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Bei Reisen in Herkunftsländer - Genitalverstümmelung: Giffey will schützen

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Auch Mädchen und Frauen, die in Deutschland leben, sind von weiblicher Genitalverstümmelung bedroht. Familienministerin Giffey will ihnen mit einem Schutzbrief helfen.

Mehr als 200 Millionen Frauen und Mädchen weltweit sind an ihren Genitalien verstümmelt. Jedes Jahr kommen nach UN-Schätzungen rund drei Millionen Mädchen hinzu. ZDF-Reporterin Stephanie Gargosch hat mit betroffenen Frauen gesprochen.

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Von weiblicher Genitalverstümmelung sind auch in Deutschland zehntausende Mädchen und Frauen betroffen. Oft werde die Genitalverstümmelung während der Ferienzeiten in den Herkunftsländern durchgeführt, heißt es in einer Mitteilung des Bundesfamilienministeriums. Ein neuer Schutzbrief, den Ministerin Franziska Giffey jetzt vorgestellt hat, soll sie davor bewahren.

Schutzbrief soll in Herkunftsländern helfen

Die Familien und betroffenen Mädchen sollen diesen Schutzbrief mit auf die Reisen in ihre Herkunftsländer nehmen. Der Brief stellt klar, dass die weibliche Genitalverstümmelung strafbar in Deutschland ist, selbst wenn sie im Ausland vorgenommen wurde. Es drohen bis zu 15 Jahre Haft und der Verlust des Aufenthaltstitels.

Die Mädchen erleiden unvorstellbare Schmerzen.

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Das Ministerium hofft, dass die im Schutzbrief aufgeführten Informationen Familien davon abhalten, "auf Reisen eine Genitalverstümmelung an ihren Töchtern durchzuführen". Das Papier soll "starke und überzeugende Argumente" gegen den sozialen und familiären Druck liefern.

Der Schutzbrief macht Familien deutlich, dass das deutsche Recht bei dieser archaischen Straftat nicht an unseren Landesgrenzen Halt macht und weist sie auf die ernsthaften Konsequenzen hin.
Franziska Giffey

Das Bundesfamilienministerium schätzte im vergangenen Jahr, dass fast 68.000 Frauen hierzulande eine solche Menschenrechtsverletzung erlitten haben. Zwischen etwa 3.000 und knapp 15.000 in Deutschland lebenden Mädchen droht demnach das gleiche Schicksal. Sowohl die Zahl der Betroffenen als auch der Gefährdeten stieg in den vergangenen Jahren deutlich an.

Im deutschen Strafgesetzbuch gibt es einen eigenen Paragrafen zur "Verstümmelung weiblicher Genitalien". Zur Verhinderung von Reisen mit dem Ziel einer Genitalverstümmelung im Ausland kann laut Passgesetz der Reisepass eingezogen werden, was allerdings nur selten geschieht.

Weltweit 200 Millionen Betroffene

Unter weiblicher Genitalverstümmelung wird die ganze oder teilweise Entfernung der äußeren Genitalien oder deren Verletzung verstanden. Betroffene werden dadurch ihr ganzes Leben lang belastet; neben körperlichen gibt es auch schwerste seelische Schäden.

Beryl Magoko wurde mit 10 Jahren genitalverstümmelt. Heute lebt sie in Deutschland und klärt über das Thema auf – dafür reiste sie auch zurück nach Kenia.

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In einigen Ländern ist ein Großteil der weiblichen Bevölkerung von der Praxis betroffen, etwa in Somalia, Guinea, Dschibuti und Mali. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht von weltweit rund 200 Millionen Betroffenen aus.

Corona hat Situation verschlimmert

Laut der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung dürfte die Corona-Pandemie die Lage verschlimmern, da Mädchen während Zeiten des Shutdowns und der Schulschließungen mehr Zeit zu Hause verbringen.

Die Zahl der Mädchen und Frauen, die an ihren Genitalien verstümmelt werden, könnte von 4,1 Millionen im Jahr 2020 auf 4,6 Millionen im Jahr 2030 ansteigen, teilte die Stiftung mit. Sie berief sich dabei auf Daten des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen.

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