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Gasstreit: Athen und Ankara weiter uneinig

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Krise im Mittelmeer - Gasstreit: Athen und Ankara weiter uneinig

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Die Vermittlung von Nato-Generalsekretär Stoltenberg zwischen Griechenland und der Türkei im Streit um die Gasvorkommen im Mittelmeer verläuft schwierig. Merkel sprach mit Erdogan.

Kriegsschiffe aus Griechenland, Italien, Zypern und Frankreich nehmen an einer gemeinsamen Militärübung im östlichen MIttelmeer teil. Bei den Spannungen zwischen Griechenland  um die Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer versucht Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg zu vermitteln.
Angespannte Lage im östlichen Mittelmeer nicht nur wegen Militärübungen: Griechenland und die Türkei streiten um Gasvorkommen.
Quelle: dpa

Verwirrung im Streit um die Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg vermittelt zwischen Griechenland und der Türkei und berichtet, Athen habe sich mit Ankara über den Beginn "technischer Gespräche" zur Deeskalation geeinigt. Die griechische Regierung dementiert.

Griechen fordern sofortigen Abzug türkischer Schiffe

Eine derartige Einigung gebe es nicht, dies entspreche "nicht der Realität", erklärte das griechische Außenministerium. Eine Nato-Sprecherin äußerte sich nicht zur Haltung Athens. Sie verwies nur darauf, dass es am Donnerstag ein technisches Treffen zwischen der Türkei und Griechenland in der Nato-Zentrale in Brüssel gegeben habe.

Erdgas-Streit im Mittelmeer -
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Im Streit um Gasvorkommen im Mittelmeer droht der türkische Präsident Erdogan Griechenland und Frankreich und nennt die politisch Verantwortlichen "geldgierig" und "inkompetent".

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Griechenland wolle jedoch an der Absicht festhalten, an der Einrichtung von Deeskalationsmechanismen zu arbeiten, betonte das Ministerium. Eine Deeskalation werde es aber erst bei einem "sofortigen Abzug aller türkischen Schiffe vom griechischen Kontinentalschelf" geben.

Streit um Gasvorkommen im Mittelmeer

Stoltenberg hatte zuvor mitgeteilt, die beiden Nato-Staaten seien bereit, Gespräche zur Beilegung des Streits um die Gasvorkommen zu führen. Im Rahmen der Nato wollten die beiden Länder "Mechanismen für eine militärische Konfliktvermeidung schaffen". Damit solle das "Risiko von Zwischenfällen und Unfällen im östlichen Mittelmeer" verringert werden.

Die türkische Regierung betonte, sie unterstütze die Initiative Stoltenbergs. Die Türkei erwarte, dass auch Griechenland dies tue, erklärte das Außenministerium in Ankara. Die Gespräche im Nato-Rahmen würden sich jedoch lediglich um die Vermeidung von Zwischenfällen drehen und nicht um die Meeresgrenzen und Förderrechte bei Energieressourcen, unterstrich das Ministerium zugleich.

Merkel: Notwendigkeit zum Abbau von Spannungen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach am Donnerstag in einer Videokonferenz mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan über die Lage im östlichen Mittelmeer. Nach Angaben ihres Sprechers Steffen Seibert unterstrich die Kanzlerin dabei "die Notwendigkeit zum Abbau regionaler Spannungen". Erdogan kritisierte laut der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu die Haltung Griechenlands als egoistisch und ungerechtfertigt und verurteilte Länder, die Athen unterstützten.

Präsident Erdogan lässt keine Gelegenheit aus, um den Anspruch der Türkei auf große Teile des östlichen Mittelmeers zu bekräftigen. Er würde er den Anspruch sogar mit Waffengewalt geltend machen, sagt er.

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Zuletzt Kollision zwischen griechischem und türkischem Kriegsschiff

Unter anderem Frankreich hatte jüngst als Zeichen der Solidarität mit Griechenland und Zypern die französische Militärpräsenz im östlichen Mittelmeer erhöht. Merkel hatte bereits mehrmals versucht, in dem Konflikt zu vermitteln. Auch Außenminister Heiko Maas (SPD) reiste zu Gesprächen in die Türkei und nach Griechenland, ohne die beiden Nato-Partner zueinander bringen zu können.

Im Zuge von Militärmanövern in dem Seegebiet war es zuletzt sogar zu einer Kollision zwischen einem griechischen und einem türkischen Kriegsschiff gekommen. Die Türkei wirft Griechenland vor, für den Zusammenstoß verantwortlich zu sein.

Kriegsgefahr im Mittelmeer?

Seit der Entdeckung reicher Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer gibt es heftigen Streit um deren Ausbeutung. Sowohl Griechenland als auch die Türkei erheben Anspruch auf die betreffenden Seegebiete und untermauern diesen auch durch die Entsendung von Kriegsschiffen. Die Beziehungen zwischen den beiden Nato-Mitgliedern sind deshalb extrem angespannt.

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