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Streit um Doktortitel - Politiker legen Giffey Rücktritt nahe

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Obwohl Familienministerin Giffey auf ihren Doktortitel verzichtet, legen ihr mehrere Politiker den Rücktritt nahe. Wenn sie geschummelt habe, sei dies der folgerichtige Schritt.

Familienministerin Franziska Giffey während einer Rede im Bundestag.
Familienministerin Franziska Giffey.
Quelle: dpa

Im Streit um den Doktortitel von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey melden sich nun parteiübergreifend Politiker zu Wort und legen der SPD-Politikerin den Rücktritt nahe. Zuvor hatte Giffey bereits auf den Titel verzichtet.

Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki erklärte gegenüber "Bild", Giffeys Entscheidung "erlöst" sie nicht. Die Frage, ob sie bei der Erstellung der Arbeit "geschummelt" hat, müsse geklärt werden.

Stellt sich heraus, dass sie getäuscht hat, bleibt ihr nur der Rücktritt.
Wolfgang Kubicki

Buschkowsky: Giffeys Verzicht kommt zu spät

Auch aus den Reihen ihrer eigenen Partei kam Kritik. Giffeys Amtsvorgänger im Amt des Bürgermeisters von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD), erklärte gegenüber "Bild", Giffeys Verzicht komme "viel zu spät, um mit Anstand aus der Nummer rauszukommen".

Eigentlich bleibe ihr nichts anderes übrig, "als die Konsequenzen zu ziehen, die sie selbst vor gut einem Jahr angekündigt hat", fügte er hinzu.

Nach Plagiatsvorwürfen bei ihrer Dissertation möchte Bundesfamilienministerin Giffey ihren Doktortitel nicht weiter führen. ZDF-Korrespondent Theo Koll mit den Details.

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Guttenberg und Schavan als Maßstab

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Arnold Vaatz (CDU) sagte, er habe Respekt vor Giffeys Entscheidung, sei nun "aber sehr gespannt, ob bei der SPD-Ministerin die gleichen Maßstäbe angelegt werden wie in den Fällen Guttenberg und Schavan".

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Thomas Sattelberger sagte zu "Bild", Giffey habe bis zum Ende versucht, die Plagiatsaffäre auszusitzen. "Das zeugt weder von Anstand und Moral noch von Einsicht. Wer so heuchlerisch vorgeht, disqualifiziert sich für eine Spitzenkandidatur. Und auch für ein Ministeramt."

AfD: Rein taktische Überlegungen

Auch die AfD hatte Giffeys Rücktritt gefordert. "Giffeys Verzicht auf den Doktortitel kommt zu spät und entspringt rein taktischen Überlegungen", erklärte der wissenschaftspolitische Sprecher der Berliner AfD-Fraktion, Martin Trefzer.

Giffey hatte am Freitag in einer persönlichen Erklärung weitere Konsequenzen ausgeschlossen und hält auch an ihrer Kandidatur für den Berliner SPD-Landesvorsitz am 27. November fest - ihr Können hänge nicht von diesem Titel ab.

FU-Berlin rollt den Fall Giffey neu auf

Die Freie Universität (FU) Berlin hatte sich im Herbst 2019 gegen eine Aberkennung des Doktortitels entschieden. Zuletzt kündigte sie nach mehreren kritischen Gutachten aber eine Neuentscheidung über die Plagiatsvorwürfe an.

Über Plagiatsvorwürfe waren in den vergangenen Jahren mehrere Politiker gestürzt, unter anderem die einstige Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) und der frühere CSU-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg.

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