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Bedrohliche Lage in Bosnien - Lager Lipa: Aufnahme Geflüchteter gefordert

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Die Lage in Bosnien für gestrandete Flüchtlinge ist anhaltend kritisch. Vielen droht der Kältetod. Hilfsorganisationen appellieren an den Bund, sofort Geflüchtete aufzunehmen.

Bei Minusgraden harren die Flüchtlinge aus Bosnien im Freien aus
Flüchtlinge in Bosnien-Herzegowina harren bei Minusgraden im Freien aus.
Quelle: obs/Help - Hilfe zur Selbsthilfe e.V./Alea Horst

Ein Bündnis von rund 140 Organisationen fordert die sofortige Evakuierung des Flüchtlingslagers Lipa in Bosnien und die Aufnahme der Schutzsuchenden in der EU. "Die Bilder aus Lipa sind erschütternd", heißt es in einem Aufruf, den unter anderem Pro Asyl, Seebrücke, Balkanbrücke und kirchliche Verbände unterzeichnet haben.

Die Bundesregierung darf der humanitären Krise vor den Toren der EU nicht länger tatenlos zusehen.
Aus dem Appell der Hilfsorganisationen

Bündnis sieht Deutschland und die EU in der Verantwortung

Den rund 3.000 Betroffenen in Bosnien-Herzegowina "droht der Kältetod", warnt das Bündnis. Die EU habe sich bislang mit Geld für die Hilfe vor Ort "aus der Verantwortung für die Geflüchteten freizukaufen versucht", kritisieren sie. Aber:

In Bosnien wird es keine menschenwürdige Lösung für die Schutzsuchenden geben.
Aus dem Appell der Hilfsorganisationen

Nötig seien stattdessen "schnelle und unbürokratische Evakuierungs- und Rettungsmaßnahmen".

Etwa tausend Menschen leben noch in Baracken oder Ruinen. Denn: Die offiziellen Camps sind überfüllt - neue Camps von der Bevölkerung unerwünscht.

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Asylsuchende mit Gewalt aus EU zurückgeschickt

Das Bündnis weist darauf hin, dass die meisten der in Bosnien-Herzegowina gestrandeten Schutzsuchenden sich bereits in der EU befunden hatten. Sie seien jedoch mit Gewalt von kroatischen Grenzpolizisten nach Bosnien zurückgedrängt worden.

Diese "Pushbacks" geschähen mit Billigung und Unterstützung der EU und der Bundesregierung und haben damit die humanitäre Notlage erst geschaffen, kritisieren die Organisationen.

Das Bündnis erinnert zudem an die Aufnahmebereitschaft von 220 Kommunen und mehreren Bundesländern: Die Bundesregierung müsse entsprechend handeln und auch die illegalen Push-Backs stoppen.

Humanitäre Krise dauert schon Wochen an

Ende Dezember war das Camp Lipa nahe der kroatischen Grenze fast vollständig abgebrannt. Der bosnischen Regierung gelang es bisher nicht, eine neue Unterkunft bereitzustellen.

In dem Lager und der Umgebung müssen laut einem in der vergangenen Woche bekanntgewordenen EU-Bericht die hunderte Menschen nun bei bis zu minus 15 Grad Celsius im Freien schlafen. Selbst wenn nun Wochen später das Camp notdürftig wieder aufgebaut werde, stelle das keine Lösung für die Geflüchteten dar, heißt es in dem Appell.

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