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Haseloff zu Anschlag von Halle - "Verrohung der Sprache ist ein Warnsignal"

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Zwei Jahre nach dem antisemitischen Anschlag auf die Synagoge in Halle gedenken die Menschen der Opfer. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff ruft zu mehr Zivilcourage auf.

Reiner Haseloff am 09.10.2021 in
Mit Kränzen, Blumen und Appellen ist in Halle zwei Jahre nach dem Terroranschlag an die Opfer und Hinterbliebenen erinnert worden.
Quelle: dpa

Zum zweiten Jahrestag des Anschlags von Halle hat Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) vor einer weiteren Polarisierung der politischen Debatte gewarnt.

Die Veränderung und Verrohung der Sprache ist ein Warnsignal.
Reiner Haseloff, Ministerpräsident Sachsen-Anhalt

Das sagte Haseloff am Samstag bei einer Gedenkveranstaltung in Halle. "Der rechtsextremistische Anschlag von Halle zeigt: Wort und Tat sind nicht weit voneinander entfernt."

Haseloff: Grenze des Sagbaren verschiebt sich

Haseloff rief zu Zivilcourage auf:

Ziehen wir gemeinsam eine rote Linie des Anstands: Diffamierungen des Anderen müssen wir konsequent entgegentreten.
Reiner Haseloff, Ministerpräsident Sachsen-Anhalt

Antisemitismus und Rassismus breite sich auch in der Mitte der Gesellschaft weiter aus. Das zeige sich nicht nur in den sozialen Netzwerken sondern auch im direkten Gespräch. "Die Grenze des Sagbaren verschiebt sich in einer Weise, wie wir es vor zehn oder 15 Jahren nicht für möglich gehalten hätten".

Der versuchte Anschlag auf die Synagoge unterstreiche, wie wichtig es sei, die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten und von Generation zu Generation weiterzutragen. "Hierfür haben nicht nur die Schulen Sorge zu tragen, sondern auch die Familien, Freundeskreise, Vereine, Verbände und Parteien", betonte Haseloff.

Der Stern der jüdischen Gemeinde in Halle.

Anschlag von Halle - "Es gab nie eine Zeit ohne Antisemitismus" 

Zum zweiten Mal jährt sich der Anschlag auf die Synagoge in Halle. Antisemitismus sei allerdings nicht nur Gewalt, erklärt Dr. Julia Bernstein im Gespräch. Der beginne im Alltag.

von Jan Schneider

Gedenken mit Appellen, Kränzen und Blumen

Halles Bürgermeister Egbert Geier sagte: "Der 9. Oktober 2019 gehört zu den schwärzesten Tagen der jüngsten halleschen Geschichte." Die Tat habe "eine tiefe Wunde geschlagen, diese Wunde hinterlässt eine dauerhafte Narbe." Geier warnte vor Abschottung und Ausgrenzung: "Es ist gerade die möglichst offene Gesellschaft, die am besten geeignet ist, jeder Form von Rassismus gleichsam die Stirn zu bieten." In Halle wurde am Samstag mit Kränzen, Blumen und Appellen an die Opfer und Hinterbliebenen des Anschlags erinnert.

Der schwer bewaffnete rechtsextreme und antisemitische Attentäter hatte vor zwei Jahren versucht, am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur in der voll besetzten Synagoge ein Blutbad anzurichten. Als ihm dies nicht gelang, erschoss er eine 40 Jahre alte Passantin. Wenig später tötete er einen 20-Jährigen in einem Döner-Imbiss.

Auf der Anklagebank hatte sich der Täter zu seinem Judenhass bekannt: Er habe weitere Extremisten zu Anschlägen motivieren wollen. Das Oberlandesgericht Naumburg verurteilte B. Ende 2020 zu lebenslanger Haft und Sicherungsverwahrung. Ein Gutachter diagnostizierte bei ihm eine Persönlichkeitsstörung.

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