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Irans militärischer Mythos - Revolutionsgarden: Der lange Arm der Mullahs

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Die Macht in Iran sichern die Revolutionsgarden. Erstmals geben geheime Papiere Einblick in Struktur und Ziele der Elitetruppe, die dem obersten Religionsführer unterstellt ist.

Die Revolutionsgarden sichern die Macht der iranischen Mullahs. 150.000 Mann, die dem obersten Religionsführer direkt unterstellt sind. Sie wachen über das Erbe der islamischen Revolution. Ein Mythos, über den kaum etwas nach außen dringt.

"Iran Cables" belegen Einflussnahme im Irak

Iran hat mörderische Milizen aufgebaut, sie haben die Gewalt zwischen den Konfessionen angestachelt und irakische Politiker bestochen, um Einfluss in die höchsten Ebenen des Landes zu erhalten.
Jeremy Scahill, Journalist "The Intercept"

Wie weit das Netz der Revolutionsgarden reicht, das zeigen jetzt erstmals die Recherchen des New Yorker Investigativmagazins "The Intercept". Dem Journalisten Jeremy Scahill wurden 700 geheime Dokumente aus dem Innersten der Islamischen Republik zugespielt.

Scahill beschreibt wie Iran seinen Einfluss vor allem im Irak nach dem Abzug der US-Truppen 2011 brutal ausgeweitet hat. "Iran hat mörderische Milizen aufgebaut, sie haben die Gewalt zwischen den Konfessionen angestachelt und irakische Politiker bestochen, um Einfluss in die höchsten Ebenen des Landes zu erhalten." Nach Einschätzung Scahills, der selbst jahrelang aus dem Nahen Osten berichtet hat, sind die iranischen Revolutionsgarden heute die stärkste militärische nicht-staatliche Kraft im Irak.

Infiltration auf allen Ebenen der Gesellschaft

Iran weiß so ziemlich alles, was in der irakischen Regierung und innerhalb religiöser Institutionen passiert.
Vanessa Gezari, Journalistin "The Intercept"

Die "Iran Cables" umfassen vor allem Dokumente aus den Jahren 2014 und 2015. Zusammen mit Reportern der "New York Times", haben die Journalisten von "The Intercept" die Angaben über Wochen ausgewertet. Sie haben Ereignisse vor Ort überprüft und unabhängige Quellen gefunden, die belegen, wie stark der Einfluss von Irans Revolutionsgarden bis heute in alle Bereiche der irakischen Gesellschaft ist.

Geleitet wurden die Recherchen bei "The Intercept" von Vanessa Gezari. In den Dokumenten hat sie Berichte über ehemalige US-Agenten gefunden, die früher für die CIA gearbeitet haben und ihre Informationen heute an die Revolutionsgarden verkaufen. "Iran weiß so ziemlich alles, was in der irakischen Regierung und innerhalb religiöser Institutionen passiert", sagt Gezari. Auch jetzt habe Iran großen Einfluss auf die Unterdrückung der anhaltenden Proteste im Irak. "Ihre Rolle dabei ist eine sehr bedeutende."

Junge Iraker protestieren gegen den Einfluss Irans

Der Irak steht wie kein zweites Land im Visier der Mullahs. Doch der Widerstand wächst. Junge Iraker riskieren ihr Leben, um gegen das politische Establishment und den Einfluss ausländischer Mächte zu demonstrieren. Bagdads Tahrir-Platz ist seit Oktober besetzt. Keine andere Protestbewegung in der Region wird so blutig niedergeschlagen wie die im Irak. 600 Menschen wurden seit dem Beginn der Proteste getötet. Und das sind nur die offiziellen Zahlen.

Jeder kann zur Zielscheibe werden.
Noof Assi, irakische Aktivistin

Noof Assi ist eine Aktivistin der ersten Stunde. Die Proteste im eigenen Land haben ihren Alltag verändert. Iranische Spitzel und pro-iranische Milizen sind überall präsent, sagt Noof. Ihre Wohnung, die sie mit ihrer älteren Schwester teilt, wird immer häufiger zum Rückzugsgebiet, weil bewaffnete Gruppen die Nachbarschaft kontrollieren. "Jeder kann zur Zielscheibe werden", sagt Noof. "Es gibt überall Tabus. Wir haben Angst. Es gibt keine Meinungsfreiheit und wir können bestimmte Dinge nicht mehr öffentlich sagen."

Irakischer Wunsch nach Selbstbestimmung

Trotzdem geht Noof weiter demonstrieren. Sie weigert sich, auch wenn sie Angst hat, zum Spielball ausländischer Interessen zu werden. Mit ihren Freunden und tausenden jungen Irakern kämpft sie für einen selbstbestimmten Irak, frei vom Einfluss ausländischer Mächte. Eine junge Generation hofft, endlich selbst die Verantwortung für ihr Land zu übernehmen.

Alexander Glodzinski arbeitet als Redakteur für das auslandsjournal.

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