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"Ethisch nicht vertretbar" - Forderung nach "Freedom Day" stößt auf Kritik

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Das Ende aller Corona-Regeln nach britischem Vorbild Ende Oktober? Der Vorschlag von Kassenärztechef Gassen trifft mehrheitlich auf Ablehnung. Das Problem: die geringe Impfquote.

Forderungen nach einem 'Freedom Day', an dem alle Corona-Einschränkungen enden, stoßen auf ein geteiltes Echo. Diskutiert wird über den 30. Oktober.

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Der Vorstoß von Kassenärztechef Andreas Gassen, zum 30. Oktober alle Corona-Beschränkungen aufzuheben, trifft überparteilich auf Ablehnung.

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen hält es für zynisch, "jetzt so zu tun, als sei die Pandemie ein Privatvergnügen und Ungeimpfte letztlich selbst dran Schuld und wir könnten uns jetzt von allen Schutzmaßnahmen verabschieden", sagte Dahmen dem NDR.

Auch widerspreche die Forderung der Haltung der Mehrheit der niedergelassenen Ärzte. Für eine Lockerung der Maßnahmen bräuchte es eine Impfquote bei den über 60-Jährigen von deutlich über 90 Prozent.

Es wäre gut, wenn die Kassenärztliche Vereinigung sich hier auf das Impfen konzentriert, hier mehr Tempo macht.
Janosch Damen, die Grünen

[Folgende Grafik zeigt, wie viele Menschen in den jeweiligen Bevölkerungsgruppen geimpft sind:]

FDP: Zu früh, um konkretes Datum anzuvisieren

Der FDP-Gesundheitsexperte Andrew Ullmann hält eine Diskussion über eine Aufhebung der Corona-Regeln zwar für richtig. Es sei aber zu früh dafür, ein konkretes Datum zu nennen.

"Ob es jetzt der 30. Oktober ist, Allerheiligen oder vielleicht auch Mitte November ist", dazu wage er nichts zu sagen. In den kommenden Wochen müsse man die Corona-Entwicklungen genau beobachten.

Es droht eine Pandemie der Ungeimpften – und immer mehr Bundesländer wollen deshalb auf 2G setzen: umfängliche Freiheiten nur noch für Geimpfte oder Genesene.

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Lauterbach: Brauchen 2G bis 85 Prozent geimpft

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach widerspricht ebenfalls einem möglichen Freedom Day. Es wäre "ethisch nicht vertretbar, es einfach mal auszutesten, was unser Gesundheitssystem aushält, wie viele Patienten auch intensiv behandelt werden können".

Die Welle der Pandemie, die dann käme, wäre zu groß, warnte der SPD-Politiker auf Twitter. Lauterbach schlug vor, das Ziel einer Impfquote von 85 Prozent der erwachsenen Bevölkerung auszugeben und anzukündigen, dass beim Erreichen der Marke tatsächlich wesentliche Lockerungen kommen könnten. Bis dahin sollte die 2G-Regel gelten.

Bei einer Quote von 85 Prozent würde die Gefahr des exponentiellen Wachstums gebannt.
Karl Lauterbach, SPD

Spahn: Müssen Impfquote im Südosten steigern

Derzeit sind in Deutschland knapp 63 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Allerdings gibt es deutlich regionale Unterschiede, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn betonte. "Im Nordwesten sind wir fast am Ziel, im Südosten sollten wir noch deutlich höhere Quoten erreichen", schrieb der CDU-Politiker am Samstag auf Twitter und forderte zum Impfen auf.

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Gassen hatte sich für das Ende aller Corona-Beschränkungen zum 30.
Oktober ausgesprochen. "Nach den Erfahrungen aus Großbritannien sollten wir auch den Mut haben zu machen, was auf der Insel geklappt hat.

Also brauche es jetzt eine klare Ansage der Politik: In sechs Wochen ist auch bei uns "Freedom Day", hatte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung der "Neuen Osnabrücker Zeitung" gesagt.

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