ZDFheute

Ankaras aggressive Außenpolitik

Sie sind hier:

EU-Sondergipfel - Ankaras aggressive Außenpolitik

Datum:

Die Türkei tritt unter Erdogan immer aggressiver auf. Ein EU-Sondergipfel berät über eine geeignete Antwort auf die türkischen Erdgasbohrungen im Mittelmeer.

Thema auf dem heutigen EU-Gipfel: der künftige Umgang mit der Türkei. Nicht nur deren Streit mit Griechenland und Zypern über Gasbohrungen im östlichen Mittelmeer, auch viele andere Konflikte sehen manche in Europa als blanke Provokation.

Beitragslänge:
3 min
Datum:

Neu ist der Streit nicht. Bei seinem historischen Besuch vor drei Jahren in Athen schockierte der türkische Staatspräsident Erdogan seine griechischen Gastgeber mit der Ankündigung, der Vertrag von Lausanne, der nach dem Zusammenbruch des osmanischen Reiches 1923 die Grenzen der neuen türkischen Republik festlegte, müsse geändert werden.

Er entspreche nicht mehr den neuen Realitäten. Was griechisch ist, bleibt griechisch, so die kühle Antwort seiner Gesprächspartner. Aufgegeben hat Erdogan aber keineswegs.

Zum Start des EU-Sondergipfels stehen vor allem außenpolitische Themen wie mögliche Sanktionen gegen den belarussischen Präsidenten Lukaschenko im Fokus. ZDF-Korrespondentin Anne Gellinek zur Lage.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Türkei will Erdgas aus östlichem Mittelmeer

In den letzten Wochen ließ er den Konflikt mit den Griechen und Zyprioten um Erdgasbohrungen vor deren Küsten im östlichen Mittelmeer immer weiter eskalieren. Begleitet von der üblichen schrill-nationalistischen Rhetorik. "Wenn es ums Kämpfen geht, sind wir bereit, Märtyrer zu werden", so Erdogan.

Eine drohende militärische Auseinandersetzung wurde dann doch vorerst abgewendet. Beide Seiten wollen demnächst Sondierungsgespräche führen. Die Nato teilte am Nachmittag zudem mit, Griechenland und die Türkei hätten sich auf einen Mechanismus zur Vermeidung militärischer Zwischenfälle im östlichen Mittelmeer geeinigt.

Erdogan lässt keine Gelegenheit aus, um den Anspruch der Türkei auf große Teile des östlichen Mittelmeers zu bekräftigen.

Beitragslänge:
8 min
Datum:

Syrien, Irak, Bergkarabach: Türkei tritt zunehmend aggressiv auf

Eine Kompromissmöglichkeit, so Nele Matz-Lück, Professorin für Seerecht an der Uni Kiel, könnte die gemeinsame Ausbeutung der Ressourcen sein. Bis zur endgültigen Klärung der Grenzziehung. Doch bislang halten beide Seiten an ihren Maximalforderungen fest.

Das türkische Vorgehen im Mittelmeer ist dabei nur Teil einer neuen, aggressiven Außenpolitik der türkischen Führung unter Erdogan. Er ließ seine Armee in Nordsyrien einmarschieren und kontrolliert dort mehrere Gebiete, türkische Truppen gehen im Nordirak gegen Kurden vor, entgegen internationaler Abkommen liefert er Waffen und unterstützt die libysche Regierung in Tripolis und er kündigt Unterstützung für Aserbaidschan im jüngsten, blutigen Konflikt mit Armenien um Bergkarabach an.

Etwa drei Millionen sogenannte Deutschtürken leben in Deutschland. Darunter auch Kritiker des türkischen Präsidenten Erdogan. Viele von ihnen fühlen sich bedroht.

Beitragslänge:
28 min
Datum:

Erdogan instrumentalisiert Flüchtlinge gegen EU

Dabei nutzt Erdogan die Lücken, die US-Präsident Trump durch die Verringerung des US-Engagements in der Region geschaffen hat. Ähnlich wie Russlands Präsident Putin das macht. Die EU ist dabei, ebenso wie die NATO, deren Mitglied die Türkei ist, für den türkischen Staatspräsidenten kein Hindernis.

Ankara weiß um die Zerstrittenheit der Europäer. Und Erdogan schreckt auch nicht davor zurück, Flüchtlinge als Waffe einzusetzen und an den Grenzzaun zu Griechenland zu treiben, um Brüssel Zugeständnisse abzupressen.

Nicht erst seit der medienwirksamen Umwandlung der Hagia Sophia in Istanbul vom Museum zur Moschee inszeniert sich der türkische Staatspräsident bei alledem als wahrer Erbe des Osmanischen Reiches.

Istanbuls Hagia Sophia fand zum ersten Mal seit 86 Jahren wieder ein muslimisches Freitagsgebet statt. Demonstrativ nahm Präsident Erdogan daran teil. Wenige Tage zuvor hatte er angeordnet, das ehemalige Museum wieder als Moschee zu nutzen.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Erdogan: Wenig Rücksicht auf Washington, Berlin oder Brüssel

Auch wenn zuhause die Wirtschaft dahinsiecht und die Zustimmung der Bürger für seine Regierungskoalition nach jüngsten Umfragen stark gesunken ist. Dieser zur Schau gestellte "Neo-Osmanismus", so die Einschätzung von Kristian Brakel von der Heinrich-Böll-Stiftung in Istanbul, "ist aber eher die Ideologie, die man der Bevölkerung verkauft. Tatsächlich geht um knallharte Sicherheitsinteressen."

Die Türkei wolle sich nicht mehr an irgendein Bündnis wie die Nato, die EU, oder den Westen binden, sondern immer genau aussuchen, welcher Bündnispartner der Türkei am meisten bringe. Erdogan will eine möglichst eigenständige und starke Türkei.

Auf Washington, Berlin oder Brüssel wird er dabei nur noch bedingt Rücksicht nehmen. Für die EU-Staats- und Regierungschefs, die schon bislang keine schlüssige Strategie zum Umgang mit Ankara entwickeln konnten, dürfte das die Aufgabe nicht leichter machen.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.