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Frankreich ruft höchste Terrorwarnstufe aus

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Nach Angriff von Nizza - Frankreich ruft höchste Terrorwarnstufe aus

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Nach dem Terrorangriff in Nizza hat Frankreich die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Das Land "ist angegriffen worden", sagte Präsident Macron vor Ort.

Der zweite Anschlag in zwei Wochen: In der Kirche Notre Dame in Nizza ruft ein Mann "Allahu Akbar" und zieht ein Messer. Er tötet drei Menschen und verletzt sechs weitere.

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Nach Terrorangriffen in Nizza und in Avignon ist in ganz Frankreich die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen worden. Premierminister Jean Castex verurteilte die "ebenso feige wie barbarische Tat, die das ganze Land in Trauer versetzt". Nun sei die Stufe "Urgence Attentat" des Anti-Terror-Alarmplans "Vigipirate" ausgerufen worden.

Bei dem Messerangriff in der Basilika Notre-Dame in Nizza wurden am Morgen drei Menschen getötet und weitere verletzt. Der mutmaßliche Täter hat offenbar "Allahu Akbar" gerufen.

Staatsanwalt: Opfer von Nizza hatten massive Verletzungen an Kehle

Seine Opfer verletzte er massiv an der Kehle. Einer 60-jährigen Frau sei die Kehle durchgeschnitten worden, sagte Antiterror-Staatsanwalt Jean-François Ricard. Er sprach von einer Art Enthauptung. Auch der getötete Küster wurde schwer an der Kehle verletzt. Ein drittes schwer verletztes Opfer sei noch geflüchtet. Die 44-Jährige sei dann außerhalb der Kirche ihren Verletzungen erlegen.

Die Einsatzkräfte hätten einen Koran und Telefone gefunden. Außerdem habe man in der Nähe des Angreifers die Mordwaffe, ein rund 17 Zentimeter langes Messer, entdeckt. Ebenfalls seien zwei unbenutzte Messer gefunden worden, so Ricard. Der Angreifer habe ein Dokument des Italienischen Roten Kreuzes bei sich getragen, das auf einen 1999 geborenen tunesischen Staatsbürger ausgestellt gewesen sei. Er sei im September über die italienische Insel Lampedusa eingereist, so Ricard weiter.

Nachrichten | heute 19:00 Uhr -
Frankreich und die Islamische Welt
 

Der Riss zwischen westlicher und Islamischer Welt ist in Frankreich immer wieder spürbar. Wie sieht Frankreichs Verhältnis zum Islam und zu islamistischem Terror aus?

von Christoph Destairel
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Präsident Emmanuel Macron sprach von einem "islamistischen Terroranschlag". Frankreich sei angegriffen worden, sagte der Staatschef in Nizza. Es ist die dritte Attacke in Frankreich innerhalb weniger Wochen.

Macron kündigte einen verstärkten Schutz von Kirchen und Schulen an. Der schon länger laufende inländische Anti-Terroreinsatz "Sentinelle" des Militärs solle von bisher 3.000 auf nun 7.000 Soldaten aufgestockt werden. Macron sagte nahe des Tatorts:

Heute steht die ganze Nation hinter unseren katholischen Mitbürgern.
Emmanuel Macron, französischer Staatspräsident

Man dürfe "nicht dem Geist der Spaltung nachgeben".

Der 42-Jährige war am Nachmittag in die südfranzösische Metropole gereist und tauschte sich dort unter anderem mit Sicherkräften aus. In zahlreichen Kirchen im Land läuteten nach der brutalen Attacke am Nachmittag um Punkt 15 Uhr die Glocken.

Angriffe auch in Avignon und Dschidda

Auch in Avignon und der saudi-arabischen Hafenstadt Dschidda gab es am Donnerstag Gewalttaten. In Avignon erschoss die Polizei einen Mann, der sich weigerte, seine Waffe abzulegen, wie aus Polizeikreisen verlautete. Der Versuch, den Mann mit einem Gummigeschoss zu stoppen, sei gescheitert. Der Verdächtige habe angegeben, er gehöre einer rechtsextremen Gruppe an. Er griff laut Behördenangaben einen Händler nordafrikanischer Abstammung an. Der 33-jährige mutmaßliche Täter sei offenbar "psychologisch instabil" gewesen, sagte der Staatsanwalt Philippe Guemas dem Sender France Bleu.

Der Riss zwischen westlicher und Islamischer Welt ist in Frankreich immer wieder spürbar. Wie sieht Frankreichs Verhältnis zum Islam und zu islamistischem Terror aus?

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Ebenfalls am Donnerstag war in Saudi-Arabien ein Wachmann vor dem französischen Konsulat in Dschidda angegriffen worden. Die Angriffe ereigneten sich alle am Geburtstag des Propheten Mohammed.

Spannungen zwischen islamischer Welt und Frankreich

Wegen der Veröffentlichung von Karikaturen des islamischen Propheten Mohammed in Frankreich hatte es vor Kurzem antifranzösische Demonstrationen in der Türkei und in anderen muslimisch geprägten Staaten gegeben. Die Proteste entzündeten sich an Äußerungen von Präsident Emmanuel Macron bei der Trauerfeier für den getöteten Lehrer Paty. Macron hatte dabei ein Festhalten an den Mohammed-Karikaturen im Namen der Meinungsfreiheit angekündigt.

Islamistischer Terror erschüttert Frankreich seit Jahren. Warum es Frankreich immer wieder trifft und wie das Land dem Terror begegnet, erklärt ZDF-Korrespondent Thomas Walde.

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Vor zwei Wochen war Samuel Paty bei Paris von einem mutmaßlichen Islamisten enthauptet worden. Die Tat hatte das ganze Land erschüttert. Zehntausende waren auf die Straße gegangen, um sich solidarisch zu zeigen.

Ob die Angriffe ebenfalls in Zusammenhang mit dem Karikaturen-Streit stehen, war zunächst nicht klar. Das türkische Außenministerium verurteilte die Tat in Nizza und erklärte, die Türkei stehe an der Seite der Franzosen gegen Gewalt und Terrorismus. Auch Saudi-Arabien verurteilte die Tat. Zugleich sei zu betonen, wie wichtig es sei, jedes Vorgehen zu vermeiden, das Hass, Gewalt und Extremismus hervorrufe, erklärte das Königreich.

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