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Attentat auf Präsidenten - Moïse-Mord: Verdächtige getötet - Festnahmen

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Sechs Festnahmen, vier Verdächtige erschossen: Nach dem Mord von Haitis Präsident Moïse läuft die Fahndung auf Hochtouren.

Die Hintergründe des Präsidenten-Mordes sind weiter unklar.

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Bei der Fahndung nach den Mördern von Haitis Präsident Jovenel Moïse meldet die Polizei Fortschritte. Demnach seien sechs Verdächtige festgenommen und fünf Fahrzeuge beschlagnahmt worden. Zuvor hatte die Polizei bereits mitgeteilt, vier Verdächtige seien getötet worden - sie sollen aus dem Ausland stammen.

Die UN-Sonderbeauftragte für den Karibikstaat, Helen La Lime, berichtete, dass Einsatzkräfte zwei Häuser in der Hauptstadt Port-au-Prince eingekreist hätten, in denen sich weitere Tatverdächtige aufhielten.

Offenbar zwei US-Bürger unter Festgenommenen

Unter den Festgenommen sollen auch zwei US-Bürger sein. Beide hätten haitianische Wurzeln, sagte der für Wahlen zuständige Minister Mathias Pierre. Einer von ihnen soll eigenen Angaben zufolge als Leibwächter an der kanadischen Botschaft in Port-au-Prince gearbeitet haben.

Auf der Webseite einer Wohltätigkeitsorganisation, die er 2019 ins Leben gerufen hatte, beschrieb sich der Mann als diplomatischer Agent, Fürsprecher für Kinder und angehender Politiker. Nach Angaben der Regierung stammen auch die vier Getöteten alle aus dem Ausland. 

Botschafter spricht von "schwer bewaffneten Söldnern"

Der 53 Jahre alte Moïse war in der Nacht zum Mittwoch von einem Mordkommando in seiner Residenz erschossen worden. Seine Ehefrau Martine wurde schwer verletzt. Sie wurde zur Behandlung nach Miami in den USA gebracht. Die Zeitung "Le Nouvelliste" berichtete, Moïses Leichnam habe zwölf Einschusslöcher, zum Teil von großkalibrigen Waffen.

Haitis Botschafter in den USA, Bocchit Edmond, bezeichnete die Attentäter als gut ausgebildete und schwer bewaffnete ausländische Söldner. Sie hätten sich als Agenten der US-Drogenbehörde DEA ausgegeben.

Moise, der haitianische Präsident, wurde von unbekannten Angreifern getötet. Sein Amt übernimmt jetzt Ministerpräsident Joseph, obwohl er eigentlich bereits abgesetzt wurde.

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In sozialen Medien wurden Videos verbreitet, die zeigen sollen, wie Menschengruppen auf den Straßen von Port-au-Prince mutmaßliche Täter gefangennahmen. Auf einem Video des Portals "Journal La Diaspora" war eine große Menschenmenge zu sehen, die sich demnach vor einer Polizeistation versammelt hatte, um die Festgenommenen zu töten. Auf Twitter wurde auch berichtet, es würden kubanische Ärzte in Haiti angegriffen.

Karte: Haiti - Dominikanische Rebuplik - Kuba - USA
Karte: Haiti - Dominikanische Rebuplik - Kuba - USA
Quelle: ZDF

Machtvakuum in Haiti

Das Attentat hinterlässt ein Machtvakuum. Da eine für Oktober 2019 vorgesehene Parlamentswahl unter anderem wegen heftiger Proteste gegen Moïse ausgefallen war, gibt es dort seit Januar 2020 kein handlungsfähiges Parlament mehr. Moïse regierte seither per Dekret. Die Opposition warf ihm vor, seine Macht noch weiter ausbauen zu wollen und forderte seinen Rücktritt.

Moïse und seine Unterstützer machten dagegen geltend, seine Amtszeit habe erst Anfang 2017 begonnen, nach einer chaotischen Wahl, die die Ernennung eines provisorischen Präsidenten notwendig machte.

Moïse, der seit 2017 regierte, war äußerst unbeliebt. Ihm wurden Korruption, Verbindungen zu brutalen Banden und autokratische Tendenzen vorgeworfen. Proteste legten Haiti in den vergangenen drei Jahren immer wieder lahm.

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Zuletzt trieben blutige Kämpfe zwischen Banden um die Kontrolle über Teile der Hauptstadt Tausende Menschen in die Flucht. Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung leben von weniger als zwei Dollar am Tag.

Am 26. September sind Präsidenten- und Parlamentswahlen sowie ein Verfassungsreferendum geplant.

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Tobias Käufer, Bogota
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