinterlässt seine Frau Alessandra Vittorini und seine Kinder Livia und Guilio.

Im Dezember noch leitete er eine Sitzung des Europäischen Parlaments, in der der wichtigste Menschenrechtspreis der EU, der Sacharow-Preis, an die Tochter des russischen Dissidenten Alexander Nawalny übergeben wurde. Dieser symbolträchtige Preis wurde zu seinem politischen Testament.

Der Sozialdemokrat hatte den Parlamentsvorsitz seit der Europawahl 2019 inne. Seine Amtszeit lief diesen Monat zur Hälfte der Legislaturperiode gemäß einer Absprache der EU-Staats- und Regierungschefs aus. Sassoli hatte bereits angekündigt, dass er nicht zur Wiederwahl antreten wollte. Nach Angaben des Parlaments sollten die Abgeordneten am kommenden Dienstag einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin bestimmen.

Von der Leyen: Sassoli war "großer Europäer"

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zeigte sich angesichts des Todes von Sassoli erschüttert. Sie erinnere sich an ihn als leidenschaftlichen Journalisten, fähigen Parlamentspräsidenten und guten Freund, schrieb von der Leyen auf Twitter:

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Italiens Kulturminister und Parteifreund Sassolis, Dario Franceschini, verabschiedete sich mit den Worten: "Ciao David, lebenslanger Freund". Auch Bundeskanzler Olaf Scholz und Finanzminister Christian Lindner reagierten bestürzt.

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Außenministerin Annalena Baerbock twitterte, der Tod Sassolis mache sie sehr traurig. "Als EP-Präsident gelang es ihm immer wieder, Gräben zu überwinden und so das Parlament als Ganzes zu stärken. Wir werden seinen überzeugten Einsatz für den menschlichen Umgang mit Geflüchteten nicht vergessen", schrieb die Grünen-Politikerin.

Seine Vitalität war sein Markenzeichen

Auch wenn Sassoli oft im Schatten von von der Leyen und Michel stand, leitete er eine Institution, die im Laufe der Jahre immer einflussreicher geworden ist und den Kurs der Europäischen Union in vielen Bereichen mitbestimmt hat, sei es in der digitalen Wirtschaft, beim Klima oder beim Brexit. Seine Vitalität und sein leichtes Lächeln waren ein Markenzeichen. 

Sassoli hatte in Erwägung gezogen, für den zweiten Teil der fünfjährigen Amtszeit, die nächste Woche beginnt, zu kandidieren, entschied sich dann jedoch, nicht für eine Wiederwahl anzutreten. In Italien war Sassoli ebenfalls geachtet.

Ministerpräsident Mario Draghi übermittelte im Namen der Regierung sein Beileid und würdigte Sassoli als "einen Mann der Institutionen, einen profunden Proeuropäer, einen leidenschaftlichen Journalisten. Sassoli war ein Symbol für Ausgewogenheit, Menschlichkeit und Großzügigkeit".

Italienischer "Mister Tagesschau"

Sassoli wurde am 30. Mai 1956 in Florenz in der Toskana geboren. Nach dem Studium der Politikwissenschaft arbeitete er als Journalist.

Er entwickelte sich schnell zum vertrauten Gesicht für Millionen Italiener, als er die Abendnachrichten im Sender Rai Uno präsentierte - eine Art italienischer "Mister Tagesschau". 2007 wurde er auch stellvertretender Direktor des Nachrichtenprogramms TG1. 2009 zog er für die sozialdemokratische Partito Democratico (PD) ins EU-Parlament ein.

Sein Aufstieg zum Präsidenten des EU-Parlaments als Nachfolger seines konservativen Landsmanns Antonio Tajani kam für viele überraschend, da Italien 2019 mit dem heutigen Regierungschef in Rom, Mario Draghi, als Chef der Europäischen Zentralbank und Federica Mogherini als EU-Außenbeauftragter noch zwei weitere Spitzenposten besetzt hatte. 

Sassoli stellte klar, dass er seine Wahl auch als Zeichen der Unabhängigkeit des Parlamentes im Machtkampf mit den Regierungen der EU-Staaten sah. "Ich bin kein Mann des Rates", sagte er nach seiner Wahl mit Blick auf die Vertretung der Mitgliedstaaten.

Amtszeit von Pandemie geprägt

Parlamentsdebatten führte der "Presidente", der sich oft in seiner Muttersprache Italienisch äußerte, mit harter Hand, jedoch ohne verbale Ausbrüche. Seine zweieinhalbjährige Amtszeit wurde durch die Corona-Pandemie geprägt. So musste er die Umstellung des Parlamentsbetriebs auf Telearbeit koordinieren. Sein Organisationstalent verschaffte ihm Respekt unter den Abgeordneten.

Als Zeichen seiner Solidarität inmitten der Krise stellte er die verwaisten Räumlichkeiten des Parlaments sowohl in Straßburg als auch in Brüssel zur Verfügung, um Mahlzeiten für bedürftige Familien zuzubereiten und ein Covid-19-Testcenter einzurichten.

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