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Bundesministerin bei "Lanz" : Schulze: "Putin setzt diese Kinder ein"

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Die Zahl der Geflüchteten aus der Ukraine steigt. Entwicklungsministerin Schulze will Hilfe ausbauen. Migrationsforscher Knaus fordert bei "Lanz", dass EU und G7 gemeinsam handeln.

Zu den humanitären Folgen des Ukraine-Krieges, zur weltweiten Lebensmittelsicherheit, zu den sicherheitspolitischen Herausforderungen Deutschlands sowie Chinas Blick auf den Krieg

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Es gibt ukrainische Kinder, die gehen schlicht verloren. Sie werden auf der Flucht aus dem Kriegsland Ukraine von ihrer Mutter getrennt und können sie nicht wiederfinden. Das berichtete Svenja Schulze (SPD), Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, bei "Markus Lanz".

Schulze war erst am Montag an der rumänisch-ukrainischen Grenze. Man sehe in erster Linie Frauen mit Kindern. Die Frauen hätten tagelange Flucht hinter sich, seien am Ende ihrer Kräfte:

Die Situation ist wirklich erschreckend.
Svenja Schulze, Entwicklungsministerin

Schulze: Schreckliche Bilder an den Grenzen

An der Grenze würden sie in sogenannten Übergangsstationen aufgefangen und registriert. Letzteres sei enorm wichtig, da auf diese Weise verloren gegangene Kinder wieder mit ihren Müttern zusammengeführt werden könnten.

"Wir helfen unmittelbar vor Ort, aber wir müssen denen, die hier ankommen, eben auch ein zu Hause bieten in der nächsten Zeit", so Entwicklungsministerin Svenja Schulze.

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Zum Zustand der Kinder sagte Schulze: "Es sind schreckliche Bilder. Es ist ganz still da." Viele seien traumatisiert. Darum sei es so wichtig, die Hilfe für die aufnehmenden Länder - Polen oder Moldawien etwa - weiter auszubauen.

Entwicklungsministerin: Putin wird keinen Erfolg haben

Man hätte bereits Züge organisiert, laut Schulze sollen Flüge folgen. In Bezug auf die Taktik des russischen Präsidenten Putin, die EU mit großen Flüchtlingszahlen zu destabilisieren, sagte die Ministerin:

Ja, Putin setzt diese Frauen, setzt diese Kinder ein.
Svenja Schulze, Entwicklungsministerin

"Aber damit wird er keinen Erfolg haben", so Schulze weiter. Man habe Gesetze mobilisiert, damit Geflüchtete bleiben können, außerdem hätten viele Ukrainerinnen und Ukrainer in Deutschland Familie.

Ein "Dankeschön" richtete Schulze außerdem an die vielen ehrenamtlichen Helfer. "Diese Hilfe und Unterstützung brauchen wir auch", so die Ministerin.

Güler: Müssen sehr schnell handeln

Die CDU-Verteidigungspolitikerin Serap Güler warnte, dass diese Solidarität aber auch schnell abebben könne, wie man es schon 2015 erlebt habe - als immer mehr Menschen kamen.

Hunderttausende Kinder mussten vor dem Krieg aus der Ukraine fliehen. Einige ukrainische Schulen bieten jedoch Fernunterricht an und schaffen so ein wenig Alltag für manche Kinder.

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Man sei auf hohe Flüchtlingszahlen nicht ausreichend vorbereitet und müsse nun "sehr schnell handeln". Sie appellierte an Bundeskanzler Olaf Scholz:

Wir brauchen nicht nur eine Flüchtlingskonferenz auf EU-Ebene, sondern letztlich auch in Deutschland.
Serap Güler, CDU

Migrationsforscher: Staat muss aktiv werden

Ein Punkt, an dem auch Migrationsforscher Gerald Knaus ansetzte. Er erzählte von einem Gespräch mit einem EU-Kommissar in Brüssel. "Da habe ich gehört, in Brüssel ist das Gefühl immer noch, wir brauchen keine organisierte Umverteilung, weil die Leute sich von selbst bewegen. Und das ist extrem gefährlich."

Denn der gute Wille, der bislang bei der Hilfe für Geflüchtete zu erkennen sei, lebe davon, dass die Leute das Gefühl hätten, alles sei unter Kontrolle. Das müsse durch staatliches Handeln nun verstärkt werden.

Migrationsforscher Gerald Knaus plädiert bei Markus Lanz für mehr Organisation bei der Verteilung der Geflüchteten aus der Ukraine.

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Knaus: EU und G7 sollten kooperieren

Auch der Migrationsforscher forderte Bundeskanzler Scholz auf, zu handeln. Denn was passiere, wenn man nicht verteile, sehe man aktuell in Polens Hauptstadt:

(In Warschau) sind 15 Prozent der Bevölkerung jetzt Flüchtlinge.
Gerald Knaus, Migrationsforscher

Deutschland führe die G7-Präsidentschaft. Knaus zufolge sollten EU und die G7 "so schnell wie möglich" ein Team ernennen, das nur eine Aufgabe erfülle: Mit den Premierministern der Länder darüber reden, ob und wie sie 100.000 Geflüchtete aufnehmen könnten.

400 Euro für Familien, die Ukrainer aufnehmen?

Zwar seien Länder wie Großbritannien beim Thema Migration zögerlich. Aber: "Der Druck aus der Bevölkerung hat dazu geführt, dass vor wenigen Tagen die Regierung in London gesagt hat. 'Wenn es englische Familien gibt, die Ukrainer aufnehmen wollen, dann dürfen sie das. Und wir bezahlen auch.'

Montage: Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj vor einem Blick auf das zerstörte Mariupol

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Das sei auch für Deutschland überlegenswert, so Knaus. Man könne etwa den Familien, die Ukrainer aufnehmen, 400 Euro im Monat zahlen.

Knaus: "Humane Aufnahme" von Geflüchteten

Wenn man jetzt die Organisation herstelle und die Logistik mit der Empathie verbinde, könne man den Ukrainerinnen und Ukrainern das geben, was man ihnen versprochen habe: "humane Aufnahme", so Knaus. Und weiter:

Dafür müssen wir mobilisieren auf eine Art, wie wir es seit 1948 bei der Berliner Luftbrücke nicht gesehen haben.
Gerald Knaus, Migrationsforscher

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