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Widerstand gegen Minister : Karl Lauterbach allein zu Haus?

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Der Widerstand gegen Gesundheitsminister Karl Lauterbach und seinen Corona-Kurs wächst. Erst der Stiko-Chef, jetzt die Kassenärzte. Ist der Minister zunehmend isoliert?

Aufgrund der hohen Infektionszahlen kommt es derzeit zu vielfachen Personalausfällen. Die Krankenkassen warnen jedoch vor einem Aussetzten der Isolationspflicht.

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Karl Lauterbach (SPD) beschreibt sich selbst als Minister des "Teams Vorsicht". Er sagt es nicht ohne Stolz. Nicht nur anders will er es in der Corona-Pandemie machen, nein, besser als sein Vorgänger. Lauterbach warnt, es drohe ein "Killervirus", eine "katastrophale" Corona-Welle, es ist fast so, als sammele er Belege für später, nach dem Motto: "Ich habe es doch gesagt". 

Lauterbach empfiehlt die vierte Impfung auch für unter 60-Jährige, die einen "entspannten" Sommer haben wollen, er kauft massenhaft Impfstoff ein. Er will vorbereitet sein auf den Herbst, von dem er glaubt, dass er sehr, sehr schwer wird und sendet das Signal, dass er es im Grunde besser weiß und im Zweifel Kompetenzen an sich reißt. Das sorgt für Kopfschütteln nicht nur bei vielen Funktionären. 

Die Inzidenzzahlen steigen seitdem die meisten Corona-Maßnahmen weggefallen sind wieder an. Karl Lauterbach über die Corona-Welle im Sommer.

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Stiko-Chef Mertens stellt sich quer

Die Zusammenarbeit mit diesen Funktionären im Gesundheitswesen war auch in der Vergangenheit nie spannungsfrei, geschweige denn effektiv, jetzt braut sich etwas zusammen, was durchaus als erheblicher Widerstand gegen den Minister eingestuft werden kann.

Da wäre zum Beispiel Thomas Mertens, Stiko-Chef. Als Lauterbach "im Prinzip" die vierte Impfung für alle fordert, platzt dem eigentlich für derartige Empfehlungen zuständigen Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission der Kragen. Er kenne keine Daten, die das rechtfertigten und viel helfe eben nicht viel. Der Eklat ist da. Mertens wird ins Bundesgesundheitsministerium zitiert. Eine Arbeitsgruppe soll künftig die Zusammenarbeit verbessern, die Wogen sind damit längst nicht geglättet.

Gesundheitsminister Lauterbach wirbt für eine vierte Corona-Impfung - auch für unter 60-Jährige. Umstritten, denn Stiko-Chef Mertens sieht dafür keine Notwendigkeit.

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Debatte über Isolationspflicht für Infizierte

Und nun der Kassenärzte-Chef, auch er nie verlegen um starke Worte. Im vergangenen Jahr hatte er einen "Freedom Day" gefordert, ausgerechnet kurz bevor eine erneute Corona-Welle losbrach. Auch jetzt glaubt Andreas Gassen wieder, es sei Zeit für mehr Normalität. Fünf Tage zuhause sitzen, wenn der Schnelltest positiv sei, das führt laut Gassen nur zu Personalengpässen. Wer sich gesund fühle, könne zur Arbeit gehen. Dafür bekommt Gassen Applaus von den Liberalen.

Lauterbach kontert via Twitter aus den USA: "Infizierte müssen zuhause bleiben, sonst steigen die Fallzahlen nicht noch mehr, sondern der Arbeitsplatz selbst wird zum Sicherheitsrisiko." Die Kerze, so sagt er es in diesen Tagen immer wieder, brenne an beiden Enden, steigende Fallzahlen und steigende Personalnot. Punkt.

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Übertriebene Impfstoff-Bestellung?

Doch es steht noch viel mehr Konflikt im Raum. Der Chef der Kassenärzte spricht von einer "falschen Impfstrategie". Lauterbach plane bis zu 60 Millionen Impfungen im Herbst und Winter. Nach einer Kalkulation seiner Vereinigung sei jedoch nur mit höchstens 30 Millionen Impfungen zu rechnen, bis zu 100 Millionen Euro würden verschwendet. Er selbst werde sich kein viertes Mal impfen lassen, so Gassen.

Auch diesmal Widerspruch vom Minister - wieder via Twitter. Das angebliche Ziel von 60 Millionen Impfungen habe er nie ausgegeben. "Auch ist es nicht hilfreich, wenn ein wichtiger Ärztefunktionär betont, er werde sich im Herbst nicht impfen lassen. Das schafft kein Vertrauen."

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Impfdosen müssen vermutlich vernichtet werden

Die Befürchtung, dass sehr große Mengen Impfstoff vernichtet werden müssen, hat durchaus Substanz. Von Anfang Dezember bis Juni sind bereits fast vier Millionen Impfdosen verfallen. Lauterbach hat mehrfach betont: "Eine Lehre aus der Pandemie ist: Nie wollen wir wieder zu wenig Impfstoff haben."

Der Minister, das ist kein Geheimnis, hat umfangreich Impfdosen bestellt für vier verschiedene Virusvarianten. Sein Kalkül: Im Herbst werde dann möglicherweise genau ein Impfstoff passen. Der Rest müsse dann vernichtet werden. Das könnten zig Millionen Dosen sein - auf Kosten der Steuerzahler. Gilt für Lauterbach die Maxime: Vorsorge - koste es, was es wolle?

Bundesgesundheitsminister Lauterbach blickt bei Lanz auf die vergangenen Corona-Maßnahmen zurück und zählt Maßnahmen auf, die "über das Ziel hinausgeschossen" seien.

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"Vom Fach" oder doch nur ein gesundheitspolitischer "Nerd"?

Lauterbach ist nicht durch seine Partei, sondern durch die Öffentlichkeit ins Amt getragen worden. Endlich einer vom "Fach". Das sorgte auch bei vielen im Gesundheitssystem für Erleichterung. Doch die Opposition gegen ihn wächst: seine Alleingänge, seine alarmistische Wortwahl, seine Reform-Baustellen, seine Ankündigungen, alles anzugehen und dabei vieles liegenzulassen, in der Summe sorgt das für zunehmendes Unverständnis. 

Lauterbach ist einer, der gerne die Dinge für sich allein klärt, ein Nerd auf gewisse Weise, aber mit Blick auf den Herbst braucht er das Zusammenspiel möglichst vieler - nicht nur im Gesundheitssystem.  

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