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Zehn Jahre nach Fukushima : Atomkraft: Warnung vor "Renaissance"

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Zehn Jahre nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima sprechen sich Politiker gegen eine Rückkehr zur Atomkraft aus. BfS-Präsidentin Paulini glaubt: Europa ist ohne AKW sicherer.

Das Kernkraftwerk in Biblis mit seinen beiden Brennblöcken. Davor steht ein Stopschild - symbolisch für die Stillegung der Anlage in 2017.
Seit 2017 stillgelegt: Das Kernkraftwerk in Biblis.
Quelle: dpa (Archiv)

Kurz vor dem zehnten Jahrestag der Nuklearkatastrophe von Fukushima haben mehrere Politiker davor gewarnt, über einen Wiedereinstieg in die Atomkraft nachzudenken. Solche "Renaissance"-Tendenzen beobachte er vor allem in den Reihen der Union, sagte Ex-Grünen-Chef Cem Özdemir der Deutschen Presse-Agentur.

"35 Jahre nach Tschernobyl und zehn Jahre nach dem dreifachen GAU von Fukushima dürfen wir die Gefahren der Atomkraft nicht vergessen", mahnte der Grünen-Politiker. Diejenigen, die vor diesem Hintergrund über einen Wiedereinstieg in die Atomkraft nachdenken würden, könne er nur warnen:

Ein Roll-Back beim Atomausstieg schadet dem Klimaschutz und dem Standort, denn er behindert den Ausbau der Erneuerbaren.
Cem Özdemir, Ex-Grünen-Chef

Miersch: Atomkraft hat "keine Zukunft"

Auch SPD-Fraktionsvize Matthias Miersch warnte vor Rückkehrtendenzen. Allen politisch Verantwortlichen müsse der Jahrestag von Fukushima eine Mahnung sein, dass "Atomkraft keine Zukunft" haben könne, sagte Miersch der dpa. Auch auf europäischer Ebene dürfe es keine mittelbaren oder unmittelbaren staatlichen Beihilfen für Kernenergie geben, forderte Miersch.

Der Grünen-Politiker Özdemir sieht darüber hinaus die nächste Bundesregierung in der Verantwortung, den Ausbau erneuerbarer Energien deutlich voranzutreiben. "Für die Energiewende waren die Merkel-Jahre leider verlorene Jahre", sagte Özdemir.

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43 min
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Zu einem denkbaren Wiedereinstieg Deutschlands in die Atomenergie hatte sich Anfang des vergangenen Jahres der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer öffentlich geäußert. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte der CDU-Politiker damals, dass sich Deutschland nicht komplett aus der Kernforschung zurückziehen könne. Ob eine Rückkehr zur Atomkraft nötig sei, werde "davon abhängen, ob die Energiewende klappt". Deutschland müsse "technologieoffen" bleiben, erklärte Kretschmer damals.

BfS-Präsidentin Paulini für europaweiten Ausstieg

Die Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Inge Paulini, setzt sich für einen europaweiten Ausstieg aus der Atomenergie ein. Dem Berliner "Tagesspiegel" sagte sie:

Es wäre besser, wenn gar keine Kernkraftwerke mehr in Europa liefen, weil es ohne sie sicherer ist.
Inge Paulini, Präsidentin BfS

Paulini weiter: "Fukushima lehrt uns, dass es keine Sicherheitsgarantie gibt. Je mehr Kraftwerke betrieben werden, desto höher ist auch das Risiko, dem wir ausgesetzt sind." Auf die Frage, welche Anlagen in Europa ihr besondere Sorgen bereiten, betonte Paulini: "Alle, die noch laufen".

BfS: Als Lehre aus Fukushima besser vorbereitet

Das BfS bereite sich insbesondere auf Unfälle in grenznahen Kernanlagen vor, da Unfälle dort die größten Auswirkungen auf Deutschland haben könnten. Insgesamt sei Deutschland als Lehre aus Fukushima besser vorbereitet, sagte Paulini.

"Der Radius um Kernkraftwerke, für die Notfall-Schutzmaßnahmen vorgeplant sind, wurde auf 100 Kilometer vergrößert. Wir haben außerdem größere Vorräte an Jodtabletten angelegt, die Bestände wurden auf 189,5 Millionen Tabletten aufgestockt", betonte Paulini.

Archiv 08.03.2019: Speichertanks für radioaktives Wasser in Fukushima in Japan.

Doku - Die Fukushima-Katastrophe 

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