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Grüne stellen Kampagne vor : Fokus auf Optimismus - weniger auf Baerbock

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Mit Optimismus wollen die Grünen neue Wählergruppen für die Bundestagswahl im Herbst gewinnen. Auffallend bei der Kampagne: die Nicht-Inszenierung ihrer Kanzlerkandidatin.

Michael Kellner, Wahlkampfleiter und Politischer Bundesgeschäftsführer der Grünen, steht bei der Kampagnenvorstellung für die Bundestagswahl zwischen Wahlplakaten der Partei Bündnis 90/Die Grünen.
Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner präsentiert Plakate für Bundestagswahl.
Quelle: dpa

Mit Slogans voller Optimismus und guter Laune wollen sich die Grünen in ihrer Kampagne für die Bundestagswahl am 26. September in Szene setzen. Auf den Wahlplakaten, die Bundesgeschäftsführer Michael Kellner am Montag in Berlin vorstellte, stehen Sprüche wie:

  • "Unser Land kann viel, wenn man es lässt"
  • "Wirtschaft und Klima ohne Krise"
  • "Züge, Schulen, Internet - Ein Land, das einfach funktioniert"
  • "Zukunft passiert nicht, wir machen sie"

Die ganze Kampagne läuft unter dem Slogan "Bereit, weil Ihr es seid".

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Grüne sprechen Wählergruppen gezielt an

Erstmals wollen die Grünen Kellners Angaben zufolge auch Wähler, die älter als 60 Jahre sind, gezielt ansprechen, etwa in Anzeigen in Print-Medien. Auf jedem Wahlplakat wird außerdem für die Briefwahl geworben.

Zwei Millionen Erstwähler plant die Partei direkt anzuschreiben. Traditionell holen die Grünen vor allem bei jüngeren Wählern und bei Frauen viele Stimmen.

Baerbock nicht im Fokus

Ihre Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock ist zwar auf vielen Plakaten zu sehen, teilweise allein, teilweise mit Grünen-Co-Chef Robert Habeck. Dass die Grünen zum ersten Mal nicht nur eine Regierungsbeteiligung anstreben, sondern mit Baerbock auch ins Kanzleramt wollen, wird auf diesen Plakaten aber nicht offensiv herausgestellt.

Wir stehen für einen neuen Aufbruch zusammen mit unserem Spitzenduo Annalena Baerbock und Robert Habeck.
Michael Kellner, Bundesgeschäftsführer

Nach Worten des Grünen-Geschäftsführers ist bislang noch offen, ob und wann in der Kampagne Baerbock explizit als Kanzlerkandidatin präsentiert werden soll. Das werde noch entschieden, sagte Kellner.

Grünen verlieren in Umfragen an Zustimmung

Die Grünen verzeichneten nach der Bekanntgabe der Kanzlerkandidatur von Annalena Baerbock zunächst sehr hohe Zustimmungswerte in Umfragen.

Inzwischen stehen Baerbock und die Partei zunehmend unter Druck, unter anderem weil Plagiatsvorwürfe gegen sie wegen ihres Buchs "Jetzt. Wie wir unser Land erneuern" erhoben wurden. Zudem hatte sie Nebeneinkünfte verspätet nachmelden müssen und ihr im Internet veröffentlichter Lebenslauf musste korrigiert werden.

Zuletzt lagen die Grünen in Umfragen unter 20 Prozent und damit weit hinter der Union.

[In folgendem Grafikartikel erhalten Sie einen Blick auf die aktuellen Umfragewerte des ZDF-Politbarometers.]

Mitgliederzahl seit 2017 fast verdoppelt

Um wieder aufzuholen, wollen die Grünen in den nächsten Wochen nicht nur im Internet für sich werben, sondern Wähler auch an der Haustüre und an Infoständen ansprechen. Kellner betonte jedoch, die Partei plane derzeit noch mit unterschiedlichen Szenarien, je nachdem wie es mit der Corona-Pandemie weitergeht.

Die Grünen hätten seit der Bundestagswahl 2017 zahlreiche Mitglieder hinzugewonnen - "das gibt uns Schwung", fügte er hinzu. Mit ihren inzwischen rund 117.000 Mitgliedern (vor vier Jahren waren es noch rund 60.000 Mitglieder) sei die Partei aber im Vergleich zu SPD und CDU immer noch "der Underdog in diesem Wahlkampf" - auch wenn sie immer mehr Spendengelder generieren kann als zuvor.

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