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"Die humanitäre Situation ist katastrophal"

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Berliner Senator Geisel zu Moria - "Die humanitäre Situation ist katastrophal"

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Deutschland muss den Flüchtlingen in Griechenland jetzt unmittelbar helfen, sagt der Berliner Innensenator Andreas Geisel. Das Grundproblem könne aber nicht alleine gelöst werden.

Berlins Innensenator Geisel im "heute-journal"

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1.553 zusätzliche Flüchtlinge will die Bundesregierung nach dem Brand im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos aufnehmen. Humanitäre Hilfe sei notwendig, sagt der Berliner Innensenator Andreas Geisel im "heute-journal".

Geisel: Deutschland muss helfen

Der Bund müsse handeln. "Wir fordern seit Herbst vergangenen Jahres vermehrt Herrn Seehofer zu handeln und jetzt sind die Ereignisse eskaliert." Die humanitäre Situation sei katastrophal. Er freue sich, dass Deutschland eine signifikante Zahl aufnehmen werde.

Es muss unmittelbar geholfen werden. Vor allem Menschen, die krank sind, zu vulnerablen Gruppen gehören, oder Familien muss jetzt unbedingt geholfen werden, weil es Auswirkungen auf die Kinder hat.
Andreas Geisel, Berliner Innensenator

Hauptsächlich würden jetzt aber wohl Flüchtlinge aufgenommen, die nicht in Moria, sondern bereits mit abgeschlossenem Asylverfahren auf dem Festland sind. "Die griechischen Behörden sagen auch: Wer von den Inseln aufs Festland gebracht wird, wird nicht in Deutschland entschieden, sondern in Griechenland."

Moria und die Schuld Europas

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7 min
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Griechische Behörden wollen kein falsches Zeichen setzen

Und Griechenland würde vor allem über die asylberechtigten Flüchtlinge am Festland reden. Wenn Deutschland da helfen könne, sei das völlig in Ordnung, aber: "Die griechischen Behörden sagen, das sie an dieser Stelle kein Zeichen setzen wollen für die anderen griechischen Inseln, dass sich Brandstiftung oder ähnliches lohnen würde."

Auf die Frage, wie ihm die schon vor dem Brand chaotische Lage in Moria erklärt wurde, nennt Geisel die Situation differenzierter. Die Situation in Moria sei nicht die letzten fünf Jahre lang so schwierig gewesen wie jetzt und es seien auch Größenordnungen von Menschen durch Asylverfahren gelaufen. So seien von den ursprünglich rund 20.000 Personen dort 7-8.000 aufs Festland gebracht worden.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass Moria ursprünglich ausgerichtet war auf 2.500 Menschen. Und ein Lager, das auf 2.500 Menschen ausgerichtet ist, das ist mit 20.000 überfüllt und auch mit 12.000 überfüllt.
Andreas Geisel, Berliner Innensenator

Deutschland soll auf Europa einwirken

Deutschland könne helfen, sagt Geisel, und er sei "der Überzeugung, dass wenn man helfen kann, man auch helfen muss." Aber: "Die Situation kann nicht von Deutschland allein gelöst werden oder dadurch gelöst werden, dass einige Städte sich bereit erklären, Flüchtlinge aufzunehmen. Da ist die deutsche EU-Ratspräsidentschaft gefordert, koordinierend auf Europa einzuwirken."

Der Schlüssel liege besonders bei der Türkei, weil von dort Flüchtlingszuwächse gesteuert werden könnten. Darum müsse auch mit der Türkei gesprochen werden. "Das geht nicht über Frontex oder Abwehrmaßnahmen, dafür sind die Inseln viel zu nah am türkischen Festland, teilweise 800 Meter. Solange Flüchtlinge nachrücken, haben wir das Problem."

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