Iran stoppt Ausreise der Familie von Fußballstar Ali Daei

    Ex-Fußball-Nationalspieler:Iran: Flugzeug mit Familie von Daei gestoppt

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    Frau und Tochter von Ex-Fußballprofi Ali Daei wurde die Ausreise aus dem Iran verweigert. Dafür wurde ein Flugzeug umgeleitet. Daei zeigte sich fassungslos über den Vorfall.

    Ali Daei vor einem Fußballspiel zwischen dem Iran und Singapur im Jahr 2009
    Ali Daei und seine Familie zeigten sich kritisch gegenüber dem Regime in Teheran, nun wurde Frau und Tochter die Ausreise verweigert.
    Quelle: AP

    Der ehemalige Spielführer der iranischen Nationalmannschaft, Ali Daei, hat mit Fassungslosigkeit auf den dramatischen Ausreisestopp seiner Familie reagiert. "Wollten die (Sicherheitskräfte) etwa Terroristen verhaften", wurde der Rekord-Nationalspieler von den iranischen Medien am Dienstag zitiert.
    Er habe versucht, bei mehreren Behörden einen Grund für den sonderbaren Vorfall zu erhalten, bislang jedoch vergebens, sagte der 53-Jährige, der im Iran als Volksheld gefeiert wird, laut Tageszeitung "Etemad". In Deutschland hatte Daei für Arminia Bielefeld, Hertha BSC und den FC Bayern München gespielt. 

    Familie muss auf iranischer Insel Kisch aussteigen

    Seine Frau und seine Tochter erlebten am Montag dramatische Stunden. Sie waren nach der Passkontrolle am Flughafen in Teheran in ein Flugzeug eingestiegen, um nach Dubai zu reisen. Doch kurz vor dem Ziel drehte die Maschine der staatlichen Fluglinie Mahan plötzlich um und machte eine Zwischenlandung auf der südiranischen Insel Kisch.
    Dort mussten beide aussteigen. Daeis Frau musste auf Anweisung von Sicherheitskräften nach Teheran zurück, die Tochter hätte weiterreisen dürfen, was sie jedoch nicht tat.
    Eine iranische Boxerin im französischen Exil hat ein eigenes Modelabel gegründet. Die Kleidung lässt sie in Iran fertigen, um so die Frauen dort bei ihrem Kampf für die Freiheit zu unterstützen. 22.12.2022 | 1:50 min

    Iranische Justiz: Daeis Frau bei systemkritischen Protesten

    Laut iranischen Justizquellen hatte sich Daeis Frau bei den systemkritischen Protesten mit "kontrarevolutionären" Regimegegnern solidarisiert und war daher aufgefordert worden, das Land nicht ohne vorherige Erlaubnis zu verlassen. Da sie dies trotzdem getan habe, sei das Flugzeug gestoppt worden. Festgenommen wurde sie jedoch nicht, wie die Nachrichtenagentur Mehr berichtete.
    Daei selbst weist die Angaben der Justizbehörde vehement zurück. Seine Frau habe legal ausreisen wollen. Falls ein Ausreiseverbot vorgelegen hätte, hätte die Polizei ihr das bei der Passkontrolle in Teheran mitteilen sollen.

    Was soll das Ganze, das war doch nur ein Kurztrip und beide wollten nächste Woche wieder zurück.

    Ali Daei, Ex-Fußball-Profi

    Vorfall mit Daeis Familie kein Einzelfall im Iran

    Der Vorfall mit Daeis Familie ist kein Einzelfall. Wegen der Solidarisierung mit den nun seit über drei Monaten andauernden Protesten gegen das islamische System wurden auch andere iranische Prominente festgenommen und inhaftiert.
    Laut Menschenrechtsgruppen im Ausland sollen bislang über 18.000 Demonstranten verhaftet worden sein. Zwei Demonstranten wurden bereits hingerichtet, über 20 weitere Demonstranten stehen auf der Todesliste der Justiz. Die Zahl der Toten wird auf 500 geschätzt. 

    Daei soldarisierte sich mit Iran-Demonstranten

    Daei hatte sich nach Ausbruch der landesweiten Proteste Mitte September mit den Demonstranten solidarisiert. Deswegen war auch sein Reisepass von den Behörden vorübergehend beschlagnahmt worden.
    Im gleichen Zusammenhang liegt gegen den ehemaligen Profi Ali Karimi, der bei Bayern München und Schalke 04 spielte, ein Haftbefehl vor. Der Ex-Spieler des Hamburger SV, Mehdi Mahdavkia, kündigte aus Protest seinen Posten als U-21 Nationaltrainer.

    Iran: Seit Monaten heftige Proteste

    Der Iran wird seit Monaten von heftigen Protesten erschüttert. Ausgelöst wurden sie durch den Tod der jungen Kurdin Mahsa Amini am 16. September. Die 22-Jährige war nach ihrer Festnahme durch die Sittenpolizei wegen eines nicht ordnungsgemäß getragenen Kopftuchs gestorben.
    Auch 100 Tage nach dem Tod der jungen kurdischen Iranerin gehen die Proteste weiter:

    100 Tage danach
    :Wie Mahsa Aminis Tod den Iran verändert

    Vor 100 Tagen starb Jina Mahsa Amini nach ihrer Festnahme durch die Sittenpolizei im Iran. Ihr Tod löste eine massive Protestwelle aus. Was haben die Proteste seitdem erreicht?
    Iranians woman protests a 22-year-old woman Mahsa Amini's death after she was detained by the morality police, in Tehran, Saturday, Oct. 1, 2022.
    Quelle: AFP, sid
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