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Interview

Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt : Robert Habeck: "Kirche mal im Dorf lassen"

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Die Grünen konnten bei der Wahl in Sachsen-Anhalt nicht wirklich überzeugen. Einen Trend für den Bund will Parteichef Habeck im ZDF-Interview aber nicht sehen.

Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck hat davor gewarnt, das mäßige Abschneiden seiner Partei bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt überzubewerten. "Aus dem Wahlergebnis kann man für die Rolle der Grünen gar nichts ablesen", sagte er im ZDF heute journal hinsichtlich der Auswirkungen der Wahl auf den Bundestrend. Man solle die "Kirche mal im Dorf lassen".

Die Grünen hatten trotz deutlich besserer Umfragewerte in Sachsen-Anhalt am Ende nur 5,9 Prozent der Stimmen erhalten. "Wir haben geahnt, dass es nicht so gut wird", erklärte Habeck. Schon 2019 sei bei Landtagswahlen in Ostdeutschland zu sehen gewesen, dass die Partei am Ende schlechter abgeschnitten hätte als in den Umfragen. "Aber ein bisschen mehr als 5,9 Prozent hätten es schon werden können", so Habeck.

Habeck sieht zwei Unterschiede zur Bundestagswahl

Habeck wehrt sich aber vehement dagegen, das mäßige Ergebnis auch als Trend für die im September anstehende Bundestagswahl zu werten, in die die Grünen mit Spitzenkandidatin Annalena Baerbock gehen. "Landtagswahlen haben eine eigene Gesetzmäßigkeit", sagt Habeck und sieht zwei entscheidende Unterschiede zur Bundestagswahl: Erstens gebe es keine Amtsinhaberin, die wieder antrete und zudem sei Klimaschutz ein viel größeres Thema als bei der Wahl in Sachsen-Anhalt.

Er habe mit einem gewissen Auf und Ab gerechnet, so der Grünen-Vorsitzende. "Annalena hat einen famosen Start hingelegt. Nachdem die Umfragen explodiert sind, war uns aber klar, dass wir nicht mit Rückenwind ins Kanzleramt segeln", betont Habeck. "Jetzt haben wir gerade eine kleine Pustephase hinter uns und das wird mit dem Parteitag am Wochenende auch wieder nach oben gehen."

Habeck will Grüne als "Partei der Mitte"

Dass seine Partei in Sachsen-Anhalt vor allem bei jungen Wählern die meisten Stimmen erzielt und damit in Sachsen-Anhalt ähnliche Altersgruppen wie die AfD erreicht, überrascht Habeck nicht. "Diese Polarisierung in der Jugend zwischen Grünen und AfD haben wir oft schon gesehen", so der Grünen-Chef.

In einigen Bundesländern gebe es bei den Jungen eine Spaltung und das sei gefährlich. Aber er sehe die Grünen nicht als Teil einer Polarität, sondern als "Partei der Mitte".

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