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Die Geheimnisse der Tomatenindustrie

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Globalisierte Frucht - Die Geheimnisse der Tomatenindustrie

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Tomatenmark ist heute das am weitesten verbreitete Industrieprodukt. Die globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten der Tomatenindustrie zeigen die Absurdität der Globalisierung.

Das Coronavirus zeigt die Zerbrechlichkeit der Weltwirtschaft. In vielen Ländern steht die Produktion still. Lieferketten sind unterbrochen, Industrien starren in den Abgrund.

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Entgegen der landläufigen Vorstellung vieler Konsumenten stammen Tomatenprodukte wie Tomatenmark, -sauce, -saft und Ketchup nicht aus Italien oder der Provence: Neben Kalifornien und Indien gehört längst China zu den größten Industrietomaten-Produzenten und Herstellern von Tomatenpüree.

Während Südeuropa rund 10,5 Millionen Tonnen Industrietomaten produziert, sind es in China längst 52,7 Millionen Tonnen. Jede zweite Industrietomate stammt inzwischen aus China.

Rotes Gold für China

Seit den 2000er Jahren hat sich China zu einem globalen Produzenten für Tomatenmark entwickelt. Aufbauhilfe leisteten zu Beginn italienische Firmen, die Anlagen zur Verarbeitung der Industrietomaten lieferten.

Die Industrietomaten wurden in großen Fabriken in China zu Tomatenmark verarbeitet, nach Italien exportiert und dort weiter verarbeitet. Und schließlich unter dem Label "Made in Italy" weiter exportiert.

Dieser globale Handel mit Tomatenmark lohnte sich, da die CO2-Emissionen, die beim Transport des roten Goldes anfallen, nicht eingepreist wurden. Es ist also in der gegenwärtigen Globalisierung lukrativ, Tomatenmark um die halbe Welt zu transportieren, da ökologische und nachhaltige Aspekte bei der Herstellung und dem Transport kaum Beachtung finden.

Für die Ketchup-, Suppen- und Pizzamultis ist es gewinnbringend, sich mit riesigen Mengen von industriellem Tomatenmark zu Billigpreisen aus China einzudecken.

Die ökologischen Folgen

Nur eine Berücksichtigung der CO2-Emissionen würde dazu führen, dass die Produkte wieder häufiger lokal angebaut und verarbeitet werden.

Das Lieblingsgemüse der Deutschen kommt im Winter oft aus Spanien. Doch für Transport und Bewässerung fallen hohe CO2-Ausstöße und viel Wasser an.

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Ein weiteres ökologisches Problem bei der Tomatenproduktion ist der riesige Wasserbedarf: In trockenen Regionen wie Kalifornien, Andalusien oder auch in China werden Tomatenfelder massiv bewässert. Aber kaum in den Fabriken angekommen, wird der hohe Wassergehalt mittels Eindampfen wieder drastisch reduziert, um eine kompakte Paste zu gewinnen.

Die wirtschaftlichen Konsequenzen

Eine Folge der weltweiten Überproduktion von Tomatenmark ist zudem der negative Effekt auf die Märkte in der dritten Welt, besonders in Afrika: Früher machten Landwirte mit heimischen Tomaten in Ghana gutes Geld.

Heute überschwemmen Billig-Importe aus Europa oder China den Markt und drücken die Preise. Mit der Folge, dass sich ein nachhaltiger, lokaler Tomatenmarkt vor Ort nicht mehr rentiert und Bauern ihre Existenz verlieren.

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