Sie sind hier:

Aufruf an Bundesregierung - Forderung nach mehr Flüchtlings-Aufnahmen

Datum:

Die Bundesregierung soll mehr Flüchtlinge aus Griechenland aufzunehmen. Das fordern zahlreiche Verbände wie Amnesty International, Caritas, Diakonie oder die AWO.

Eine Frau schiebt einen Kinderwagen duch eine Zeltstadt aus weißen Planen.
Menschenrechtler und Hilfsorganisationen fordern, mehr Flüchtlinge aus Lagern in Griechenland nach Deutschland zu holen.
Quelle: Reuters

In einer gemeinsamen Erklärung haben mehrere Menschenrechtsorganisationen und Sozialverbände die Bundesregierung aufgerufen, weitere Geflüchtete aus Griechenland aufzunehmen. Die Bundesregierung solle sich außerdem für eine gemeinsame europäische Lösung einsetzen.

Noch immer seien besonders schutzbedürftige Menschen wie Kinder in Lagern auf den griechischen Inseln untergebracht, "denen Deutschland helfen kann und muss". Die Initiativen veröffentlichten ihre Forderungen direkt vor Beginn der Sitzung der EU- Justiz- und Innenminister am Dienstag.

Forderungen von 14 Organisationen

Insgesamt 14 Organisationen unterstüzten die Erklärung, darunter Amnesty International, Diakonie, Caritas, AWO, der Paritätische Gesamtverband, Ärzte ohne Grenzen, Pro Asyl und Save the Children.

Trotz erheblicher Geldzahlungen und Hilfslieferungen sind die Lebensumstände für Geflüchtete in den Hotspots auf den griechischen Inseln weiterhin katastrophal.
Gemeinsamer Appell mehrerer Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen

Es fehle vor allem an angemessenen Unterkünften und medizinischer Versorgung. Verbunden mit der Asylpolitik der griechischen Regierung machte dies eine menschenwürdige Aufnahme vor Ort nicht möglich, betonten die Organisationen

"Tragende Rolle" Deutschlands

Auf europäischer Ebene beteiligten sich derzeit sechzehn europäische Staaten an den Aufnahmen aus Griechenland, heißt es in der Erklärung. Deutschland habe in diesem Prozess eine tragende Rolle inne. "Angesichts der akuten Notsituation vor Ort verbietet es sich, neue Aufnahmen von europäischen Programmen abhängig zu machen", erklärten die Organisationen und Verbände.

Lange durften keine Journalisten ins Flüchtlingslager Kara Tepe auf Lesbos – bis jetzt. EU-Innenkommissarin Johansson will unterdessen neue Camps unter EU-Verwaltung.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

"Angesichts des enormen und im europäischen Vergleich einzigartigen zivilen Engagements für weitere Aufnahmen in Deutschland sollte die Bundesregierung weiterhin vorangehen und Schutzsuchende in geordneten, menschenwürdigen Aufnahme- und Unterbringungsverfahren helfen", erklärten die Verbände.

"Freiheitsentzug" an der Außengrenze

Sie wandten sich zudem gegen Grenzverfahren an den europäischen Außengrenzen. "Mit großer Sorge sehen wir den Bau quasi-geschlossener Zentren an [den] EU-Außengrenzen, die von der EU-Kommission und Griechenland als 'Pilot-Projekte' vereinbart wurden", hieß es in der Erklärung.

Faire Asylverfahren seien unter diesen Bedingungen nicht möglich und Freiheitsentzug an der Außengrenze verschlimmere "die Situation der Perspektiv- und Rechtlosigkeit".

Deutschland: Mehr 2.700 Menschen aufgenommen

Deutschland hatte Mitte April die zugesagte Aufnahme von Flüchtlingen aus Griechenland abgeschlossen. Laut Bundesinnenministerium nahm Deutschland innerhalb eines Jahres mehr als 2.700 Menschen auf.

Die Bundesregierung hatte sich unter anderem nach dem verheerenden Brand im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos zur Aufnahme weiterer Flüchtlinge bereit erklärt.

Nach dem Brand auf Lesbos - "Zum ersten Mal keine Sorgen um die Kinder" 

Heute ist der letzte Flieger mit Geflüchteten, die die Bundesregierung nach dem Brand in Moria ausfliegen wollte, gelandet. Wir haben eine Familie begleitet, die es geschafft hat.

Videolänge
1 min
von Julia Theres Held
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.