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Ganztagsbetreuung bringt Staat bis zu 2 Milliarden Euro

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DIW-Studie - Ganztagsbetreuung bringt Staat bis zu 2 Milliarden Euro

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Je mehr Ganztagsangebote, desto mehr Mütter arbeiten - was mehr Geld für den Staat bedeutet. Die Ganztagsbetreuung könne sich laut einer Studie großteils selbst finanzieren.

Mütter bringen Kinder in die Kita
Mütter bringen Kinder in die Kita
Quelle: dpa

Der geplante Ausbau der Ganztagsplätze für Grundschulkinder wird nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zwar viel Geld kosten, aber dem Staat auf der anderen Seite auch Einnahmen bescheren.

Der Ausbau ermöglicht Frauen, überhaupt erwerbstätig zu sein oder ihre Arbeitszeit aufstocken.
DIW-Bildungsexpertin Katharina Spieß

Die Untersuchung, die DIW-Bildungsexpertin Katharina Spieß gemeinsam mit Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) vorstellte, kommt zu dem Ergebnis, dass sich der Ausbau der Ganztagsplätze dadurch zu einem substanziellen Teil selbst finanziere, wie Spieß sagte - je nach Szenario zwischen 30 und 90 Prozent. "Der Ausbau ermöglicht Frauen, überhaupt erwerbstätig zu sein oder ihre Arbeitszeit aufzustocken."

Ganztagsangebote bringen mehr Steuern und Sozialversicherungsbeiträge

Wenn es mehr Ganztagsangebote für Grundschulkinder gibt, steigert das die Erwerbstätigkeit der Mütter. Die Studie geht nach verschiedenen Szenarien von einer Erhöhung der Erwerbsquote um zwei bis sechs Prozentpunkte aus. Somit habe die Ganztagsbetreuung auch einen volkswirtschaftlichen Nutzen, der bei bis zu zwei Milliarden Euro pro Jahr liege, sagte Giffey.

Das werde die Steuereinnahmen und die Einnahmen in der Sozialversicherung erhöhen. Auf der anderen Seite werde es weniger Ausgaben für Sozialleistungen wie Wohngeld oder Kinderzuschlag geben. Die Mehreinnahmen für den Staat lägen also je nach Szenario zwischen einer und zwei Milliarden Euro pro Jahr, hieß es.

Alleine die Räume können bis zu sieben Milliarden kosten

Die Große Koalition hat vereinbart, dass ab 2025 alle Kinder in Deutschland von der ersten bis zur vierten Klasse einen Anspruch auf Ganztagsbetreuung haben sollen, an fünf Tagen in der Woche, für acht Stunden am Tag.

Die Kosten für den Ausbau zum Beispiel für Räumlichkeiten und Gebäude an den rund 15.000 Grundschulen in Deutschland werden auf fünf bis sieben Milliarden Euro geschätzt. Dazu kommen prognostizierte laufende Betriebskosten pro Jahr von bis zu vier Milliarden Euro.

Es braucht eine Million zusätzliche Betreuungsplätze

Giffey verwies auf das im Koalitionsvertrag festgeschriebene Vorhaben, bis 2025 einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung einzuführen. Dabei geht die Regierung davon aus, dass für 75 Prozent der Grundschulkinder ein Ganztagsplatz benötigt wird - das derzeitige Angebot deckt den Bedarf für 50 Prozent ab.

Die Nachfrage sei aber regional sehr unterschiedlich - im Osten oder den Stadtstaaten Hamburg und Berlin sei sie deutlich höher als in anderen Ländern. Um 75-Prozent-Abdeckung zu erreichen, brauche es laut Giffey eine Million zusätzliche Plätze. Um dieses Ziel zu erreichen, unterstützt der Bund die Länder mit Finanzhilfen in Höhe von zwei Milliarden Euro.

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