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Interview

Altbundespräsident im ZDF : Gauck: "Putin preist Angst der Deutschen ein"

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Ukraine-Krieg, Demokratie, Vertrauen in die Politik: Altbundespräsident Joachim Gauck spricht vor dem Tag der Deutschen Einheit im ZDF über die aktuellen Herausforderungen.

Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck im heute journal

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9 min
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Die Welt wird derzeit mit vielen Krisen konfrontiert: Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine stellt den Westen vor große Herausforderungen, die Energiepreise explodieren, die Angst vor einer nuklearen Eskalation wächst. heute-journal-Moderator Christian Sievers spricht mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck über:

... die Ängste der Menschen in Krisenzeiten:

"Man kann Ängste nicht wegzaubern, aber man kann sie zähmen. Und man kann so etwas wie Mut und Entschlossenheit fassen. Und daran erinnert uns so eine Kirche. Daran erinnert uns dieser Tag der Deutschen Einheit. Also, Ängste sind menschlich, aber Mut ist auch menschlich. (...)

Wir haben eine Menge Erfahrung sammeln können in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und zwar, dass tiefe Täler zu überwinden waren und dies auch gelungen ist.

Und das gelingt natürlich besonders gut, wenn wir eine Regierung haben, die entschlossen ist, die ihre Entschlossenheit zeigt und die der Bevölkerung erklärt, was genau jetzt geschieht. In diesem Fall: Welche Personengruppen, welche Teile der Industrie, welche Teile des Handwerks unterstützt werden sollen, wenn es um diese enormen Preise geht, die jetzt bezahlt werden müssen im Herbst und im Winter."

Zusammenwachsen ist auch nach 32 Jahren Deutscher Einheit noch immer ein Prozess. Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es weiterhin - die Wahrnehmungen darüber gehen auseinander.

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2 min
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... das Vertrauen in die politische Führung in Deutschland:

"Wir erleben gerade, dass die Politik in einem Lernprozess ist. Und da ist der eine ein bisschen schneller als der andere. Es geht darum, mit einer erhellenden Vereinfachung auch komplexe Sachverhalte unter die Menschen zu bringen, dass die begreifen: Die da oben, die wir gewählt haben, die sorgen sich um uns, die machen sich bewusst, in welchen Schwierigkeiten wir sind. Und wenn dies gelingt, dass wir in einer solchen Weise mit den Menschen sprechen, dann ist dieses kostbare Gut des Vertrauens eben auch nicht dahin, sondern das kann wieder wachsen.

Und wir haben momentan so eine volatile Situation, dass viele Menschen das Vertrauen verloren haben und daher brauchen wir ganz klar gesprochen nicht nur die Ansage der Zeitenwende, die unglaublich wichtig war, sondern wir brauchen auch eine Politik, die dieser Ansage entspricht. Und da ist es nötig, dass wir uns kräftig manchmal miteinander streiten, aber erstmal austauschen: Was erwarten wir in Bezug auf die Inflation, in Bezug auf die Preise, aber vor allem in Bezug auf den Krieg in der Ukraine. Denn hier ist das Angstthema auch virulent."

... das Vorgehen im Ukraine-Krieg:

"Die Angst, die hier bei uns vielfach auch von den Drohungen Putins an den Tag gelegt wird, die sehen wir in den Nachbarländern nicht so wie bei uns in Deutschland. Und es ist unglaublich wichtig, dass wir uns klarmachen: Putin preist diese Angst der Deutschen ein in seine Planung. Das ist ein Element seiner Kriegführung. Deshalb brauchen wir eine nüchterne Bewertung seiner Drohungen und eine ganz klare Erkenntnis, dass Angst kleine Augen macht und in die Flucht treibt. Und Flucht ist das, was wir uns nicht leisten können. Da ist ein Land überfallen worden, es gibt ein klares Opfer, wir haben diesem Land beizustehen. Nicht nur, weil es moralisch ist, sondern weil sie auch unsere Interessen vertreten. Die Freiheit und die Demokratie wird angegriffen. Unsere Freiheit und Demokratie wird letztlich angegriffen."

Das gesamte Interview sehen Sie oben im Video.

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