Sie sind hier:
Interview

DIW-Chef im ZDF : Fratzscher: "Die Situation ist bedrohlich"

Datum:

Steigende Preise für Lebensmittel und Energie - für viele Menschen gebe es schon jetzt eine Notsituation, sagt Ökonom Fratzscher im ZDF. Er fordert rasches Handeln von der Politik.

"Die Menschen brauchen jetzt dringend Geld", denn die Situation würde "in den kommenden Monaten deutlich schlechter", so Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.

Beitragslänge:
4 min
Datum:

Angesichts drastisch steigender Energie- und Lebensmittelpreise warnt der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, vor einer "sozialen Polarisierung". Die Politik sei in der Pflicht, eine Versorgungssicherheit angesichts einer drohenden Gasknappheit sicherzustellen.

"Aber wir haben schon für viele Menschen heute eine Notsituation - nicht, weil es eine Knappheit gibt, sondern weil die Preise explodiert sind", sagte er im ZDF-Morgenmagazin. "Die Situation ist bedrohlich."

Wir können uns das in Deutschland nicht vorstellen, aber wir haben eine zunehmende soziale Polarisierung.
DIW-Chef Marcel Fratzscher

Fratzscher: Soziale Schere geht weiter auf

"Wir haben schon jetzt eine Krise", sagte Fratzscher weiter. Diese sei nicht erst durch den Ukraine-Krieg oder die Inflation entstanden, "wir haben seit zehn Jahren explodierende Mieten in den Städten, viele Menschen zahlen mittlerweile fast bis zur Hälfte ihres Einkommens zum Wohnen".

Aktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog:

Man habe in der Corona-Pandemie gesehen, dass die soziale Schere weiter aufginge, "beim Arbeitsmarkt, aber vor allem bei Gesundheit und Bildung", so Fratzscher.

Die Politik ist gut beraten, jetzt diese Notsituation zu erkennen und auch zu handeln. 
DIW-Chef Marcel Fratzscher

ZDFheute Infografik

Wir integrieren Bilder und andere Daten von Drittanbietern, u.a. die Software von Datawrapper für die Darstellung von ZDFheute Infografiken. Mit Ihrer Zustimmung werden diese angezeigt und die genutzte IP-Adresse dabei an externe Server übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre zukünftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Mein ZDF“ jederzeit widerrufen.

"Menschen brauchen dringend Geld in die Tasche"

Die Bundesregierung habe gegen diese Notsituation bislang zu wenig unternommen, kritisierte Fratzscher im ZDF. "Die Politik macht etwas, aber zu wenig."  Die zwei bislang geschnürten Entlastungspakete hätten nicht wirklich die Menschen "am unteren Ende gezielt entlastet".

Rentner und insbesondere Menschen, die Sozialleistungen wie Hartz IV erhielten, seien zu wenig unterstützt worden. Gerade sie hätten aber "keine Schutzmechanismen", um längere Zeit mit hohen Preisen klar zu kommen.

Die Politik tut noch nicht genug, um die Menschen, die keine Schutzmechanismen haben, zu entlasten.
DIW-Chef Marcel Fratzscher

Diese Menschen hätte angesichts der aktuellen Situation keine Zeit zu verlieren, sagte Fratzscher weiter. "Die Menschen brauchen jetzt dringend Geld in die Tasche." Die Situation werde nicht besser, sondern eher in den kommenden Monaten noch schlechter.

"Gaspreisdeckel wäre sehr klug"

Fratzscher unterstützte den Vorschlag von Verbraucherschutzministerin Steffi Lemke für einen Gaspreisdeckel für die zum Heizen und Kochen dringend benötigte Grundmenge Gas. "Ein Gaspreisdeckel wäre sehr klug", sagte er im ZDF.

Allerdings seien auch andere Maßnahmen nötig, damit sozial Schwache jetzt schnell Unterstützung bekämen. "Die Menschen brauchen jetzt schnell Hilfe", mahnte der DIW-Chef.

Auf dem Bild ist eine Wohnung in Vogelperspektive illustriert. Hervorgehoben sind Heizung, Dusche, Herdplatte und Arbeitsplatz.

Nachrichten | Panorama - Energiesparen im Haushalt 

Die Preise für Energie sind aktuell enorm hoch. Wie man zu Hause sparen kann, erklärt die Verbraucherzentrale NRW.

Aktuelle Nachrichten zur Ukraine

Putin auf Landkarte mit Russland, Ukraine, Georgien und Syrien
Story

Nachrichten | Politik - Putins Kriege, Putins Ziele 

Tschetschenien, Georgien, Syrien, Ukraine: Russland hat unter Putin schon in mehreren Ländern gekämpft. Zwischen den Kriegen gibt es Parallelen – hier die Hintergründe verstehen.

Ukraine, Donezk: Ein ukrainischer Soldat steht an der Trennlinie zu pro-russischen Rebellen in der Region Donezk. In der Ukraine-Krise haben die USA und Russland bei Gesprächen in Genf zunächst auf ihren bekannten Standpunkten beharrt.
Thema

Nachrichten | Thema - Alles zum Russland-Ukraine-Konflikt 

Russland führt Krieg gegen die Ukraine. Es gibt zahlreiche Sanktionen des Westens gegen Russland und in der Nato abgestimmte Waffenlieferungen an die Ukraine. Alle Nachrichten und Hintergründe.

Panzer im Ukraine-Krieg

Nachrichten | heute journal - Bericht von der ukrainischen Front  

Der Ukraine-Krieg hält an, die Ukraine berichtet von angeblichen Geländegewinne im Süden. Die Menschen an der Front leben in ständiger Angst. Eine Reportage von Anne Brühl.

09.08.2022
von Anne Brühl
Videolänge
Zur Merkliste hinzugefügt Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Zur Altersprüfung

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Entweder hast du einen Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert, oder deine Internetverbindung ist derzeit gestört. Falls du die Datenschutzeinstellungen sehen und bearbeiten möchtest, prüfe, ob ein Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus. So lange werden die standardmäßigen Einstellungen bei der Nutzung der ZDFmediathek verwendet. Dies bedeutet, das die Kategorien "Erforderlich" und "Erforderliche Erfolgsmessung" zugelassen sind. Weitere Details erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Möglicherweise hast du einen Ad/Script/CSS/Cookiebanner-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert. Falls du die Webseite ohne Einschränkungen nutzen möchtest, prüfe, ob ein Plugin oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus.