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Nach erbitterten Debatten - Künstliche Befruchtung für alle Französinnen

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Die eine Seite spricht von einem historischen Schritt, die andere sorgt sich um Kinder und Familienbild: Frankreichs Parlament erlaubt die künstliche Befruchtung für alle Frauen.

Künstliche Befruchtung einer Eizelle
Auch lesbische und alleinstehende Französinnen sollen künftig künstliche Befruchtung in Anspruch nehmen dürfen.
Quelle: dpa

Das französische Parlament öffnet per Gesetz künstliche Befruchtung für alle Frauen. Die Nationalversammlung verabschiedete in der Nacht zum Samstag das umstrittene Bioethik-Gesetz, das die in Frankreich sogenannte PMA auf lesbische Paare und alleinlebende Frauen ausweitet.

Staatspräsident Emmanuel Macron lobte via Twitter "das Engagement von Parlamentariern, Regierungsmitgliedern und der nationalen Ethikkommission". Der Text geht nun zur endgültigen Annahme zurück an den Senat.

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Konservative Kritik an "Kindern ohne Väter"

Der Verabschiedung in zweiter Lesung waren tagelange, teils erbitterte Debatten in der Nationalversammlung vorausgegangen. 60 Abgeordnete stimmten am Ende dafür, 37 dagegen; vier enthielten sich. Die konservativen Republikaner (LR), Nachfolgepartei der UMP, sträubten sich in der Debatte gegen eine Schaffung von "Kindern ohne Väter"; sie werteten das Gesetz als "einen weiteren Schritt in Richtung Leihmutterschaft".

Die Präsidentin der LGBT-Vereinigung GayLib, Catherine Michaud, sprach von einem "historischen Schritt für die Rechte und die Freiheit der Frauen". Allerdings sei bedauerlich, dass Trans-Personen von der gesetzlichen Neuregelung ausgeschlossen seien.

Befruchtung bisher nur heterosexuellen Paaren erlaubt

Die Nationalversammlung hatte dem Gesetz in einer ersten Lesung bereits im vergangenen Oktober zugestimmt. Nach heftigen Debatten ging es aber nochmals an einen Sonderausschuss zurück. Nun muss auch der Senat ein zweites Mal darüber entscheiden. Bisher ist die künstliche Befruchtung nur heterosexuellen Paaren erlaubt, die keine Kinder zeugen können.

Die Diagnose der Unfruchtbarkeit ist oft ein Schock und besonders bitter für Paare, deren sehnlichster Wunsch ein Baby ist.

Beitragslänge:
5 min
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Wahlversprechen von Emmanuel Macron

Die Öffnung künstlicher Befruchtung für alle Frauen gehörte zu Macrons Wahlversprechen. Die katholische Kirche stellte sich mehrmals gegen den Vorschlag.

Der Leiter der Bioethik-Kommission der Französischen Bischofskonferenz, Erzbischof Pierre d'Ornellas, erklärte bei einer Anhörung, er sehe darin eine Diskriminierung von Kindern. Während das eine Kind selbstverständlich einen Vater habe, werde dem anderen das Recht auf einen solchen genommen. "Es ist das elterliche Projekt, das sich letztendlich dem Kind aufdrängt. Und das ist einseitig."

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