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Weniger Personal bei Friedensmissionen

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Einsätze in Krisengebieten - Weniger Personal bei Friedensmissionen

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Internationale Missionen der UN und anderer Organisationen sichern mit ihrem Einsatz einen oft fragilen Frieden. Ihre Personalstärke nimmt dabei kontinuierlich ab.

UN-Soldaten aus Uganda sichern am 01.05.2017 in Mogadischu (Somalia) die Internationale Sicherheitszone am Flughafen
UN-Soldaten bei einem Blauhelmeinsatz in Somalia. (2017)
Quelle: picture alliance/Maurizio Gambarini/dpa

Die Zahl der Einsatzkräfte, die weltweit zu Friedensmissionen entsandt wurden, ist 2019 weiter zurückgegangen. Es ist das vierte Jahr in Folge mit rückläufigen Personalzahlen.

Ende des vergangenen Jahres waren schätzungsweise 137.781 Soldaten, Polizisten und Zivilisten bei insgesamt 61 Friedensmissionen der UN oder von anderen Organisationen im Einsatz, wie aus einem Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri hervorgeht - das waren 4,8 Prozent weniger als 2018.

Weniger Unterstützung für UN-Blauhelme

Die rückläufigen Personalzahlen ließen sich dadurch erklären, dass einige größere Einsätze entweder personell reduziert oder gänzlich beendet worden seien, erklärte Friedenseinsatz-Experte Jair van der Lijn von Sipris. Nachfolge- und neue Missionen seien dagegen tendenziell kleiner.

Beim Budget für die UN-Blauhelme werde weiter gespart, während Länder die Effektivität der Einsätze infrage stellten. Auch Bedenken über die Sicherheit des UN-Personals spielten eine Rolle bei dem Rückgang.

Afrikanische Union leitet größten Einsatz

Der personell größte Einsatz bleibt die Amisom-Mission der Afrikanischen Union in Somalia mit 20.370 Einsatzkräften, gefolgt vom UN-Blauhelmeinsatz im Südsudan (Unmiss) und dem Nato-Ausbildungseinsatz "Resolute Support" in Afghanistan.

2019 standen 22 der 61 Einsätze unter der Federführung der UN, 33 wurden von regionalen Organisationen und internationalen Bündnissen angeführt. In sechs Fällen fanden sich individuelle Koalitionen zwischen Staaten zu einem Einsatz zusammen.

Brandherd Mali: Viele Todesopfer

Die UN-Mission im westafrikanischen Mali (Minusma) bleibt dabei der UN-Friedenseinsatz mit den meisten Todesopfern durch feindliche Angriffe.

Bei den internationalen Blauhelmeinsätzen gab es 2019 laut Sipri insgesamt 102 Todesfälle. Während viele davon etwa auf Krankheiten oder Unfälle zurückzuführen waren, kamen 28 davon bei Angriffen ums Leben.

Die Mali-Mission ist eine andere Art von Einsatz.
Jair van der Lijn, Sipri

Die Mali-Mission sei eng mit internationalen Bemühungen im Kampf gegen Terroristen in der Region verbunden. Andere Missionen fänden eher die klassischen Prinzipien eines Friedenseinsatzes - etwa die Zustimmung aller Konfliktparteien - vor und begegneten deshalb seltener gewalttätigem Widerstand.

Im Gegensatz zur Mali-Mission wiesen alle anderen UN-Friedenseinsätze eine vergleichsweise niedrige Zahl von Todesopfern durch feindliche Angriffe auf.

Maas wirbt für Bundeswehr-Mandat in Mali

Die Bundeswehr ist in Mali sowohl an der UN-Mission als auch am EU-Ausbildungseinsatz EUTM beteiligt. Die Bundesregierung will den Einsatz in dem von islamistischen Terrorgruppen und organisierter Kriminalität bedrohten Land ausweiten.

So sollen für EUTM bis zu 450 deutsche Soldaten und damit 100 mehr als bisher entsendet werden können. Die UN-Mission Minusma soll nahezu unverändert mit weiterhin bis zu 1.100 Soldaten fortgesetzt werden.

Stimmabgabe in einem Wahllokal in Bamako

Anti-Terror-Kampf in Afrika -
Mali: Wie Corona alles noch schwieriger macht
 

Die Bundeswehr ist an mehreren Missionen in Mali beteiligt. Bald enden die Mandate - aber Corona verschärft viele Probleme.

von Lucia Weiss

Die Lage in Mali wirke wie ein Brandbeschleuniger für Migration, organisierte Kriminalität und Extremismus, hatte Maas vor zwei Wochen im Bundestag gesagt.

Dieser Einsatz ist ein schwieriger, und er wird es auch bleiben.
Heiko Maas, Bundesaußenminister (SPD)

Die Bilanz des Engagements bezeichnete er dabei als "durchwachsen". Das Bundeswehr-Mandat für MINUSMA läuft Ende Mai aus.

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