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Sieg in Stichwahl : Emmanuel Macron bleibt Frankreichs Präsident

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Es war eine umkämpfte Stichwahl, doch nach vorläufigem amtlichen Endergebnis siegt Emmanuel Macron mit 58,55 Prozent vor Herausforderin Marine Le Pen, die auf 41,45 Prozent kommt.

Der Alte ist der Neue: Emmanuel Macron wurde wiedergewählt. Aber, mehr als 40 Prozent der Französinnen und Franzosen haben für Le Pens rechtes, nationalistisches Programm gestimmt.

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Ein Seufzer der Erleichterung dürfte am Sonntag um 20 Uhr durch den Elysée-Palast gegangen sein. Und nicht nur dort. Viele Franzosen haben mit Bangen auf das Ergebnis der Stichwahl gewartet, in der sich zum zweiten Mal nach 2017 Emmanuel Macron und Marine Le Pen gegenübergestanden haben. Im Endeffekt ist der Abstand größer, als die letzten Umfragen vorausgesagt hatten, und Emmanuel Macron wird die nächsten fünf Jahre Frankreichs Staatsoberhaupt bleiben.

Mit Tränen in den Augen dankte der wiedergewählte Präsident kurz nach 21:30 Uhr seinen Anhängern, die zu Tausenden auf dem Pariser Champs de Mars vor dem Eiffelturm versammelt waren.

Ich weiß, dass viele, die für mich gestimmt haben, nicht für meine Ideen gewählt haben, sondern um die extreme Rechte zu verhindern.
Emmanuel Macron, Präsident Frankreich

Jene Stimmen verpflichteten ihn für die nächsten fünf Jahre, sagte Emmanuel Macron umgeben von seiner Frau und seiner Familie.

Frankreich - Emmanuel Macron gewinnt Präsidentschaftswahl 

Amtsinhaber Emmanuel Macron konnte sich im Finale der Präsidentschaftswahlen in Frankreich durchsetzen. Nach vorläufigem amtlichen Endergebnis kommt er auf 58,55 Prozent.

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Rechte hat bei Wahl in Frankreich stark zugelegt

Denn wenn 42 Prozent der Wähler für die extreme Rechte stimmen, ist das ein ernstzunehmendes Warnsignal. Schon vor der Stichwahl sagte der Politologe Paul Maurice im ZDF-Interview:

Emmanuel Macron wird Zugeständnisse machen müssen.
Paul Maurice, Politologe Institut für internationale Angelegenheiten

Vor allem bei jungen Wählern, die sich massiv enthalten haben, aber auch bei den Arbeitnehmern mit kleinem und mittlerem Einkommen gilt Macron als der Präsident der Reichen, der nicht weiß, wie man mit den Menschen außerhalb der Großstädte und auf dem Land reden soll.

Genau um diese Wählerstimmen haben Emmanuel Macron und Marine Le Pen in den letzten zwei Wochen, nach der ersten Wahlrunde, gekämpft. In den französischen Überseegebieten liegt die Rechtspopulistin vor dem wiedergewählten Präsidenten. Aber auch in den ärmeren Regionen Frankreichs, im Norden oder im Osten des Landes, liegt Marine Le Pen weit vorne.

Er habe die Wut im Volk gehört, sagte der wiedergewählte Präsident Emmanuel Macron. Nach der Feier heute müsse er sich Gedanken um die kommenden Parlamentswahlen machen, um seine Agenda umsetzen zu können, so die Einschätzung von Thomas Walde in Paris.

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Le Pen wertet ihr Ergebnis als Sieg

Genau an diese Wähler hat Marine Le Pen sich auch gewendet, als sie kurz nach 20 Uhr vor ihren Anhängern das Wort ergriffen hat, um ihre Niederlage einzugestehen. Es sei ein "unfairer und brutaler" Wahlkampf gewesen, sagte die Tochter und Erbin von Jean-Marie Le Pen, der 2002 gegen Jacques Chirac in der Stichwahl mit 18 Prozent der Stimmen verloren hat.

"Die Ideen, die wir tragen, haben einen Höhepunkt erreicht", beglückwünschte sich Marine Le Pen, die von einem "glänzenden Sieg" sprach, den sie vor allem den Bürgern aus der Provinz und vom Land zu verdanken habe. Sie rief ihre Wähler dazu auf, die Hoffnung nicht zu verlieren, denn die nationale Bewegung sei jetzt die wirkliche Opposition.

Marine Le Pen hat die Wahl verloren, aber von der Enttäuschung über Macrons Politik profitiert. Sie konnte vor allem in ländlichen Regionen und kleinen Städten Stimmen gewinnen, so die Einschätzung von ZDF-Korrespondentin Christel Haas.

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Linkspopulist will Oppositon bieten

Als einziger wirklicher Widersacher sieht sich auch der Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon, der die Stichwahl nur knapp verfehlt hat. Viele seiner Wähler scheinen im Endeffekt, wenn auch widerwillig, für Macron oder besser gesagt gegen Le Pen gestimmt zu haben.

In einer kurzen Ansprache bezeichnete Jean-Luc Mélenchon die Niederlage der Rechtsextremen als "gute Neuigkeit". Er appellierte aber auch erneut für eine massive Mobilisierung bei den Parlamentswahlen im Juni, um Macron keine Mehrheit zu gewähren und sieht sich schon als oppositioneller Premierminister. Ein Szenario, das Emmanuel Macron versuchen wird zu verhindern.

Emmanuel Macron erscheint etwas isoliert zwischen diesen beiden massiven Blöcken ganz links und ganz rechts.
Paul Maurice, Politologe, Institut für internationale Angelegenheiten

Schon zwischen den beiden Wahlgängen hat Macron versucht, die jungen Wähler mit bewusst grünen Vorschlägen zu bezirzen. Auch bei seiner geplanten Rentenreform sei er zu Verhandlungen bereit, ließ er verlauten.

Erleichterung über Macrons Wahlsieg in Europa spürbar

Auch in Europa ist die Erleichterung spürbar. Gleich nach den Ergebnissen gratulierte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen dem wiedergewählten Macron auf Twitter und freute sich, die "exzellente Kooperation" fortsetzen zu können. Auch der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), die Macron in einem Gastbeitrag in "Le Monde" unterstützt hatten, gratulierten prompt.

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Der Elysée ließ verlauten, dass Macrons erste Auslandsreise als neuer Präsident traditionell nach Berlin gehen würde und zwar schon in den nächsten Tagen.

Was bedeutet die Wiederwahl des französischen Präsidenten für die deutsche Politik? Der Kanzler werde mit Macron einen "durchaus talentierten Konkurrenten um die Nummer Eins in Europa erleben", so Theo Koll, Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios Berlin.

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Vorläufig amtliches Endergebnis zur Wahl in Frankreich

In der Nacht bestätigt sich dann der Trend vom Abend: Präsident Emmanuel Macron kommt nach vorläufigem amtlichen Endergebnis auf 58,55 Prozent der Stimmen - er hat damit klar gewonnen. Allerdings büßte Macron im Vergleich zur Wahl von 2017, als er auf 66,1 Prozent kam, deutlich an Stimmen ein.

Seine Herausforderin Marine Le Pen kommt auf 41,45 Prozent der Stimmen, wie das Innenministerium in Paris nach Auszählung aller Stimmen der zur Wahl registrierten Wähler in der Nacht zum Montag mitteilte. Die Wahlbeteiligung lag demnach bei rund 72 Prozent.

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