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Ägäis-Inseln - Athen plant See-Barrieren gegen Flüchtlinge

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Die griechische Regierung will mit schwimmenden Barrieren Migranten daran hindern, aus der Türkei auf griechische Inseln überzusetzen. Sie sollen "im Notfall" eingesetzt werden.

Archiv: Flüchtlinge erreichen die Küste von Lesbos (Griechenland) am  01.10.2015
Flüchtlinge erreichen griechische Insel Lesbos (Archivfoto 2015): "Barrieren oder Netze" mit einer Länge von knapp drei Kilometern.
Quelle: dpa

Griechenland will vor seinen Küsten mit "schwimmenden Schutzsystemen" gegen Flüchtlinge vorgehen. Das griechische Verteidigungsministerium veröffentlichte eine Ausschreibung für die Installation von Absperrmechanismen in der Ägäis, die im "Notfall" gegen aus der Türkei kommende Flüchtlinge eingesetzt werden sollen.

Es soll sich dabei um "Barrieren oder Netze" mit einer Länge von knapp drei Kilometern handeln, die von griechischen Soldaten angebracht werden sollen. Die Systeme sollen den Angaben zufolge einen halben Meter aus dem Wasser ragen und mit blinkenden Lichtern ausgestattet sein. Die geschätzten Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich laut der Ausschreibung auf eine halbe Million Euro. Weitere Details teilten die Behörden zunächst nicht mit.

Karte: Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos
Die ägäischen Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos.
Quelle: ZDF

Überfüllte Lager auf Ägäis-Inseln

Seit 2015 erhält das griechische Einwanderungsministerium von der Armee logistische Unterstützung bei der Bewältigung der durch die Ankunft von Flüchtlingen entstehenden Aufgaben. Im vergangenen Jahr war Griechenland das Land mit der höchsten Zahl von ankommenden Flüchtlingen in Europa. Mehr als 40.000 Menschen befinden sich derzeit in überfüllten Flüchtlingslagern auf den griechischen Ägäis-Inseln. Eigentlich haben diese Lager nur Kapazitäten für rund 6200 Menschen. Hilfsorganisationen kritisierten in den vergangenen Monaten die dort herrschenden Zustände als unmenschlich.

Nach der Verschärfung der Asyl- und Aufenthaltsverfahren für Flüchtlinge in Griechenland will die konservative Regierung des griechischen Regierungschefs Kyriakos Mitsotakis auch die Rückführung von Menschen beschleunigen, die "keinen internationalen Schutz benötigen" oder deren Asylanträge abgelehnt wurden. Menschenrechtsorganisationen lehnen diese Maßnahmen entschieden ab.

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