Grundsteuerreform: Eine Erklärung der wichtigen Begriffe

    FAQ

    Wert, Messzahl, Hebesatz:Grundsteuerreform: Die wichtigsten Begriffe

    von Felix Bernhard
    |

    Schon 2018 wurde die Berechnung der Grundsteuer für verfassungswidrig erklärt. Nun wird neu berechnet - eine Erklärung der wichtigsten Begriffe.

    Archiv: Neugebaute Einfamilienhaussiedlung in der Tellmannstraße im Ortsteil Heven in Witten am 12.09.2012.
    Die Berechnung der Grundsteuer setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen - aber welche sind das eigentlich?
    Quelle: picture alliance / blickwinkel/H. Blossey

    Da das Bundesverfassungsgericht die aktuelle Berechnung der Grundsteuer bereits 2018 für verfassungswidrig erklärte, wird nun neu berechnet. Obwohl die neue Grundsteuer erst ab Januar 2025 gezahlt wird, muss bis Ende Oktober eine einmalige Erklärung beim Finanzamt eingereicht werden - für fast 36 Millionen Grundstücke. Deshalb hier eine Übersicht über die fünf wichtigsten Begriffe.

    Grundsteuer

    Die Grundsteuer wird von Immobilien- beziehungsweise Grundstückseigentümern abgeführt und auf Grundstücke, Gebäude und land- sowie forstwirtschaftliche Betriebe erhoben. Auch für Mieter kann die Steuer von Bedeutung sein, da die Möglichkeit zur Umlage über die Betriebskosten besteht.
    Das Geld fließt ausschließlich in die Kassen der Kommunen und wird beispielsweise zur Finanzierung von Schulen, Kindergärten, Radwegen oder Brücken genutzt. Im Jahr 2021 betrugen die Einnahmen aus der Grundsteuer B etwa 15 Milliarden Euro.

    Die Arten der Grundsteuer

    Derzeit gibt es die Grundsteuer A und die Grundsteuer B. Die Grundsteuer A wird für landwirtschaftlich genutzte Flächen angewendet und ist für Privatpersonen daher weniger interessant. Kategorie B umfasst bebaute Grundstücke und ist somit wichtig für Eigentümer und Mieter.
    Mit der neuen Grundsteuer C steht künftig außerdem ein Instrument zur Förderung von Wohnraum zur Verfügung. Gemeinden können für unbebaute, aber baureife Grundstücke einen höheren Hebesatz festlegen, um Spekulationen mit Bauland zu verhindern.
    Die Berechnung der Grundsteuer setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen: Grundsteuerwert, Steuermesszahl und Hebesatz.

    Grundsteuerwert

    Dieser Wert setzt sich aus dem Wert des Grundstücks und dem Wert des Hauses zusammen. Er wird basierend auf den Angaben der individuellen Grundsteuererklärung ermittelt und ersetzt den bislang herangezogenen Einheitswert.

    Steuermesszahl

    Die Steuermesszahl wird in der Regel vom Bund vorgegeben und unterscheidet sich nicht nur danach, ob das Grundstück bebaut oder unbebaut ist, sondern auch danach, zu welchem Zweck es genutzt wird.
    Die Grundsteuer soll reformiert werden, daher müssen Hausbesitzer erstmals eine Erklärung zur Grundsteuer abgeben. Doch welche Angaben werden abgefragt und was sollte beachtet werden? Unser Service.01.07.2022 | 2:32 min

    Hebesatz

    Der Hebesatz ist der Faktor, mit dem die Gemeinde die Höhe der Steuerschuld festlegt. Er unterscheidet sich je nach Art der Grundsteuer (A, B oder C) und ist vom individuellen Wohnort abhängig.
    Multipliziert man den Grundsteuerwert mit der Steuermesszahl und dem Hebesatz, so ergibt sich schlussendlich die Grundsteuer. In bestimmten Fällen dürfen die Bundesländer abweichende Regelungen für die Neuberechnung einführen. Das dargestellte Verfahren zur Berechnung gilt mit gewissen Modifikationen jedoch auch in diesen Fällen.

    Mehr zum Thema Steuern und Finanzen