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Facebook setzt Löschaktion fort

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Umfeld von Trump und Bolsonaro - Facebook setzt Löschaktion fort

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Im Kampf gegen Hassbotschaften sperrt Facebook wieder Dutzende Konten. Sie haben Bezug zu rechten Gruppen und zum Umfeld von Jair Bolsonaro und Donald Trump.

Facebook Schriftzug durch eine Brille fotografiert
Große Firmen stoppten ihre Werbung auf Facebook und trafen damit das Netzwerk an empfindlicher Stelle.
Quelle: dpa

Facebook geht nach eigener Auskunft gegen Mitarbeiter des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro vor und gegen einen früheren Berater von US-Präsident Donald Trump. Das Online-Netzwerk teilte am Mittwoch (Ortszeit) mit, ein Desinformationsnetzwerk von brasilianischen Konten gesperrt zu haben, die spalterische politische Botschaften verbreitet hätten.

Sie werden Personen zugeordnet, die für Bolsonaro sowie dessen Söhne Eduardo und Flavio gearbeitet haben sollen. Es gehe um mehr als 80 Konten auf Facebook und dem konzerneigenen Videodienst Instagram.

Auch Trump-Berater im Visier

Außerdem gab Facebook bekannt, 50 persönliche und geschäftliche Seiten gelöscht zu haben, die mit dem langjährigen Trump-Berater Roger Stone in Verbindung gebracht werden. Stone und seine Partner hätten gefälschte Konten und Follower genutzt, um Stones Bücher und Beiträge anzupreisen.

Trumps ehemaliger Wahlkampfberater wurde in Zusammenhang mit der Russlandaffäre nach der Präsidentenwahl 2016 wegen Falschaussage vor dem Kongress und Zeugenmanipulation zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Er soll diese kommende Woche antreten.

Rechtsextreme Konten ebenfalls gelöscht

Gelöscht wurden auch etliche Konten mit Verbindungen zu einer rechtsextremen Hassgruppe Bei der betroffenen rechten Gruppe handelt es sich um die sogenannten Proud Boys. Von Facebook war sie bereits 2018 mit einer Sperre belegt worden. Doch hatten Unterstützer der Organisation versucht, die Maßnahme mit der Erstellung neuer Seiten oder Konten zu umgehen.

Es ist schon das dritte Mal binnen weniger Monate, dass Facebook die Löschung von Inhalten mit Bezug zu Proud Boys bekanntgab. Ein Netzwerk, das sowohl mit der Hassgruppe als auch mit Stone in Verbindung stand, habe über Fake-Konten Posts über Lokalpolitik in Florida abgesetzt, hieß es weiter. Aktiv seien die Accounts vor allem zwischen 2015 und 2017 gewesen.

Facebooks Cybersicherheits-Chef Nathaniel Gleicher sagte, die Löschungen zeigten, dass Praktiken wie im Falle Stones nicht geduldet werden würden:

Wir gehen davon aus, dass weitere politische Akteure diese rote Linie überschreiten werden und koordinierte unechte Auftritte nutzen, um die öffentliche Debatte zu beeinflussen.
Nathaniel Gleicher, Facebook

Facebook sieht sich mit zunehmendem Druck konfrontiert, stärker gegen Hassrede und Falschinformationen vorzugehen. Auf Initiative von Bürgerrechtsgruppen haben sich zahlreiche Firmen einem einmonatigen Werbeboykott angeschlossen.

Archiv, USA, Oklahoma, Tulsa: Mitglieder der Boogaloo beobachten eine Demonstration.

Facebook löscht Accounts -
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von Katja Belousova
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