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Klöckners Fleischgipfel nur ein "Show-Event"?

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Kritik von Grünen und DGB - Klöckners Fleischgipfel nur ein "Show-Event"?

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Hofreiter spricht von einem "Show-Event", DGB-Vorstand Piel erwartet nicht viel: Das Fleischindustrie-Treffen bei der Landwirtschaftsministerin wird vor Beginn heftig kritisiert.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner berät sich in der Debatte um Billigfleisch mit Vertretern der Fleischindustrie. Neben den Dumpingpreisen geht es dabei auch um das Tierwohl.

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Das für Freitag angesetzte Branchengespräch zur Nutztierhaltung und Fleischindustrie bei Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat schon im Vorfeld massive Kritik ausgelöst.

Der DGB und die Grünen sprachen von einer bloßen "Show"-Veranstaltung. Das Treffen war nach der Serie von Coronavirus-Ausbrüchen unter Mitarbeitern von Schlachthöfen anberaumt worden.

DGB: Arbeitsbedingungen bei Fleischgipfel nicht im Vordergrund

Das Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Anja Piel, monierte, dass erst "auf Nachhaken" und "in letzter Minute" Vertreter der Beschäftigten eingeladen worden seien. Offenbar solle eine nachhaltige Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten der Fleischbranche nicht im Vordergrund stehen, sagte Piel der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Neben Arbeitnehmervertretern nehmen Vertreter der Land- und Ernährungswirtschaft, der Schlachtereien, des Lebensmittelhandels und der Verbraucher an dem Treffen bei Klöckner teil. Auch das Kartellamt, Tierschützer und Veterinäre sind eingeladen.

Der Rumäne Alberto Gogu arbeitet bereits seit zwölf Jahren regelmäßig in Deutschland als Gastarbeiter. Doch die katastrophalen Zustände, die er bei Tönnies erleben musste, veranlassten ihn jetzt zur Flucht.

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Klöckner will Tierwohl fördern

Klöckner erklärte im Vorfeld, erforderlich sei eine Neujustierung der Tierhaltung in Deutschland. Notwendig seien mehr Tierwohl, bessere Preise sowie faire Arbeitsbedingungen. Fleisch und Wurst seien oft zu billig.

"Kaum ein anderes europäisches Land sticht so hervor mit Dumpingpreisen, mit Lockangeboten für Fleisch", sagte sie am Freitag im ARD-"Morgenmagazin".

Rumänien fordert wegen der Corona-Ausbrüche einen besseren Schutz seiner Staatsbürger in deutschen Schlachthöfen. Dazu ZDF-Korrespondent Thomas Münten.

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"Wenn wir als Staat Geld in die Hand nehmen, muss mehr Tierwohl gefördert werden", sagte die Ministerin. Dies gelte auch für den Umbau von Ställen, wenn dies dem Tierwohl diene. Zudem strebt Klöckner an, dass künftig mehr dezentrale Schlachtereien geschaffen werden.

Hofreiter: Fleischgipfel bloß "Show-Event"

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter forderte ein "grundlegendes Umsteuern in der gesamten Kette". Nötig seien "bessere Gesetze, gezielte Förderung und mehr Transparenz". Hofreiter warf Klöckner vor, sie lade zu einem "bloßen Show-Event" ein, von dem "außer schönen Bekenntnissen" wenig zu erwarten sei.

[2002 wurde der Tierschutz als Staatsziel im deutschen Grundgesetz verankert. Doch geht es den Tieren jetzt besser? Sehen Sie hier eine Doku zum Thema.]

Bund will Werkverträge in Schlachthöfen verbieten

DGB-Vorstand Piel appellierte an die Bundesregierung, die anvisierten Reformen in der Fleischindustrie "schnell und rechtssicher" umzusetzen. Die Bundesregierung will die Werkverträge in Schlachthöfen verbieten lassen.

Ein Kabinettsbeschluss sieht vor, die Werkverträge ab 1. Januar 2021 zu untersagen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will dies jedoch vorziehen.

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