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Nach 43 Jahren Betriebszeit - AKW Fessenheim ist endgültig abgeschaltet

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Der zweite und letzte Reaktor des ältesten französischen Atomkraftwerk ist vom Netz. Bis 2023 sollen die abgebrannten Brennelemente entfernt sein und ein Modellprojekt entstehen.

Aus nach 43 Jahren: Das älteste französische Atomkraftwerk im elsässischen Fessenheim nahe Freiburg im Breisgau ist endgültig abgeschaltet, wie der Betreiber EDF mitteilte. Damit endet ein langer Streit mit Deutschland und der Schweiz.

AKW Fessenheim war seit 1977 in Betrieb

EDF hatte mehrere Stunden früher als erwartet mit dem Herunterfahren des Reaktors im Elsass begonnen. Der erste Reaktor wurde bereits im Februar abgeschaltet. Die beiden 900-Megawatt-Reaktoren in Fessenheim wurden 1977 in Betrieb genommen.

Erleichterung in Deutschland und der Schweiz

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron war mit dem Aus für das rund 30 Kilometer südwestlich von Freiburg gelegene Atomkraftwerk langjährigen Forderungen aus Deutschland und der Schweiz nachgekommen. Beide Länder waren besorgt über häufige Störfälle und das Erdbebenrisiko am Oberrhein.

Die Bundesregierung und Baden-Württemberg begrüßen die Abschaltung. Von "Erleichterung" spricht der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt und sagt:

Frankreich hat seit Inbetriebnahme des Atomkraftwerks vor 43 Jahren mit dem Risiko gelebt, eine ganze Region unbewohnbar zu machen.
Olaf Bandt, Vorsitzender BUND

Ursprünglich war die Abschaltung bereits Ende 2016 geplant, der damalige Staatschef François Hollande hielt seine Zusage aber nicht ein. Paris begründete dies damals mit Verzögerungen beim Bau eines neuen Reaktors im nordfranzösischen Flamanville.

Frankreich baut weiter auf Atomstrom

In Frankreich werden nach der kompletten Abschaltung des Atomkraftwerk Fessenheim noch 56 Druckwasserreaktoren in Betrieb sein. Nach Angaben des Netzbetreibers RTE standen sie im vergangenen Jahr für rund 71 Prozent der Stromproduktion. Das ist mit Abstand der größte Anteil weltweit.

Abbau des AKW dauert noch Jahre

Nach dem Abschalten des letzten Reaktors in Fessenheim wird es noch bis 2023 dauern, bis die abgebrannten Brennelemente entfernt sind. Bis zum endgültigen Abbau der Druckwasserreaktoren dürften weitere 17 Jahre vergehen.

Auf dem Akw-Gelände soll nach dem Willen von Deutschland und Frankreich ein Modellprojekt entstehen. Im Gespräch waren zuletzt unter anderem eine Solaranlage oder ein Industriepark. Die Gemeinde Fessenheim hingegen bedauert, dass es "keine kurzfristige Perspektive für die Arbeitsplätze gibt".

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