ZDFheute

"Nun hören die Menschen endlich zu"

Sie sind hier:

Abschied von George Floyd - "Nun hören die Menschen endlich zu"

Datum:

Einen Tag vor seiner Beisetzung haben Tausende Menschen in Houston Abschied von George Floyd genommen. Im ganzen Land fordern sie ein Ende von Rassismus und Polizeigewalt.

Gut zwei Wochen nach seinem Tod bei einem brutalen Polizeieinsatz wird der Afroamerikaner George Floyd heute im US-Bundesstaat Texas beigesetzt. Die Anteilnahme ist groß und die politischen Forderungen nach Änderungen werden lauter.

Beitragslänge:
6 min
Datum:

In einer langen Schlange stehen die Menschen vor der "Fountain of Praise"-Kirche in Houston, Texas. Hier liegt George Floyd für wenige Stunden öffentlich aufgebahrt. Sie wollen dem Afroamerikaner, der durch Polizeigewalt ums Leben kam, die letzte Ehre erweisen und ein Zeichen setzen. "Dass wir heute hier sein können, um zu protestieren und unsere Sicht darstellen zu können, zeigt, dass Menschen uns nun endlich zuhören und wir wirklich etwas verändern können", meint Avis Glover, die mit ihrer ganzen Familie gekommen ist.

Auch Charles Roberson teilt diese Hoffnung. Er trägt wie viele ein T-Shirt mit den letzten Hilferufen George Floyds - "I can’t breathe" (Ich kann nicht atmen). Floyd steht nun für die kollektive Erfahrung von Diskriminierung und Rassismus in den USA. So protestierten sie für Gerechtigkeit für alle, die geringschätzig behandelt, unterdrückt, benachteiligt und vorverurteilt werden, sagt Roberson. "Wir brauchen eine Änderung im Rechts- und Polizeisystem."

Heute wird Floyd in Pearland bei Houston beigesetzt. Zuvor nehmen Familie und geladene Gäste an einem Trauergottesdienst teil. "Der Bürgerrechtler Al Sharpton wird die Grabesrede halten", so ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen.

Beitragslänge:
3 min
Datum:

Polizeireform gefordert

In Minneapolis, wo Floyd bei einem gewaltsamen Polizeieinsatz starb, will nun eine Mehrheit des Stadtrats die Polizei durch eine neue Organisation für öffentliche Sicherheit ablösen.

Zudem stellten die Demokraten im Kongress am Montag einen Gesetzesentwurf gegen Polizeigewalt vor. Er sieht unter anderem eine einfachere Strafverfolgung bei polizeilichem Fehlverhalten und das Verbot von umstrittenen Polizeimethoden wie dem Würgegriff vor. Präsident Trump warf ihnen vor, der Polizei die Finanzierung zusammenstreichen und die Polizei abschaffen zu wollen.

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Hoffnung, dass die Proteste etwas bewirken in den USA

Die Menschen, die um George Floyd trauern, wünschen sich vor allem eins: ein Ende vom "Weiter so". Sterling Brown ist extra von Louisiana nach Houston gereist, er hat die Hoffnung, dass die Proteste der letzten Tage diesmal wirklich etwas bewirken könnten:

Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich Weiße und Schwarze wirklich in einer Einheit gesehen, und es hat die ganze Welt beeinflusst.
Sterling Brown

Auch in anderen Städten des Landes erinnern viele Menschen in diesen Tagen an George Floyd und andere Opfer von Polizeigewalt. Bei einem Gedenken in Los Angeles versammelten sich Hunderte auf offener Straße und hielten symbolisch inne an leeren Särgen. Menschen unterschiedlichster Herkunft und Hautfarbe wollen sich solidarisch mit der "Black Lives Matter"-Bewegung zeigen.

David Aguilar hat lateinamerikanische Wurzeln und schon häufig Diskriminierung am eigenen Leib erfahren. "Ich gehöre auch einer Minderheit an und kann voll und ganz nachfühlen, wie sich schwarze Menschen fühlen, aber im Moment geht es um die 'Black Lives Matter'-Bewegung." Und es gehe um Gerechtigkeit für George Floyd.

Floyd wird an diesem Dienstag in einer privaten Zeremonie in Houston beigesetzt, wo er aufgewachsen ist.

Der Autorin auf Twitter folgen @Alica_Jung

Joe Biden

Nach Tod von George Floyd -
Biden sieht USA an Wendepunkt der Geschichte
 

Der Tod von George Floyd habe in den USA historische Veränderungen zu mehr Bürgerrechten ausgelöst, so US-Demokrat Joe Biden. Jetzt müsse eine Reform der Polizei folgen.

Videolänge:
1 min
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.