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Zehn Jahre nach Atomkatastrophe - Fukushima und die Folgen

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Kernkraft trotz Katastrophe: Zehn Jahre nach Fukushima setzt Japan weiter auf Atomenergie. Dabei kämpft das Land bis heute mit den Folgen des Reaktorunglücks. Ein Überblick.

Am Jahrestag der Fukushima-Katastrophe findet eine Gedenkfeier für die Opfer statt. Vor genau zehn Jahren löste ein starkes Erdbeben zuerst ein Tsunami und dann eine Nuklearkatastrophe aus.

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Wie sieht es im Kernkraftwerk Fukushima jetzt aus?

Überall auf dem Gelände des havarierten Atomkraftwerks liegt Metallschrott, piepende Geigerzähler machen die radioaktive Gefahr hörbar. Täglich sind immer noch 5.000 Menschen vor Ort im Einsatz. Bisher wurde die Umgebung der vier beschädigten Reaktoren geräumt, noch intakte Brennstäbe wurden mit riesigen Kränen gehoben. Zum Schutz vor weiteren Tsunamis werden neue Betondeiche gebaut.

Der schwierigste Teil der Aufräumarbeiten steht noch aus: die Bergung von fast 900 Tonnen geschmolzenem Brennstoff und hochradioaktiven Trümmern. Dafür wird in Großbritannien ein spezieller Roboterarm gebaut, der wegen der Corona-Pandemie erst im nächsten Jahr einsatzbereit sein wird. Der komplette Rückbau des havarierten Akw wird mindestens noch 30 bis 40 Jahre dauern.

Alles im Griff, möchte Japans Regierung zeigen. Keineswegs: erstarrte radioaktive Lava in der Tiefe, 1000 Tanks mit radioaktivem Wasser. Die Reaktorkatastrophe ist nicht zu Ende.

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Welche Gefahr geht von der Anlage noch aus?

Dieses Jahr wurde die Region am 13. Februar erneut von einem Erdbeben der Stärke 7,3 erschüttert. Am Atomkraftwerk entstand jedoch kein größerer Schaden. Allerdings sank dadurch der Kühlwasserspiegel in mehreren Reaktoren. Es sei jedoch kein Kühlwasser ausgetreten, versicherte der Betreiber Tepco.

Das Grundwasser aus den nahegelegenen Bergen war nach der Katastrophe lange ein Problem, da es unter die Reaktoren sickerte und radioaktiv kontaminiert wurde. Seit 2018 ist eine Anlage in Betrieb, die das verhindern soll: Sie lässt den Boden 30 Meter tief auf einer Länge von 1,5 Kilometern gefrieren, wodurch eine Barriere für das Wasser entsteht.

Volker Angres, Leiter der ZDF-Umweltredaktion, erläutert die Auswirkungen der Fukushima-Katastrophe.

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Dennoch ist radioaktiv verseuchtes Wasser weiterhin ein Problem. 2020 fielen täglich rund 140 Kubikmeter an. Das Wasser wird gefiltert und in hunderten Tanks auf dem Gelände gelagert. Aber der Platz wird knapp und reicht wohl nur bis zum Sommer nächsten Jahres. Voraussichtlich wird die Regierung einen umstrittenen Plan genehmigen, das behandelte Wasser nach und nach ins Meer zu leiten.

Welche Rolle spielt Atomkraft in Japan noch?

Nach dem Tsunami wurden alle 54 Atomreaktoren im Land abgeschaltet und die Sicherheitsanforderungen verschärft. Derzeit sind neun Reaktoren wieder in Betrieb, 24 sollen endgültig stillgelegt werden. Vor dem Unglück wurden 30 Prozent des Stroms in Japan in Kernkraftwerken erzeugt, 2019 waren es nur noch 6,2 Prozent. Die Regierung will diesen Anteil bis 2030 auf 20 bis 22 Prozent erhöhen - ein unerreichbares Ziel nach Ansicht vieler Experten.

Die Menschheit steuert auf eine Katastrophe zu. Der Meeresspiegel steigt, Stürme verwüsten Landstriche, Trockenheit gefährdet immer mehr Ernten. Der Klimawandel schreitet ungebremst voran.

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Warum will Japan zurück zur Kernkraft?

Die japanische Regierung setzt weiter auf Kernkraft, um unabhängiger von Energieimporten zu sein. Zudem soll die Atomenergie die CO2-Emissionen reduzieren helfen, um das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen. Die Mehrheit der Japaner lehnt Atomkraft jedoch seit der Katastrophe in Fukushima ab. Dutzende Gemeinden in der Nähe von Reaktoren versuchen vor Gericht zu verhindern, dass die Anlagen wieder ans Netz gehen.

Die Kosten für die neuen Sicherheitsauflagen sind enorm hoch, auch längerfristig ist der Unterhalt der laufenden und stillgelegten Anlagen sehr teuer. Anfang 2020 bezifferte die japanische Nachrichtenagentur Kyodo diese Kosten für alle Reaktoren des Landes auf 13,460 Billionen Yen (106 Milliarden Euro) - die Kosten für den Rückbau von Fukushima Daiichi und die Dekontamination der Umgebung nicht eingerechnet.

Da es keine Pläne für neue Kraftwerke gebe, "wird die Kernkraft in Japan allmählich verschwinden", sagt der Energieexperte Takeo Kikkawa. Auch die Energieunternehmen steuern um. Tepco zum Beispiel kündigte im Juni an, über einen Zeitraum von zehn Jahren 2.000 Milliarden Yen (fast 16 Milliarden Euro) in erneuerbare Energien zu investieren.

Was damals vor Ort tatsächlich geschehen ist: Die ZDFzeit-Dokumentation "Der ewige Gau?" zeichnet mit teils exklusivem Material die Katastrophe von Fukushima nach:

Am 11. März 2021 jährt sich zum zehnten Mal die Tsunami- und Atomkatastrophe von Japan, die bis zu 20.000 Menschen das Leben und rund 160.000 Japaner ihre Heimat kostete.

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