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Idlib: Eine halbe Million Flüchtlinge seit Dezember

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Umkämpfte Region in Syrien - Idlib: Eine halbe Million Flüchtlinge seit Dezember

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Massenflucht in Syrien: Mehr als 520.000 Menschen sind laut UNO in den letzten zwei Monaten vor den Kämpfen in Idlib geflohen. Die meisten Flüchtlinge seien Frauen und Kinder.

Syrien: Frauen und Kinder fliehen aus Idlib.
Über 520.000 Menschen sind in den vergangenen zwei Monaten aus Idlib geflohen.
Quelle: AP

Im Nordwesten Syriens ist es binnen zwei Monaten zu einer Massenflucht gekommen. Seit dem 1. Dezember seien 520.000 Menschen vor einer Offensive syrischer Regierungstruppen und deren russischem Verbündeten in Idlib geflohen, sagte David Swanson, Sprecher des UN-Büros für humanitäre Hilfe (Ocha). Rund 80 Prozent der Geflüchteten seien Frauen und Kinder.

UNO spricht von "schrecklicher" Lage in Idlib

Weiteren 280.000 Menschen in der Region drohe die Vertreibung, so UN-Sprecher Jens Laerke. Als "schockierend und entsetzlich" bezeichnen UN-Mitarbeiter die anhaltenden Kämpfe im Nordwesten Syriens. Kinder, Frauen und Männer seien einem täglichen Bombardement aus der Luft und Artilleriebeschuss ausgesetzt. Die Geflohenen bräuchten dringend Unterkünfte, Lebensmittel, Wasser, Gesundheitsversorgung und Schutz, erklärte der UN-Sprecher.

In der nordsyrischen Provinz griffen Regierungstruppen türkische Stellungen im Rebellengebiet an. Am Montag dann der Gegenangriff der Türkei. Ankara spricht von 76 getöteten syrischen Soldaten.

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Da die Türkei ihre Grenze für Flüchtlinge aus Syrien gesperrt hat, harren die meisten Geflohenen in den umkämpften Gebieten aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte vor dem Ausbruch von Epidemien in dem Gebiet - dort herrschten katastrophale hygienische Bedingungen. Masern, Durchfall und andere Krankheiten könnten sich unter diesen Bedingungen schnell ausbreiten.

Die jüngste Fluchtbewegung in der Winterzeit verschlechtere eine bereits "schreckliche" humanitäre Lage in der Region, erklärte Swanson. Bereits zwischen April und Ende August seien mehr als 400.000 Menschen durch die Kämpfe vertrieben worden, viele von ihnen mussten demnach mehrmals flüchten.

Kampf um das letzte große Rebellengebiet

Seit April 2019 rücken die Armee von Präsident Baschar al-Assad, das russische Militär und verbündete Milizen in der von Rebellen gehaltenen Provinz Idlib vor. Vor zwei Monaten hatten die syrische Armee und ihr Verbündeter Russland die Artillerie- und Luftangriffe auf die Region verstärkt und zuletzt größere Geländegewinne für sich verbucht. Die Provinz ist das letzte große Rückzugsgebiet für überwiegend islamistische Rebellen in Syrien. In der Region leben nach Schätzungen rund drei Millionen Menschen.

Der Syrien-Krieg begann 2011 mit einem Volksaufstand gegen Assad. Rebellen und Terrorgruppen eroberten weite Teile des Landes. Mit Hilfe Russlands und des Irans gewann Assad die meisten Gebiete zurück. In die Kämpfe griffen auch die USA, die Türkei und weitere Länder ein.

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