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Festakt in Halle an der Saale - Merkel fordert Einsatz für die Demokratie

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Beim zentralen Festakt zum Tag der Deutschen Einheit rief Angela Merkel zur Verteidigung der Demokratie auf. Und erzählte von ihren persönlichen Erfahrungen als Ost-Deutsche.

Merkel hat zum Jahrestag der Deutschen Einheit zum Einsatz für die Demokratie aufgerufen. "Demokratie ist nicht einfach da. Sondern wir müssen immer wieder für sie miteinander arbeiten."

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20 min
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In der fünften und vermutlich letzten Rede als Bundeskanzlerin rief Angela Merkel (CDU) zum Tag der Deutschen Einheit zur entschiedenen Verteidigung der Demokratie auf:

Demokratie ist nicht einfach da. Sondern wir müssen immer wieder für sie miteinander arbeiten, jeden Tag.
Bundeskanzlerin Angela Merkel

Manchmal, so fürchte sie, werde mit den demokratischen Errungenschaften etwas zu leichtfertig umgegangen. In dieser Zeit seien zusehends Angriffe auf so hohe Güter wie die Pressefreiheit zu sehen. Zu erleben sei eine Öffentlichkeit, in der mit Lügen und Desinformation, Ressentiments und Hass geschürt würden. "Da wird die Demokratie angegriffen", sagte Merkel. Daher stehe nicht weniger als der gesellschaftliche Zusammenhalt auf dem Prüfstand.

Der Festakt in voller Länge:

Bundeskanzlerin Merkel rief in ihrer Festrede dazu auf, die Demokratie zu schützen.

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81 min
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Mit sehr persönlichen Beispielen wies die Bundeskanzlerin auch auf anhaltende Missverständnisse in der gegenseitigen Wahrnehmung von Ost und West hin. Noch heute müssten sich etwa Ostdeutsche ihrer Generation für ein Leben in der DDR als biografischer "Ballast" rechtfertigen. Die Gestaltung der Einheit des Landes sei kein abgeschlossener Prozess. Die Zukunft müsse gemeinsam geformt werden und Herkunft dürfe nicht gegen einen Menschen veranschlagt werden.

Merkel spricht von eigenen Erfahrungen mit der Mauer

Die Kanzlerin erzählte von ihren eigenen Erfahrungen mit der Mauer, der Unfreiheit und der Enge in der DDR-Diktatur. Sie verwies auch auf heutige Angriffe auf Menschen, die sich für das Gemeinwohl einsetzten wie Feuerwehrleute und Kommunalpolitiker.

Die verbale Verrohung und Radikalisierung, die da zu erleben sind, dürfen nicht nur von denen beantwortet werden, die ihr zum Opfer fallen, sondern müssen von allen zurückgewiesen werden.
Bundeskanzlerin Angela Merkel

Denn allzu schnell mündeten verbale Attacken in Gewalt. "Wir müssen uns ehrlich fragen, wie wir miteinander umgehen wollen und wie wir Vorurteilen und Unwissenheit entgegen wirken können." Denn Vielfalt und Unterschiede seien "Ausdruck gelebter Freiheit".

In ihrer Rede zum Tag der Deutschen Einheit wurde Bundeskanzlerin Merkel ungewohnt persönlich. Sie kritisierte offen den Umgang vieler im Westen mit den Biografien der ehemaligen DDR-Bürger - auch ihrer eigenen.

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Standing Ovations für die Kanzlerin

Merkel erinnerte an den mutigen Einsatz vieler Menschen in der DDR bei der friedlichen Revolution 1989/90. Man dürfe nie vergessen, dass es auch anders hätte ausgehen können. Sie würdigte zudem die Demokratiebewegungen in Osteuropa und die Unterstützung der westlichen Partner auf dem Weg zur deutschen Vereinigung.

Für die emotionale Ansprache gab es langen Applaus und Standing Ovations für Angela Merkel.

Appell für stärkere Zivilgesellschaft

Als Spitzenvertreter der Verfassungsorgane nahmen an den Feierlichkeiten in Halle an der Saale unter anderem auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) teil. Sachsen-Anhalt hat aktuell den Vorsitz im Bundesrat inne und richtet deshalb in diesem Jahr die Feiern zum 31. Tag der Deutschen Einheit aus.

Mehr als drei Jahrzehnte sind West- und Ostdeutschland nun wieder vereint. Doch wie sehr sind die grenznahen Regionen ost- und westdeutscher Bundesländer inzwischen wieder zusammengewachsen und was trennt bis heute - auch in den Köpfen der Menschen?

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Den Auftakt machte ein ökumenischer Gottesdienst in der Pauluskirche, der von den leitenden Geistlichen der christlichen Kirchen in Sachsen-Anhalt, einem Rabbiner und einem Vertreter des Dachverbandes islamischer Gemeinden gestaltet wurde.

Auch der katholische Bischof Gerhard Feige vom Bistum Magdeburg beklagte in seiner Predigt eine Zunahme von Ressentiments, Hass und Verleumdungen in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung. Es brauche eine noch stärkere Zivilgesellschaft. Er fürchte weniger eine "Überfremdung von außen" als eine "Entmenschlichung von innen".

Tatsächlich tun sich in letzter Zeit (...) Abgründe auf, die ich nicht mehr für möglich gehalten hätte.
Bischof Gerhard Feige

Wegen Corona: Kein mehrtägiges Bürgerfest, kein Abschlussfeuerwerk

Zum Abschluss der Feierlichkeiten startet am Abend eine Multimedia- und Drohnenshow mit 200 Drohnen, die das traditionelle Abschlussfeuerwerk ersetzt. Wegen der Corona-Pandemie gibt es zum Jahrestag der Einheit wie schon im vergangenen Jahr kein dreitägiges Bürgerfest mit hunderttausenden Besuchern, sondern ein sehr eingeschränktes Programm.

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