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Giffey: "Gleichstellung ist kein Naturgesetz"

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Familienministerin im Bundestag - Giffey: "Gleichstellung ist kein Naturgesetz"

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Ob im Bundestag oder in den Chefetagen von Unternehmen - Familienministerin Giffey will dort mehr Frauen. Das machte sie zwei Tage vor dem Internationalen Frauentag deutlich.

Franziska Giffey am 06.03.2020 im Bundestag in Berlin
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey will die Position von Frauen stärken.
Quelle: epa

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat anlässlich des Internationalen Frauentags mehr Engagement für Gleichberechtigung und die Gleichstellung der Geschlechter geworben.

Mindestens eine Frau im Führungsgremium

Außerdem hat sie für die Einführung einer Frauenquote in Vorstandsetagen großer Unternehmen geworben. Frauen seien in Spitzenpositionen der Wirtschaft unterrepräsentiert, sagte die SPD-Politikerin anlässlich des internationalen Frauentags an diesem Sonntag (08. März).

Giffey will, dass mindestens eine Frau im Führungsgremium sitzt. Diese Regelung soll für Aktiengesellschaften mit mehr als 2.000 Mitarbeitern und mindestens vier Vorstandsmitgliedern gelten.

Zu wenige Frauen im Bundestag

"Gleichstellung ist kein Naturgesetz", führte sie auch mit Blick auf den Frauenanteil im Bundestag aus. Mit 31 Prozent der Abgeordneten sei der Anteil im Vergleich zur letzten Legislaturperiode sogar gesunken. Giffey forderte eine Erhöhung auf 50 Prozent.

2020 sei das Jahr der Gleichstellung, sagte die Ministerin weiter. Sie verwies auf den Entwurf einer nationalen Gleichstellungsstrategie, den sie in dieser Woche auf den Weg gebracht und zur Abstimmung an die anderen Ministerien gegeben hatte.

Ziel der Strategie ist es, dass die Bundesregierung bei allen Gesetzen und Förderprogrammen die Gleichstellung von Frauen und Männern berücksichtigt. Die EU-Kommission hat ebenfalls in dieser Woche eine Gleichstellungsstrategie für die Jahre 2020 bis 2025 beschlossen.

Archiv: Das Bild zeigt die Beine von vielen Männern in Anzughosen und die Beine von einer Frau mit Strümpfen und Pumps.

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Fünf Jahre Quote - Erfolg oder Ernüchterung?
 

Vor fünf Jahren beschloss der Bundestag eine Frauenquote für Aufsichtsräte in Unternehmen. Tatsächlich gibt es heute mehr Frauen in Führungspositionen - mit einem großen Makel.

von Katja Belousova

"Konstruierter Kampf der Geschlechter"

Kritik kam von der Opposition. Die frauenpolitische Sprecherin der AfD, Mariana Iris Harder-Kühnel, warf der großen Koalition einen "konstruierten Kampf der Geschlechter" vor. Frauenrechte zu stärken sei wichtiger denn je, dabei gehe es aber vielmehr darum, dass Frauen sich das Recht zurückerkämpfen müssten, angstfrei und ohne männliche Begleitung auf die Straße gehen zu können.

Die FDP-Abgeordnete Nicole Bauer sagte, die Welt sei vielfältig und von Veränderung geprägt: "Starre Quoten für ein Geschlecht, das passt doch gar nicht zusammen."

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