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Berlin streicht Hindenburg von Ehrenbürgerliste

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Entscheidung im Abgeordnetenhaus - Berlin streicht Hindenburg von Ehrenbürgerliste

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Seit 1933 war der frühere Reichspräsident Hindenburg Ehrenbürger der Stadt Berlin. Die rot-rot-grüne Regierung hat das jetzt geändert. "Hindenburg war Täter", so Regina Kittler.

Archiv: Paul von Hindenburg, aufgenommen am 01.01.1922
Paul von Hindenburg, hier auf einem Archivfoto von 1922, war von 1925 bis zu seinem Tod im Jahr 1934 Reichspräsident.
Quelle: AP

Der ehemalige Reichspräsident Paul von Hindenburg wird von der Ehrenbürgerliste Berlins gestrichen. Das hat das Abgeordnetenhaus bereits am Donnerstag mit der Mehrheit von Rot-Rot-Grün bei seiner Plenarsitzung beschlossen. Die drei Regierungsfraktionen hatten den Antrag eingebracht, Hindenburg die Ehrenbürgerschaft abzuerkennen.

Regina Kittler (Linke) erinnerte daran, dass Hindenburg Adolf Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler berufen habe. Er habe dazu beigetragen, die Demokratie in Deutschland zu zerstören und der Diktatur den Weg zu ebnen. "Die Zeit, in der wir leben, erfordert wieder ein Aufstehen für Demokratie", sagte Kittler. 

Das schließt die konsequente Verurteilung von Tätern ein. Und Hindenburg war Täter.
Regina Kittler, Linken-Abgeordnete in Berlin

Hindenburg am 20. April 1933 zum Ehrenbürger ernannt

Robbin Juhnke von der CDU lehnte diese "ahistorische Sichtweise" auf
Hindenburg ab. Hindenburg sei zweimal in freier Wahl zum Reichspräsidenten gewählt worden, beim zweiten Mal mit Unterstützung der SPD. Er sei zwar eine historisch umstrittene Figur, es sei aber falsch, ihm die Ehrenbürgerschaft abzuerkennen. 

Hindenburg war am 20. April 1933 Ehrenbürger Berlins geworden, am gleichen Tag wie Adolf Hitler. Dem Nazi-Diktator wurde die Ehrenbürgerschaft im Dezember 1948 aberkannt. 

Welche unterschiedlichen Ansätze zum Umgang mit deutscher Geschichte gibt es und wie kann Erinnerungskultur heute gelebt werden? Sehen Sie dazu auch unsere ZDFzeit-Dokumentation zum 100. Jahrestag der Weimarer Verfassung:

Dokumentation zum 70. Geburtstag der Bundesrepublik und zum Gedenken an 100 Jahre Weimarer Verfassung.

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43 min
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