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Junge Flüchtlinge in Hannover eingetroffen

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Übersiedlung von Ägäis-Lagern - Junge Flüchtlinge in Hannover eingetroffen

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Die ersten Flüchtlingskinder aus den überfüllten Lagern der griechischen Ägäis-Inseln sind in Niedersachsen eingetroffen. Sie kommen nun zunächst zwei Wochen in Quarantäne.

Die ersten von mindestens 350 unbegleiteten Minderjährigen aus überfüllten Lagern auf den griechischen Inseln sind in Hannover gelandet. Kritik kommt von Oppositionsparteien. Die Bundesregierung sieht sich allerdings zu schnellem Handeln verpflichtet.

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Eine erste Gruppe von unbegleiteten Flüchtlingskindern aus Lagern in Griechenland ist am Vormittag in Niedersachsen eingetroffen. Die 42 Kinder und fünf Jugendlichen würden zunächst für eine zweiwöchige Quarantäne in einer Einrichtung im Landkreis Osnabrück untergebracht, teilte das Bundesinnenministerium mit. Alle Kinder und Jugendlichen seien vor der Abreise auf eine mögliche Covid-19-Infektion getestet worden.

Seehofer: Aufnahme monatelang vorbereitet

Die Aufnahme der 47 Kinder sei "das Ergebnis monatelanger Vorbereitungen und intensiver Gespräche mit unseren europäischen Partnern", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Insgesamt sollen mindestens 350 Minderjährige nach Deutschland kommen. Den Transfer haben das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR), die EU sowie die Regierungen in Athen und Berlin organisiert.

Die unbegleiteten Kinder und Jugendlichen waren den Angaben zufolge zuvor in Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln Lesbos, Samos und Chios untergebracht. Sie stammen aus Afghanistan, Syrien und Eritrea. Unter ihnen befänden sich vier Mädchen und einige Geschwisterpaare. An Bord des Flugzeuges befanden sich nach Angaben der Ministerien auch zwei Kinder, die von ihrem Vater nach Griechenland entführt und zu ihrer in Deutschland lebenden Mutter zurückgebracht wurden. Ursprünglich waren 55 Kinder am Samstag in Deutschland erwartet worden.

Die ersten 47 unbegleiteten Minderjährigen aus griechischen Flüchtlingslagern sind in Niedersachsen eingetroffen. Die Bundesregierung will mindestens 350 junge Geflüchtete nach Deutschland holen.

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Zweite Umsiedlung von Flüchtlingen binnen einer Woche

Es ist bereits die zweite Umsiedlung von Minderjährigen: Am Mittwoch waren zwölf Jugendliche von den Inseln nach Luxemburg gebracht worden. Insgesamt sollen in den kommenden Wochen 1.600 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus Griechenland in andere EU-Staaten gebracht werden. Bisher haben zehn Läder - darunter auch Frankreich, Irland, Finnland und Portugal - ihre Bereitschaft erklärt, junge Flüchtlinge aufzunehmen.

"Deutschland hält Wort und zeigt Solidarität", sagte Bundesinnenminister Seehofer der "Bild am Sonntag". Er appellierte an andere EU-Staaten, ihre Zusagen ebenfalls einzuhalten.

Unter welchen katastrophalen Bedingungen Flüchtlingskinder in griechischen Lagern leben, sehen Sie hier im Video:

Der Zustand in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln ist katastrophal. Die EU-Staaten haben sich bereit erklärt, 1.600 Minderjährige aufzunehmen.

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Das Verfahren ist kompliziert, weil es sich um Minderjährige handelt. Viele Behörden und Organisationen sind an der Verteilung beteiligt. "Wir haben mit diesen ersten Umsiedlungen Erfahrung gesammelt und können nun das Verfahren beschleunigen", sagte der stellvertretende griechische Migrationsminister Giorgos Koumoutsakos der Deutschen Presse-Agentur.

EU-Migrationskommissarin: Lösen Versprechen ein

Sie sei stolz darauf, "wie schnell sich die Dinge bewegt haben", sagte EU-Migrationskommissarin Ylva Johansson "Welt". Am 12. März habe sie in Athen versprochen, dass acht Länder bereit wären, unbegleitete Minderjährige von den griechischen Inseln aufzunehmen. "Jetzt, einen Monat später, können wir dieses Versprechen einlösen - trotz der Herausforderungen durch Covid-19", sagte Johansson.

So sollte europäische Solidarität funktionieren.
Ylva Johansson, EU-Migrationskommissarin

Johansson unterstrich zugleich, dass auch vom Coronavirus gefährdete Flüchtlinge in Griechenland demnächst Hilfe erhalten werden. "In den kommenden zwei Wochen werden 2.400 unmittelbar gefährdete Menschen in Hotels und Appartements gebracht, um ihre Gesundheit zu schützen."

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Auf den Inseln Lesbos, Samos, Kos, Leros und Chios leben unterschiedlichen Schätzungen zufolge rund 40.000 Migranten, darunter 14.000 Kinder. Die Aufnahmekapazität wird auf lediglich rund 6.000 Plätze beziffert. In und um das größte Lager Moria auf Lesbos sollen rund 19.000 Menschen unter unsäglichen Bedingungen hausen.

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