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Mutmaßlicher Putsch in Guinea - UN, EU und USA verurteilen Umsturzversuch

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Im westafrikanischen Guinea haben Militärs offenbar gegen die Regierung geputscht und nach eigenen Angaben Präsident Condé gefangen genommen. Die genauen Umstände sind unklar.

In den sozialen Medien kursierten Videos, die den mutmaßlichen Putsch des Militärs in Guinea zeigen. In einem Video ist Präsident Condé in der Gewalt der Putschisten zu sehen.

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Im westafrikanischen Guinea haben Militärangehörige offenbar Präsident Alpha Condé festgenommen und die Regierung abgesetzt. Oberst Mamadi Doumbouya erklärte im staatlichen Fernsehen, die Verfassung habe keine Gültigkeit mehr. Zum Veröffentlichungszeitpunkt nicht verifizierbare Videoaufnahmen zeigten den 83-jährigen Condé in der Hand von Soldaten.

Nachdem UN-Generalsekretär António Guterres "jede Übernahme der Regierung mit Waffengewalt" verurteilt hatte, äußerten auch die Europäische Union, die Afrikanische Union, die USA, die ehemalige Kolonialmacht Frankreich und Großbritannien öffentlich Kritik an dem mutmaßlichen Putsch. Die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas drohte mit Sanktionen, sollte der Präsident nicht umgehend freigelassen werden.

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Rebellen lösen offenbar Guineas Regierung auf

Aus der Hauptstadt Conakry waren am frühen Sonntagmorgen Schusswechsel gemeldet worden. Das Militär war Augenzeugenberichten zufolge vor allem auf den Straßen der Halbinsel Kaloum zu sehen, wo sich das Präsidialamt und zahlreiche Regierungsinstitutionen des westafrikanischen Landes befinden.

Oberstleutnant Mamady Doumbouya verkündete die Auflösung der Regierung.
Oberstleutnant Mamady Doumbouya verkündete die Auflösung der Regierung.
Quelle: EPA

Spezialkräfte der Armee hätten die Regierung "aufgelöst", hieß es in einem Video der Putschisten. "Die Personalisierung des politischen Lebens ist vorbei", erklärte Oberst Doumbouya flankiert von Soldaten in Uniform. Die rebellierenden Soldaten gaben sich den Namen "Nationales Komitee für Versammlung und Entwicklung."

Doumbouya: Pflicht, das Land zu retten

Doumbouya, der eine Spezialeinheit des Militärs kommandierte, erklärte in dem Video der Putschisten, er handele im besten Interesse des Landes. Er versprach eine Wiederherstellung der Demokratie. "Es ist die Pflicht eines Soldaten, das Land zu retten". Und weiter:

Wir werden die Politik nicht mehr einem Mann anvertrauen, sondern dem Volk.
Oberst Doumbouya, Putschist

Ausgangssperren im ganzen Land

"Wir haben auch beschlossen, die Regierung abzusetzen und die Grenzen zu schließen", sagte der Chef der Spezialkräfte weiter. Am Abend wurde in den Fernsehnachrichten eine Ausgangssperre verkündet.

Später wurde Doumbouyas Erklärung auch im Staatsfernsehen gezeigt. Der Oberst beklagte, seit der Unabhängigkeit des Landes von Frankreich 1958 seien keine ausreichenden Fortschritte in der wirtschaftlichen Entwicklung erzielt worden.

Widersprüchliche Medienberichte zur Lage in Guinea

Der französischsprachige Sender TV5 Monde und weitere Medien berichteten hingegen, das Verteidigungsministerium von Guinea habe am Sonntagnachmittag erklärt, Aufständische seien von der Präsidentengarde und anderen Sicherheitskräften zurückgeschlagen worden.

Ein Augenzeuge sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Situation sei sehr angespannt. Vor allem in der Nähe des Präsidentenpalastes im Ortsteil Kaloum sei es zu Feuergefechten gekommen.

Präsident Condé soll in Gewahrsam sein

Ein Video zeigte Präsident Alpha Condé offenbar in Gewahrsam des Militärs. Es war nicht bekannt, wann oder wo die Aufnahmen entstanden, allerdings war zu hören, wie ein Soldat den Präsidenten fragte, ob die Putschisten ihm Verletzungen zugefügt hätten.

Doumbouya erwähnte Condé in seiner Ansprache nicht, sagte aber dem französischen Fernsehsender France 24, dieser befinde sich an einem sicheren Ort und sei von einem Arzt untersucht worden.

Kritik an Präsidentschaft

Condé kam 2010 in den ersten demokratischen Wahlen des Landes seit der Unabhängigkeit von Frankreich 1958 an die Macht. Viele sahen in seiner Präsidentschaft einen Neuanfang für das Land, das jahrzehntelang unter einer korrupten, autoritären Herrschaft gelitten hatte.

Seine Kritiker erklärten jedoch, dass er es trotz der enormen Bodenschätze des Landes nicht geschafft habe, das Leben der Menschen zu verbessern.

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