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Corona-Angst war "der Trigger"

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Moria-Augenzeuge im ZDF Spezial - Corona-Angst war "der Trigger"

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Thomas von der Osten-Sacken, der für eine Hilfsorganisation arbeitet, zeichnet ein düsteres Bild des Lagers. Corona-Angst sei der "Trigger" gewesen, der in die Katastrophe führte.

Thomas von der Osten-Sacken im Interview

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2 min
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Thomas von der Osten-Sacken von der Hilfsorganisation "Stand by me Lesvos" hat sich am Morgen kurz nach Sonnenaufgang ein Bild vom Elend im abgebrannten Lager von Moria gemacht. Was er im ZDF-Spezial-Interview mit Antje Pieper berichtet, ist bedrückend:

Bewohner: "Irgendwo in Olivenhainen untergebracht"

"Ein großer Teil des Camps ist wirklich abgebrannt", erklärt er. Viele Bewohner seien nun "irgendwo in Olivenhainen" untergebracht, andere säßen auf der Straße oder irrten umher - "weil sie alle einfach obdachlos im Moment sind." Von der Osten-Sacken schätzt diese Zahl auf 4.000 bis 6.000 Menschen.

Moria, das Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos, sollte Platz für 3.000 Menschen bieten – über 12.000 waren dort untergebracht. Jetzt ist das Lager niedergebrannt.

Beitragslänge:
1 min
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Die Situation in der vergangenen Nacht beschreibt er als "komplettes Chaos". Als sich die Brände immer weiter ausdehnten, hätten die Rettungskräfte "wahnsinnige Angst" gehabt, dass Lagerbewohner verletzt werden oder zu Tode kommen.

Katastrophe mit Ansage

Die erste Coronainfektion eines Lagerbewohners wurde bereits vergangene Woche festgestellt. Gestern waren es bereits 35 nachgewiesene Fälle. Auf die Frage, ob die Angst der Lagerbewohner vor Corona die Situation verschärft hat, antwortete Von der Osten-Sacken:

Das war der Auslöser dafür - diese ganzen Tests, die Angst, die Panik der letzten Tage. Und dann gestern der Versuch, Leute in eine Isolationszone zu bringen, war sozusagen der Trigger, der das zum Laufen gebracht hat.
Thomas von der Osten-Sacken, Hilfsorganisation "Stand by me Lesvos"

Von der Osten-Sacken erinnerte daran, dass er und seine Mitstreiter schon lange vor diesem Szenario gewarnt hätten. Man habe immer gesagt: "Wenn Corona ins Camp kommt und dieses Camp nicht evakuiert wird, kommt es zu einer Katastrophe." Montag habe er selbst noch in einem Interview gesagt, es sei "eine Minute vor zwölf". Dienstag sei der Zeiger dann eins weiter gerutscht.

"Die Katastrophe ist jetzt da."

Augenzeugen aus Moria -
"Ohne Hilfe und Hoffnung"
 

Das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos ist in großen Teilen abgebrannt. Tausende Flüchtlinge haben alles verloren. Was Helfer und Geflüchtete berichten.

von Johanna Sagmeister
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