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Große Unternehmen - G20-Finanzminister für globale Mindeststeuer

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Die Finanzminister der G20-Staaten sind bei der globalen Mindeststeuer für große Unternehmen mit im Boot. Finanzminister Scholz sprach von einem "großen geschichtlichen Moment".

Die 20 wichtigsten Industrieländer haben sich heute in Venedig auf globale Mindeststeuer geeinigt. Es gibt aber auch noch eine Reihe von offenen Fragen.

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Die Finanzminister der 20 großen Industrie- und Handelsstaaten haben eine globale Steuerreform mit einer Mindeststeuer für große Unternehmen beschlossen. Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) sprach am Samstag beim Treffen mit seinen G20-Amtskollegen in Venedig von einem "großen geschichtlichen Moment". "Die G20-Staaten haben sich jetzt hier darauf verständigt, dass sie eine neue Ordnung der internationalen Besteuerung miteinander vereinbaren wollen", sagte er. Am Ende der Minister-Debatte sei Szenenapplaus ausgebrochen.

G20-Länderchefs müssen Steuerreform absegnen

Die Reform mit einer Mindeststeuer von 15 Prozent und einer neuen Verteilung der Besteuerungsrechte unter den Staaten soll 2023 in Kraft treten. Bis Oktober dieses Jahres sollten die letzten Fragen geklärt werden, dann sollen die Staatsoberhäupter der G20-Staaten zustimmen. Er sei sich "vollkommen sicher", dass ein Beschluss dort gelingen werde, sagte Scholz.

Auf Arbeitsebene haben bereits 131 Staaten unter dem Dach der Industriestaaten-Organisation OECD den Plänen zugestimmt. Acht Länder - darunter aus Europa Irland, Ungarn und Estland - verweigerten aber ihre Unterschrift.

Die Mindeststeuer von 15 Prozent soll verhindern,

  • dass Unternehmen ihren Sitz in Niedrigsteuerländer verlagern,
  • dass Staaten ihre Unternehmensteuern im Wettbewerb gegeneinander immer weiter senken,
  • dass internationale Unternehmen nicht nur in ihrem Heimatland Steuern zahlen, sondern auch da, wo sie gute Geschäfte machen.

Letzteres betrifft unter anderem große Digitalkonzerne, die bisher oft insgesamt nur wenig Steuern zahlen.

Die Praxis, Steuerzahlungen zu vermeiden, indem man das Steuerzahlen in Steueroasen verlegt, die wird endgültig beendet.
Olaf Scholz, Bundesfinanzminister


Zugleich bekämen die Staaten mehr Mittel zur Finanzierung ihres Gemeinwesen - und große, sehr profitable Unternehmen würden fairer besteuert, sagte Finanzminister Scholz.

Finanzminister Scholz: "Großer Fortschritt für die Steuergerechtigkeit"

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Industrie befürchtet zusätzliche Belastungen

Der Industrieverband BDI mahnte, der Mindeststeuersatz müsse sich an den von den USA ins Spiel gebrachten 15 Prozent orientieren. Zuvor hatten mehrere Länder, darunter Frankreich und auch Deutschland, durchblicken lassen, dass sie sich eigentlich einen höheren Mindestsatz wünschten. Der BDI mahnte zudem, die G20-Staaten sollten sich nun klar gegen zusätzliche nationale und europäische Digitalabgaben aussprechen, die zu Wettbewerbsnachteilen und Handelskonflikten führen könnten.

Auch US-Finanzministerin Janet Yellen mahnte ein Ende der europäischen Digitalsteuern an. Sie hoffe, dass die internationale Einigung auf eine Neuverteilung der Besteuerungsrechte es möglich mache, existierende Digitalabgaben loszuwerden, sagte sie in Venedig. Die USA seien der Meinung, dass diese Abgaben amerikanische Firmen diskriminierten.

One World Trade Center in New York

Beschluss von 130 Ländern - Globale Mindeststeuer mit vielen Fragezeichen 

130 Länder haben sich auf eine Mindeststeuer für Großkonzerne verständigt, auch wichtige Länder wie China sind dabei. Doch es gibt noch eine Menge Ungewissheiten.

von Mischa Ehrhardt
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