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Absenkung des Wahlalters - Wahlrecht ab 16: Habeck erntet Zustimmung

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Grünen-Chef Robert Habeck will das Wahlrecht ab 16 einführen und erntet parteiübergreifenden Zuspruch. Kritik an dem Vorstoß kommt hingegen von der Union.

Der Bundesvorsitzende der Grünen, Robert Habeck, spricht vor Journalisten.
Findet überparteilichen Zuspruch: Robert Habeck.
Quelle: dpa

Mit seinem Vorschlag zu einer Absenkung des Wahlalters stößt Grünen-Chef Robert Habeck auf Zustimmung. Jugendliche bei der nächsten Bundestagswahl schon ab 16 Jahren wählen zu lassen, sei eine "Frage der Gerechtigkeit", sagte Sönke Rix, familienpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, der "Welt"

Mitbestimmung junger Menschen stärken

Auch die FDP zeigt sich aufgeschlossen. "Junge Menschen engagieren sich so aktiv wie lange nicht mehr und wollen ihre eigene Zukunft gestalten. Es ist deshalb folgerichtig, ihre Mitbestimmung zu stärken. Die Absenkung des Wahlalters gehört für mich persönlich dazu", sagte der kinder- und jugendpolitische Sprecher der Fraktion, Matthias Seestern-Pauly.

Auf Landesebene gute Erfahrungen gemacht

Sein Kollege von den Linken, Norbert Müller, plädierte ebenfalls dafür, das Wahlrecht ab 16 einzuführen.

In Brandenburg haben wir damit auf Landesebene gute Erfahrungen gemacht.
Norbert Müller

Die Befürchtung, dass Jugendliche leichter zu manipulieren seien, habe sich nicht bestätigt, sagt Müller. Für eine Wahlrechtsänderung auf Bundesebene bedürfe es allerdings einer Grundgesetzänderung. "Dazu müsste auch die Union mit im Boot sein, die sich bisher gesträubt hat."

Union stellt sich quer

Der familienpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Marcus Weinberg, erteilte dem Ansinnen derweil eine Abfuhr:

Mit 18 Jahren ist man geschäftsfähig und kann für ein politisches Mandat kandidieren. Es macht keinen Sinn, das Wahlalter davon zu trennen. Hier braucht es eine klare Linie.
Marcus Weinberg

Jörg Maywald, Professor für Kinderrechte und Kinderschutz an der Fachhochschule Potsdam, sagte dagegen, eine Absenkung des Wahlalters erhöhe die Chancen für mehr Weitblick in der Politik, eine angemessene Berücksichtigung der Interessen der jungen Generation und einen gerechten Ausgleich zwischen den Generationen.

Jugendliche nicht unbedingt auf eine Partei festgelegt

Jugendforscher Klaus Hurrelmann sieht für die zunehmende Politisierung der Jugend Belege, vor allem aus der Fridays-for-Future-Bewegung. Junge Menschen seien aber keineswegs auf eine bestimmte Partei festgelegt, betonte Hurrelmann. "Wer glaubt, vom heutigen Stimmungsbild ausgehend von einer Senkung des Wahlalters profitieren zu können, kann sich gewaltig irren."

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