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Desinformation auf Facebook : Meta löscht größtes russisches Fake-Netzwerk

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Tech-Gigant Meta hat ein europaweites pro-russisches Netzwerk auf Facebook und Instagram entfernt. Recherchen von ZDFheute und t-online hatten die gefälschten Seiten aufgedeckt.

Illustration: Fake News und Facebook
Pro-russische Desinformation nach ZDFheute-Recherche aufgeflogen: Facebook löscht Tausende Fake-Konten. (Symbolbild)
Quelle: imago

Es sei die "größte und komplexeste Operation russischer Herkunft", die man seit Beginn des Ukraine-Kriegs ausgehoben habe. Der Netzgigant Meta, das Unternehmen hinter den sozialen Netzwerken Facebook und Instagram, hat nach eigenen Angaben eine großangelegte Kampagne gestoppt, die russische Desinformation in ganz Europa verbreiten sollte.

Wir haben ein großes, aus Russland stammendes Netzwerk offline genommen, das primär Deutschland, aber auch Frankreich, Italien, die Ukraine und das Vereinigte Königreich zum Ziel hatte.
Meta-Untersuchungsbericht

"Die Operation begann im Mai dieses Jahres und kreiste um ein ausgedehntes Netzwerk von über 60 Webseiten, die mit großem Aufwand vorgaben, echte Nachrichtenseiten aus Europa zu sein", schreibt Meta in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht. Betroffen waren Nachrichtenseiten wie der "Spiegel", "Guardian" oder "Bild".

Das Netzwerk flog erstmals auf, als "t-online" und ZDFheute Ende August darüber berichteten. In der Folge startete Meta seine interne Untersuchung. Die Recherche können Sie hier nachlesen:

Eine gefälschte Propaganda-Fake-Seite

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von Oliver Klein

So hat das russische Fake-Netzwerk funktioniert

Die Kampagne sollte in Deutschland und anderen Ländern Angst vor möglichen Auswirkungen der Russland-Sanktionen und Flüchtenden aus der Ukraine schaffen. "Sanktionen gegen Russland schaden nur Deutschland", heißt es in einem Video, das auf einer Fake-Webseite im "Spiegel"-Design veröffentlicht wurde.

"T-online" und ZDFheute konnten im August mehr als zwei Dutzend gefälschte Nachrichtenseiten identifizieren, der neue Meta-Bericht zählt nun mehr als 60 gefälschte Webseiten auf. Die meisten Inhalte sind inzwischen nicht mehr online.

Artikel und Videos wurden im Anschluss mit ebenfalls gefälschten Nutzerkonten auf Plattformen wie Facebook verbreitet - etwa indem sie Kommentare mit Links zu den Webseiten auf großen Facebook-Seiten hinterließen.

Wie wirkt Russlands Propaganda?

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Über 100.000 US-Dollar für Werbung ausgegeben

Zur Größe des Netzwerks veröffentlichte Meta einige Eckdaten. Gelöscht habe man:

  • Facebook: 1.633 Nutzerkonten, 703 Seiten mit rund 4.000 Followern, eine Gruppe mit weniger als 10 Mitgliedern
  • Instagram: 29 Nutzerkonten mit rund 1.500 Followern

Laut Meta habe das pro-russische Netzwerk auch rund 105.000 US-Dollar für Werbung auf Facebook und Instagram ausgegeben, um die Inhalte zusätzlich zu verbreiten. Details, von wem das Geld stammt, nannte Meta nicht. Auch wie viele Menschen die Desinformation insgesamt zu Gesicht bekommen haben, teilte das Unternehmen nicht mit.

"(…) ein Großteil der Konten, Seiten und Anzeigen wurden von unseren automatisierten Systemen erkannt und entfernt, noch bevor wir unsere Untersuchung begonnen haben", schreibt Meta.

Forscher und Netzaktivisten kritisieren Meta immer wieder dafür, an der Verbreitung von Desinformation im Netz indirekt mitzuverdienen. 2018 gehörte Meta zu den Unterzeichnern des EU-Aktionsplans gegen Desinformation, worin sich der Konzern unter anderem zu einem aktiven Vorgehen gegen Desinformation verpflichtete; aktuell arbeitet die EU an einer Verschärfung der Auflagen.

Ein wirkungsvoller Krieg ohne Waffen: Internetnutzende bekämpfen russische Fakenews mit Humor und echten Argumenten. Denn es gibt massenhaft gefälschte Nachrichtenseiten.

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Kommt das Netzwerk sicher aus Russland?

Wer genau hinter der Kampagne steckt, kann weiterhin nicht sicher gesagt werden. Meta geht von einer Kampagne aus Russland aus, nennt im Bericht jedoch nur wenige Details dazu. Etwa hätten in mehreren Fällen russische Botschaften in Europa und Asien Inhalte des Netzwerkes verbreitet. Man habe keine Verbindungen zu bereits bekannten Fällen und Netzwerken identifizieren können, so ein Meta-Mitarbeiter bei der Vorstellung des Berichts.

Auch "t-online" und ZDFheute stießen auf Hinweise, die auf eine russische Herkunft der Inhalte deuten. So waren in einem Fall Bildunterschriften in kyrillischer Schrift und auf mehreren Seiten im Hintergrund Analyse-Tools der russischen Suchmaschine Yandex verbaut.

An der Suche nach den Urhebern sind laut Informationen von "t-online" inzwischen auch Verfassungsschutz und BND beteiligt. Das Bundesinnenministerium (BMI) hatte Ende August besorgt auf die Recherchen reagiert. Die erfundenen Nachrichten "verfolgen das Ziel, Vertrauen in Politik, Gesellschaft und staatliche Institutionen zu untergraben", sagte ein BMI-Sprecher. Der Fall zeige "exemplarisch das Ausmaß pro-russischer Propaganda und Desinformation in Deutschland".

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31.01.2023
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