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Griechisch-türkische Grenze - Frontex rechnet mit neuem Flüchtlingsstrom

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Die Strecke über die Türkei nach Griechenland und Bulgarien ist laut Frontex wieder die aktivste Migrationsroute nach Europa. Die Grenzschützer warnen vor einer neuen Eskalation.

Migranten marschieren im März nahe der türkisch-griechischen Grenze. Nach den europaweiten Öffnungen rechnet die EU-Grenzschutzagentur Frontex nun mit einem neuen Flüchtlingsstrom.
Migranten nahe der türkisch-griechischen Grenze im März: Frontex rechnet mit einem neuen Flüchtlingsstrom.
Quelle: AP

Im März kam es an den Grenzen zwischen Griechenland und der Türkei immer wieder zu politisch motivierten Eskalationen aufgrund der Flüchtlingskrise. Der Chef der EU-Grenzschutzagentur Frontex, Fabrice Leggeri, befürchtet, dass sich diese Bilder bald wiederholen könnten. Das sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Sollte die Türkei eine ähnliche Situation wie im März heraufbeschwören, würde Frontex sein Personal in Griechenland kräftig aufstocken.
Fabrice Leggeri, Frontex

Bei "Krisensituationen" könnte die Agentur bis zu 1.500 Grenzbeamte schicken, so der Frontex-Chef weiter. Derzeit sind 600 Frontex-Kräfte in Griechenland im Einsatz: an der Landgrenze zur Türkei, in der Ägäis und auf den Inseln.

Schüsse an der türkisch-griechischen Grenze

Die Türkei befinde sich in einer "heiklen geopolitischen Lage", sagte Leggeri. "In den letzten Monaten haben türkische Grenzpolizisten am Evros mindestens fünfmal Richtung Griechenland geschossen - verletzt wurde dabei aber niemand", so Leggeri. Griechische Ordnungshüter, die dort mit Frontex-Beamten gearbeitet hätten, hätten sich aber bedroht gefühlt.

Archiv: Flüchtlinge gehen am 28.10.2015 hinter der deutsch-österreichischen Grenze in Wegscheid (Bayern) zu einer Notunterkunft

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Erdogan macht Druck auf die EU

Ende Februar hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärt, die Grenzen zur EU seien offen. Er wollte damit Druck auf die Gemeinschaft ausüben, um mehr Geld für die Betreuung von rund vier Millionen Flüchtlingen im eigenen Land zu überweisen. Daraufhin machten sich Zehntausende Migranten auf den Weg zur Grenze nach Griechenland.

Laut Frontex werden die Flüchtlingszahlen wieder ansteigen. "Nach den in vielen Ländern vorgenommenen Lockerungen der Corona-Maßnahmen rechnen wir mit einer starken Zunahme der Flüchtlingszahlen Richtung Europa", sagte Leggeri.

Asylanträge an den Außengrenzen prüfen

Er kritisierte das gegenwärtige Asylsystem der EU. "Asylanträge sollten schon an den Außengrenzen geprüft werden", forderte er. "Die Asylbewerber sollten möglichst schnell Bescheid bekommen, ob sie den Flüchtlingsstatus erhalten oder nicht. Bei einer negativen Asyl-Entscheidung müssen die Migranten sofort abgeschoben werden."

Im aktuellen Mai-Bericht ermittelte Frontex auf den Hauptmigrationsrouten in Europa fast 4.300 unerlaubte Grenzübertritte, rund dreimal so viele wie im Vormonat. Die Strecke über die Türkei nach Griechenland oder Bulgarien war demnach erneut die "aktivste Migrationsroute nach Europa". Hier stellte Frontex im Mai 1.250 irreguläre Grenzübertritte fest, achtmal so viele wie im April.

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