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Giffey sieht Rückschritt bei Gleichstellung

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Belastung in Corona-Krise - Giffey sieht Rückschritt bei Gleichstellung

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Trotz Doppel- und Dreifachbelastung während der Corona-Krise werden Frauen laut Familienministerin Giffey schlechter bezahlt als Männer und haben weniger Aufstiegschancen.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD).
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey sieht die Gleichstellung zwischen Mann und Frau in Zeiten der Corona-Krise in Gefahr.
Quelle: Christoph Soeder/dpa/Archivbild

Frauen haben in der Corona-Krise einen besonderen Stellenwert eingenommen. Systemrelevante Berufe wie im Supermarkt, im Krankenhaus, im Pflegeheim oder in der Kita-Notbetreuung werden zu 80 Prozent von Frauen ausgeübt, sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Gleichzeitig übernehmen sie aber auch die größte Last der Sorgearbeit. Ein Rückschritt bei der Gleichstellung, findet die Ministerin.

Wir erleben jetzt häufiger einen Rückfall in traditionelle Rollenbilder.
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey

Frauen verdienten zudem im Schnitt weniger als Männer - in Kurzarbeit hätten sie dann noch weniger Geld zur Verfügung. "Diese Krise muss deshalb Anlass sein, Gleichberechtigung und gerechte Bezahlung noch viel stärker einzufordern."

Archiv: Das Bild zeigt die Beine von vielen Männern in Anzughosen und die Beine von einer Frau mit Strümpfen und Pumps.

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Vor fünf Jahren beschloss der Bundestag eine Frauenquote für Aufsichtsräte in Unternehmen. Tatsächlich gibt es heute mehr Frauen in Führungspositionen - mit einem großen Makel.

von Katja Belousova

Aufstieg von Frauen gerade jetzt schwierig

Dass Frauen in dieser Zeit der Doppel- und Dreifachbelastung befördert werden, sei unwahrscheinlich: "Der Aufstieg in Führungspositionen ist für Frauen gerade schwieriger geworden", beklagte die Ministerin gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Giffey zeigte sich in diesem Zusammenhang verärgert darüber, dass es keine Fortschritte beim Gesetz für mehr Frauen in Führungspositionen gebe: "Das Vorhaben, eine Mindestgröße von einer Frau auch für Vorstände großer Unternehmen einzuführen, sollte längst im Kabinett sein, liegt wegen der Corona-Krise derzeit aber auf Eis."

Franziska Giffey am 06.03.2020 im Bundestag in Berlin

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Ob im Bundestag oder in den Chefetagen von Unternehmen - Familienministerin Giffey will dort mehr Frauen. Das machte sie zwei Tage vor dem Internationalen Frauentag deutlich.

Kritik an Argumentation gegen Frauen in Führungspositionen

Sie habe wenig Verständnis für diejenigen, die nun meinten, eine solche Vorgabe könne man der Wirtschaft in dieser schwierigen Lage nicht zumuten. "Frauen in Sorgeberufen ja, Frauen in Führungspositionen nein - so können wir nicht diskutieren."

Ähnlich äußerte sich die Soziologin und Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB), Jutta Allmendinger gegenüber der "Welt". In der Corona-Krise gebe es "Anzeichen für eine Rolle rückwärts" in der Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen.

Besonders alleinerziehende Frauen stehen zwischen Baum und Borke.
Soziologin Jutta Allmendinger

Die Unterschiede zwischen Müttern und Vätern würden größer, bilanzierte Allmendinger: "Im Verdienst, in der beruflichen Entwicklung, in der Alterssicherung, in der finanziellen Unabhängigkeit, aber auch in der freien Zeit, die wir alle einfach brauchen."

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