Sie sind hier:

Bei Reisen in Herkunftsländer : Genitalverstümmelung: Giffey will schützen

Datum:

Auch Mädchen und Frauen, die in Deutschland leben, sind von weiblicher Genitalverstümmelung bedroht. Familienministerin Giffey will ihnen mit einem Schutzbrief helfen.

Von weiblicher Genitalverstümmelung sind auch in Deutschland zehntausende Mädchen und Frauen betroffen. Oft werde die Genitalverstümmelung während der Ferienzeiten in den Herkunftsländern durchgeführt, heißt es in einer Mitteilung des Bundesfamilienministeriums. Ein neuer Schutzbrief, den Ministerin Franziska Giffey jetzt vorgestellt hat, soll sie davor bewahren.

Schutzbrief soll in Herkunftsländern helfen

Die Familien und betroffenen Mädchen sollen diesen Schutzbrief mit auf die Reisen in ihre Herkunftsländer nehmen. Der Brief stellt klar, dass die weibliche Genitalverstümmelung strafbar in Deutschland ist, selbst wenn sie im Ausland vorgenommen wurde. Es drohen bis zu 15 Jahre Haft und der Verlust des Aufenthaltstitels.

Die Mädchen erleiden unvorstellbare Schmerzen.

Beitragslänge:
4 min
Datum:

Das Ministerium hofft, dass die im Schutzbrief aufgeführten Informationen Familien davon abhalten, "auf Reisen eine Genitalverstümmelung an ihren Töchtern durchzuführen". Das Papier soll "starke und überzeugende Argumente" gegen den sozialen und familiären Druck liefern.

Der Schutzbrief macht Familien deutlich, dass das deutsche Recht bei dieser archaischen Straftat nicht an unseren Landesgrenzen Halt macht und weist sie auf die ernsthaften Konsequenzen hin.
Franziska Giffey

Das Bundesfamilienministerium schätzte im vergangenen Jahr, dass fast 68.000 Frauen hierzulande eine solche Menschenrechtsverletzung erlitten haben. Zwischen etwa 3.000 und knapp 15.000 in Deutschland lebenden Mädchen droht demnach das gleiche Schicksal. Sowohl die Zahl der Betroffenen als auch der Gefährdeten stieg in den vergangenen Jahren deutlich an.

Im deutschen Strafgesetzbuch gibt es einen eigenen Paragrafen zur "Verstümmelung weiblicher Genitalien". Zur Verhinderung von Reisen mit dem Ziel einer Genitalverstümmelung im Ausland kann laut Passgesetz der Reisepass eingezogen werden, was allerdings nur selten geschieht.

Weltweit 200 Millionen Betroffene

Unter weiblicher Genitalverstümmelung wird die ganze oder teilweise Entfernung der äußeren Genitalien oder deren Verletzung verstanden. Betroffene werden dadurch ihr ganzes Leben lang belastet; neben körperlichen gibt es auch schwerste seelische Schäden.

Beryl Magoko wurde mit 10 Jahren genitalverstümmelt. Heute lebt sie in Deutschland und klärt über das Thema auf – dafür reiste sie auch zurück nach Kenia.

Beitragslänge:
3 min
Datum:

In einigen Ländern ist ein Großteil der weiblichen Bevölkerung von der Praxis betroffen, etwa in Somalia, Guinea, Dschibuti und Mali. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht von weltweit rund 200 Millionen Betroffenen aus.

Corona hat Situation verschlimmert

Laut der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung dürfte die Corona-Pandemie die Lage verschlimmern, da Mädchen während Zeiten des Shutdowns und der Schulschließungen mehr Zeit zu Hause verbringen.

Die Zahl der Mädchen und Frauen, die an ihren Genitalien verstümmelt werden, könnte von 4,1 Millionen im Jahr 2020 auf 4,6 Millionen im Jahr 2030 ansteigen, teilte die Stiftung mit. Sie berief sich dabei auf Daten des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen.

Zur Merkliste hinzugefügt Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Zur Altersprüfung

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Entweder hast du einen Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert, oder deine Internetverbindung ist derzeit gestört. Falls du die Datenschutzeinstellungen sehen und bearbeiten möchtest, prüfe, ob ein Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus. So lange werden die standardmäßigen Einstellungen bei der Nutzung der ZDFmediathek verwendet. Dies bedeutet, das die Kategorien "Erforderlich" und "Erforderliche Erfolgsmessung" zugelassen sind. Weitere Details erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Möglicherweise hast du einen Ad/Script/CSS/Cookiebanner-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert. Falls du die Webseite ohne Einschränkungen nutzen möchtest, prüfe, ob ein Plugin oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus.