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Weniger Frauen in Vorständen als vor Corona

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DAX-Konzerne - Weniger Frauen in Vorständen als vor Corona

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Nur knapp 13 Prozent der Vorstandsmitglieder bei DAX-Konzernen sind weiblich. Zwei Prozent weniger als vor Corona. Im internationalen Vergleich fällt Deutschland weiter zurück.

Frauenquote

Trifft sich in diesen Tagen der Vorstand eines der 30 größten deutschen Unternehmen, so hört man wohl beim Online-Meeting vor allem eines: viele raue Männerstimmen.

87 Prozent der Mitglieder in den Vorständen der DAX-Konzerne sind Männer. Das Besondere: Anders als in anderen Ländern, sind das in Deutschland noch mehr als vor der Corona-Krise.

Der Grund ist wohl die Corona-Krise

Das geht aus der heute veröffentlichten Studie der AllBright Stiftung hervor. Die deutsch-schwedische Stiftung setzt sich für mehr Frauen und Diversität in Führungspositionen ein. Laut der Studie ist die Zahl an Frauen in Vorständen bei DAX-Unternehmen im Vergleich zum letzten Jahr von 29 auf 23 gefallen.

Ein Grund scheint die Corona- Krise zu sein. "Das wirkt wie ein Reflex der Aufsichtsräte", sagt Geschäftsführerin der AllBright-Stiftung Wiebke Ankersen. "Da wird instinktiv auf das zurückgegriffen, was vertraut und bekannt ist und das sind in Deutschland in der Führung eben immer noch Männer."

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von Jan Schneider

Wenig Wille zur Vielfalt in deutschen Dax-Unternehmen

Vor der Corona- Krise waren es noch sechs Dax-Unternehmen, die keine Frau im Vorstand hatten. Ein Jahr später sind es bereits elf Unternehmen, bei denen keine Frau mehr im Vorstand sitzt. "Das zeigt, wie wenig verankert tatsächlich der Wille nach Vielfalt an deutschen Unternehmen ist", so Ankersen.

Schon seit Jahren hinkt Deutschland beim Thema Frauen in Führungspositionen hinterher. Bei den 30 größten Unternehmen gibt es in England, den USA oder in Frankreich fast doppelt so viele Frauen in den Vorständen wie in Deutschland. Selbst in Polen sind es mehr.

Dafür gibt es mehrere Gründe. In Deutschland gäbe es eine sehr konservative Unternehmenskultur. "In anderen Ländern gibt es ein anderes Verhältnis zu Veränderung", sagt Ankersen. "Dort wird Veränderung erstmal als etwas Positives gesehen."

Frauen-Anteil in Vorständen
Quelle: ZDF

Bis jetzt ist das in der Öffentlichkeit nur selten Thema

Zudem gibt es in Deutschland viel weniger öffentliche Debatte zu dem Thema als in anderen Ländern. Ein öffentlicher Aufschrei wie 2018, als Innenminister Horst Seehofer ausschließlich männliche Staatssekretäre aufstellte, gibt es hier selten. Genau das müsse sich ändern, so Wiebke Ankersen. "Der Öffentliche Druck muss viel stärker werden und es muss ein viel stärkeres Bewusstsein dafür entwickelt werden."

Das es sehr wenige Frauen in Führungsebenen gibt, ist für viele nichts Neues. Dass es jetzt - in der Krise - aber noch weniger werden, mag den ein oder anderen dennoch schockieren. Damit das aber in Zukunft anders ist und nicht mehr nur raue Männerstimmen beim Online Meeting zu hören sind, muss sich etwas verändern.

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