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Erstes G7-Treffen seit 2019 - Boris Johnson lädt zum Grillen

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Auf dem Gipfel der G7 Staaten wird es um die Themen Corona-Pandemie und Klimaschutz gehen. US-Präsident Biden wird in St. Yves auch mit Bundeskanzlerin Merkel zusammenkommen.

Morgen beginnt der G7-Gipfel der sieben größten Industriestaaten in England. Neben Corona und der Klimakrise ist auch China ein großes Thema, besonders für US-Präsident Biden.

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Es wird ein Gipfel voller erster und letzter Male. Wegen der Pandemie das erste große persönliche Zusammentreffen der G7- Regierungschefs seit zwei Jahren, der erste internationale Auftritt von US-Präsident Joe Biden, das erste Mal, dass Boris Johnson als Gastgeber erscheinen und seine Vision von Brexit-Britain als global Player vorstellen kann, der erste internationale Termin des japanischen Regierungschefs Suga. Und wohl der letzte große von Angela Merkel.

Hauptthemen: Pandemie und Klimaschutz

Die Pandemie und der Klimaschutz werden die Hauptthemen sein in St. Yves, am südwestlichen Zipfel Großbritanniens, das die Briten als ihre Côte d’Azur betrachten. Boris Johnsons Slogan "build back better" ist der kleinste gemeinsame Nenner dieses Gipfels.

Streit wird es eher darum geben, ob und wie die G7-Länder, die über viel mehr Impfstoff verfügen als ihre Bevölkerungen benötigen, diesen gerecht an bedürftige Länder der Welt verteilen.

Die G7 repräsentieren zwar nur zehn Prozent der Weltbevölkerung, aber 40 Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts. Eine reichlich ungleiche Verteilung von Reichtum, die sich auch auf Impfdosen erstreckt. Während sich die Pandemie in den reichen Ländern langsam ihrem Ende nähert, hat die Immunisierung in anderen Weltregionen kaum begonnen.

Zu sehen ist die Weltkarte und Icons, die die Impfquote repräsentieren. Im Norden ist mehr geimpft als im Süden.

Nachrichten | Politik - "So ungerecht wird auf der Welt geimpft" 

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Biden will Welt-Impfplan verkünden

Joe Biden hat vor seinem Abflug nach Großbritannien gesagt, er habe einen Welt-Impfplan und werde ihn hier verkünden. Während die EU bereits Impfdosen abgegeben hat, haben USA und UK bisher kaum geteilt. Von der Forderung, Patentrechte an Impfstoffen aufzugeben, wovon die EU nichts wissen wollte, war bisher nicht mehr die Rede.

Die Kehrtwende der USA bringt Bewegung in die Diskussion über Patentrechte bei Impfstoffen gegen das Coronavirus. Die USA wollen eine vorübergehende Aussetzung des Patentschutzes.

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Ziele beim Klimaschutz

Auch beim Klimaschutz gilt seit Biden wieder das Prinzip, das man gemeinsam weiterkommt. Und weiterkommen muss. Wenn die Temperaturen bis 2050 um 2,6 Grad steigen, so eine Studie von Oxfam und der Schweizer Rückversicherungsgesellschaft, würden die G7-Länder jedes Jahr einen doppelt so großen wirtschaftlichen Schaden erfahren wie im Corona-Jahr.

In Cornwall ist viel los: morgen beginnt das Treffen der führenden Industriestaaten. Bereits vorab gibt es viele bilaterale Treffen: auch zwischen Biden und Johnson.

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Das Vereinigte Königreich wird im November mit Cop26 den großen Klimagipfel in Glasgow ausrichten, Johnson fordert schon jetzt alle anderen Länder heraus, ihre Emissionen zu reduzieren, so dass das Ziel der Pariser Klimakonferenz, die Erderwärmung unter zwei Grad, besser noch unter 1,5 Grad zu halten, erreicht werden kann.

Uneinigkeit bei Handelspolitik und Brexit-Abkommen

Für diese Themen sind die Erwartungen hoch, der gute Wille scheint vorhanden. Schwieriger wird es bei einer gemeinsamen Handelspolitik, bei der die USA immer noch protektionistisch unterwegs sind.

Doch auch bilateral gibt es einiges zu klären. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen und Ratspräsident Charles Michel sind ebenfalls in St. Yves, die Beziehungen zwischen EU und UK erreichen seit dem Brexit immer neue Tiefpunkte.

Die Flaggen von Großbritannien und EU.

Die EU und Großbritannien - 100 Tage Brexit - Mehr Fragen als Antworten 

Die Stimmung ist schlecht zwischen Brüssel und London. In Nordirland reißen die Krawalle nicht ab, kleine Unternehmen gehen Pleite. Doch Boris Johnson hat wieder Aufwind.

von Diana Zimmermann, London

Nordirland - Herzensthema von Biden

So groß ist der Frust auf der europäischen und die Wut auf der britischen Seite, dass Beobachter damit rechnen, dass Boris Johnson, kaum wird Joe Biden abgeflogen sein, das gesamte Abkommen aufkündigen könnte.

Das wiederum würde große politische Unruhe in Nordirland auslösen. Und der Frieden dort ist ein Thema, das auch Joe Biden, der, wie so viele Amerikaner irischer Herkunft ist, sehr am Herzen liegt.

Seit Ostern gibt es in der britischen Provinz Nordirland jede Nacht Ausschreitungen zwischen Protestanten und Katholiken. Einer der Gründe dafür dürfte auch der Brexit sein.

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Klatsche für Johnson

Biden fürchtet, dass Johnson den Friedensprozess in der einstigen Unruheprovinz im Streit um das sogenannte Nordirland-Protokoll gefährden könnte. Die britischen Zeitungen "Times" und "Guardian" berichteten, dass die US-Top-Diplomatin Yael Lempert bei einem Treffen mit dem britischen Brexit-Minister David Frost eine Protestnote überbracht habe, wonach Biden fordert, dass Großbritannien sich hinter das sogenannte Nordirland-Protokoll stellen müsse.

Eine heftige Klatsche für Johnson, und das, da der britische Premier gehofft hatte, die ganz "spezielle Beziehung" zu den USA neu zu beleben.

Beziehung zwischen Großbritannien und den USA

Die Vorstellung, dass Großbritannien einen besonderen Platz im Herzen der Amerikaner einnehme, hat vielen Briten den nötigen Mut gegeben, sich von der EU zu lösen. Bisher konnte man von dieser erhofften Sentimentalität der Amerikaner nichts erkennen.

Noch dazu hatte Johnson sich Bidens Vorgänger Trump mit viel Sympathie für dessen populistische Politik an den Hals geschmissen und muss nun sehen, wie er wieder zurückrudert.

Joe Biden hat deutlich gemacht, dass die USA keinen Konflikt mit Russland wollen. Man werde aber entschlossen reagieren, wenn die russische Regierung sich schädlich verhält, so Biden.

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Position von G7 zu Russland und China

Natürlich wird es auch um Sicherheit gehen, und da vor allem um Länder, die nicht dabei sind, wenn Boris Johnson am Wochenende zum Barbecue an den Strand von Carbis Bay lädt. Folgen die übrigen sechs Joe Biden auf seinem Weg, sich deutlich von Russland und China abzugrenzen?

Gerade mit Deutschland und seinen wirtschaftlichen Interessen in den beiden Ländern zeichnen sich da schwierige Gespräche ab. Nicht zum ersten und sicher nicht zum letzten Mal.

Diana Zimmermann ist Leiterin des ZDF-Studios London

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